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Der Orden Bne Briss · 1935-09-01 · Nr. 9/10 - September/Oktober · p. Seite 82

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 9/10 - September/Oktober
Date
1935-09-01
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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r Gebet im Judentum '<>» Br. e<o Baock Das “Erste mul Eigentliche des Gebets ist: nicht dessentwegen hctrn, was wir haben wollen, sondern um dessentwillfn. was wir sein.sollen. W ir halten auch unser \ erlaugen. jeder weiß mn Bedürfen und Not und Hoffmiiiz seines Daseins: aber das Gehet will uns" vor allem zu uns hijifiihren, will uns die seelische Kraft, dieses innen' Recht geben, daß wir ein Begehren hegen dürfen, daß wir es v*or den hinbringen können, vor den alle Menschen, jeder mit seinem Entbehren .und Leiden, seinem Harren und .Sehnen.' hingestellt sind. Es ist nicht ein Zufälliges, daß W orte für das Beten in der biblischen >praehc rückbezügliche Wörter sind i liithpallcl. liitlichanncii i : auf den ^ilenselien bin. auf sein leb zurück will das. Beten wirken. entdeckt, die Wirklichkeit se: d ff. selbst erkennt, ist er alsba er ist damit zu dem Selu Gebietenden seines Lepens von Gottes Gnaden ist, h in \ or Gott, er betet von Gottes sieb vor Gott stehend, von Gqi w eiß, kann er zu Gott bet?n. Darin gewährt da.« Gebet der Psalm spricht: das i teil Geist. Das reine Herz, dap und Einfache, die Ablehnun Geltenden, Täuschenden, Irlich nes Lebens und d|a vor Gott bingeste: ^nden, Bestimmend dem, was er vor geleitet* Der Mei Gnaden. Dadurcli, tt erkannt, von Gojtt Alles wahre Be zu der W ahrheft, c e en ist so eiu \\ eg. der den Menschen m Sinne seines W tjsens und seines Daseins hinweist, sq daß. der Mensch sieb selbst findet. Beten kann daher zum Gebote werden: du sollst beten, du soll-t zu dir bin gelaimen. f nd wenn der Mensch sich zu sein. Der festgcgrqndtte inneren Freilieit, dieter Be< t Rechten, die Abweisung alle zum Morgen schwankt und (»ott zu bleiben. SeelisclJ rei der Segen, den das Bojten,j das gibt und wahrt. mit sich Denn en und [»ott und h betet daß er gehört U IC; dieses Zwiefache, von dem Herz und den festgegründeist der Sinn für das Echte des nur Scheinenden, nur e Fähigkeit, wahr vor Gott (Jeist, das ist .die Kraft der ändigkeit im Guten und s dessen, was vom Heute wechselt, dieser Wille, vor i, seelisch fest sein, Gebet zu dem eine : das ist i Gotte, Stil und Form des jüdischen Ge|betes Von Br. Joseph Carlebarh. I. ‘ , Die Spreche der Gebete Der Talmud erziblt i Berachoth .'14 b •: ojn Schülertrat vor Rabbi Chanina an das \ orbeterpult und b.-tetc: ..Du großer, gewaltiger und furchtbarer Gott. Du mach- tiger und starker, ehrfurchtgebietender, .kraftvoller, wahrhaftiger, herrlicher (»ott!"'. Der Rabbiwartete, bis er fertig war. dann sagte er zu ihm: -Hast Du nun wirk-, lieh das Eob Deines Herrn erseJiöpft? Wa.4 soll Dir das . In 'dem von uns^rei* Weisen vor gesell lieber .en Gemeinscliaftsgebet tritt Israeli als ideale Ge neinschaft vor Gott, as j es ausspricht an Gottes lob, an W mischen und Hoffnungen, ist nur das Echo d;r (lern zuteil gewonnenen Gottesoffenharung, dee heilidas Wort der Ewigkeit, (lit Bibel alles? \\ ir sagen die in < ler Tora ge»agt der großen Svnode drei Worte: großer, gewaltiger mul furchtbarer Gott. -Hüte sie nicht. Mosche, unser Lehrer, ind auf Grund dessen «lie Männer ie fe.tgelegt im Gebet, wir hätten nicht sagen köniujn. l'nd Du willst alles dieses b/*ten in freiem Reilescbwi ng?*" * . - ~ Soweit die taliiiu lisohe Agada. Sie zeigt besonders charakteristisch, wehlie Gedanken fiir den Stil der Geinte bei unseren W rpseu inaßgelrend waren. ..Hätte es .Mosche, unser Lehrer, nicht gesagte wir hätten es nicht sagen können.1* Sie vlaren zu demütig, ihr eigenes Wort ♦ I , der Gemeinde Israel* vorzusebreibeii. Nur das wagten io nach Form und Inhalt als Pflichtgebet der jüdischen was uns die Propheten und licilivorgesprochcfi mul* gelehrt haben, d e s G c 1» e t I» uc li e s ist aus ) e 1 e u t n o m ni e n1 •. Gemeinde zu wählen gen Sänger der Bibel Wort um Wort der Bi Die einzige Ausna: ’ "Volke gen (»eiste.-, aus den* geboren ist. Als Kinder der Bibel I beten wir als das Am hißt'fvr, als das \ olk des Buches, Jedes W ort der i^ihel 1 lall aber durch seinen Zusammenhang einen besonderen Stimmung^gehalt, eine eigene Tiefe! Es ist: ein Wort, das tausend Verbindungen schlägt, dessen I^laniffarhe durch die ganze Erhabenheit der großen Gol|teskliinde: bestimmt ist. Alles die« kommt daher auch dem Worle des Gebetes zugute Wer hellen Sinnes die Gebete liesl. dem wird das Herrlichste und Schönste (ler Bibel dabei gegenwärtig. Die Einheit v ojii Gebet und Lehre, da? typische Merkmal des jüdischen Gottesdienstes, prägt sieh somit auch im Stil unserer Gemeindegcbete aus. Sie blieb auch das Charakteristische für alle späteren Dichtungen des Maelisor ((Jebetbucli für die Festtagei, für die Paitanim, die Troubadours der jüdischen Feste, Der Stil der Mt'liza. der Aneinanderreihung biblischer [Wcna: ime i-t^die Fornj der lirochoh vor den Geboten der Mizwau». z. B 'ehoninch tefillin„ wo nicht die biblische, sondern die talmutfitch* I Kennzeichnung gewählt ist. liier soll eben zum Ausdruck gebracht verden. daß.uir'die Gebote so erfüllen müssen, wie sie die Auslegung der mündlichen Kehre fordert. 82 (hingen, ist eben so se Element des Piut (Litt tische Predigt, gesung tauchte Erinnerung an Verkündigungen ist. „Zu ir bezeichnend für (Jas foiWiale irg, Pi>esie), wie ihr Inhalt jpocge- und cne I<ehre, in Gebetsform die Tora und ihre Gebete Gcjsängen wurden mir Deine

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