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Der Orden Bne Briss · 1935-09-01 · Nr. 9/10 - September/Oktober · p. Seite 83

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 9/10 - September/Oktober
Date
1935-09-01
Page
Seite 83 (sequence 7)
Language
German
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Gesetze an der Stätte meines Weileus“, s|» mi 'st (119,54;. II Das Gemeinsdiaftsgebi}! bestimmt t^lie Form Die Form der Gebete hat durch die Klorrespond e n z v o n V o r h * t e r und Gemeinde ein wesentliches Gestaltungsmi imeiit erhalten. Aiclit jeder kennt das Gehet auswendig; wenige nur haben den Text vor sich; besonders frü ler, vor der Zeit des Buchdruckes, wo eine Niederschrift der Geibete nur in wenigen Händen war. Auch nie lt* jeder kann das Gehet lesen. Für sie soll der Vorbeter Fürbeter sein. Aber dennoch soll der Zuhörende nicht passiv verharren, denn die Würde der Persönliclikeit verlangt Aktivität des Gebetes. Darum ist die itrochoh, fsriiKil geseheni der Typus des von den W eisen geschafft neu Gebetes. Sie ermöglicht den gleichen Ausklang aller Gebetstüclwc und gibt der hörenden Gemeinde die Högliclikeit, auf den Vortrag des Vorbeters i iir bestätig endes Amen t der Psaldas ganze Gebot ziisamnuiifasscii, al schlichten Mannes. die Boseliguug des der, wenn-er sjnnst im Gotleshause lumm ist, hier mit ganzer Seele ein Villen kann, i nd sie trösteten den, der lur das Amen spiicht, mit den Sulz: „Größer ist der, der mit Amen 'antwortet als der, der die llrochoh spricht" (Nasir Fndei.j In den Piutim (Poesie der Festjebete), die ja, weil sie nur gelten gebetet w urden, noch \|iel weniger auf eine- Gemeinde rechnen können, die sie ai]hvendig beherrscht, linden wir in den Pisinonim (litui gische Poesien mit Refrain) mit ihren stücken, in denen sich dasselbe Element immer wiederimlt, in noch viel w der Gemeinde, ein Und so erklärt sich Kehrversen unil ähnlichen ti sprechen, dem öffnet |b-> ael hericlidurch das leinschaftsist es ganz Und wer Amen antwortet mit. aller Kraft, man die Tore des Faradicses. (Sahhatli 199 Es geht dieses Wechselspiel zwischen Vf rheler und Gemeinde wahrscheinlich auf die Urzeit zuiück. Schon vom Meerliede Os jjschir wird dieser wechselweise Ge sang zwischen Moscie und den Kindern Isr; tet. Und die Chöie der Le . iten wurden llallelu ja der hören den Genie inde zum Gei: gesaug des Volkes. . lei bestimmten Psalmen deutlich ersichtlich, daß ein fei ter Refrain, ei.wa Ai l'aulom chaßdau (dem ewig währet seine Huld) immer wieder auf gegriffen und von (ler Gesamtheit, gesungen wurde. So mußte älucli das Gjemeinschaftsgehet darauf 'Rücksicht nehmen, ängere Partieen dem Vorbeter vorzubehalten'und doch der Gemeinde die Möglichkeit zu gehen, in leicht eil iprägbaren; kurzen Sätzen wesentjliehen Gehalts das gehörte G rbet als ihr eigenes zu 'dokumentieren, Soh -im Kaddisch, der Verkündigung der messianisclien Gotte herrschaft, wo die Gemeinde mit ofticn jehe scheme rabbo einf^llt. So ( die dreiteilige Kcduscha, das boruch hascheni hanucauroch als Antwort auf das borchu des Cltason nu loch beim Abent gebet. Es kommt dadurch eine gewisse formale Gleichheit und Ähnlichkeit im Charakter j und in der Anordnung aller Gebete, etwas, was dem verständnislosen Ohr vielleicht wie Monotonie vorkommt] Aber abgesehen davon, daß nur auf diese Weise die Teilnahme eines jeden, sogar des Ungelehrtest;n, des „am' schebaßode“, der Leute vom Felde, wie sie ler Talmud] (Ende Roschhaschana) nennt, ermöglicht w rd, wird ei(i solcher Vorwurf auch nur von demjenigen erhoben werden, der nicht die Kraft des Gemeinse laftsgehetes, die Wucht eines vielstimmigen Amen, das Hinreißende einer von tllen Teilnehmern mitgespro dienen Keauscha kennt,' Unsere Weisen dachten bei diesen regelmäßigen Wielerholungen, die wie Breni punkte und Konzentratic nspunkte eitgehenderem A aßc das'Besi rehen, aktives Mitbeteq zu gewährleisten, hei. den Selicliol i, den Bußgcbeten, die 'häufige Einschaltung . des el m doch joscheiv. So konnte wenigstens die '.bedeutsame' ’artie von d?r Anrufung der dreizidi.il Eigenschaften Gottes allen Betern zum Eigentum werden. Gebclorm ugoge, »o tu Vor- und das maudim anach- Meister die Tannaim III. Volkstümlichkeit der Aber auch abgesehen von. der Syi hetcr seines Amtes waltet, sollen die Gebete auch li.n stillen Kämmerlein .um Einzelnen gesprochen werden, also Volksgehel; werden. .‘Sie prägsum sein, Tür dis. logische Gedibhtnis wie fir das Ohr leicht aufhewal rt werden .köinktn. Es würde den Rahmen dieser Ahhindlüng überschreiten, wollten wir an einzelnen Beispielen nachweh in, mit welchem großen Geschick in, dieser Beziehung die einzelnen Ge. bete auf gebaut sind. .Aber jeder, deif sich ein Gehit vorspricht, wird es sich seihst bestätig ui können. Wenn auch nicht Rhythmus und. Reim ungewandt sind, so wird man doch ühei all einen gevvii; ep» Gleichkh 11g in der Anordnung der Worte wahriielinieir i. Zugleich aber sind unsere Stummgebete Muster-der Einfachheit; wohl die Gedankenft hrung, wie die einzelnen Wendungen sii/d jedem, der auch nur elenuutur die hebriisclie Sprache beherrscht,, ebne weiteres vnständlicli. W eiche "und Atnorainp (Lehrer de; inud) waren, die diese Gebete verfaßten, das sieht man erst so recht an dein tr *t L’m nur einige Beis tc'al b'rißclio schee ic al tauroßcho sch >/, ic'al chukecho sehe iv ul chajim dien ' (aus dem T u’al t’ivienau lau ic’lan lide nißojaun iv 'lau lide' uisojaun u’al tuschlet bonu iv’harchikenu meodifi umechöiver rai usw Vergleich dieser |liele uilzufüliren: hoßamto biußb imadtonu Haudatonu oc heßt‘d i seht schgehet). e chet u'lau titie auero i<■’ /ti, Gehctsdielit haunantonu i,su zer hora mrä , laus, dem Mor<jengebct). TaU railn 83 /

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