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Der Orden Bne Briss · 1935-05-01 · Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935) · p. Seite 40

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1935
Issue
Nr. 5/6 - Mai/Juni (5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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.-«■Iiichtliche Leben wicklungsidee' zu se dem Daseinskämpfe: Kampfes um« Dasein die Entwicklung der Arten bis zum .Meiischeii.bin zu e-klären, deinen es da nicht ange-i bracht, auch die Entwicklung der Menschheit, das geiler \ ülker inn Liebte dieser Entie»? Auch der Mensch unterliegt in diesem Kamjif werden alle seine Fähigkeiten gewogen, die körperlichen und die geistigen. Der Kampf um die Erhaltung des Lebens.ist der Motor les Indiens. Nicht allein der Intellekt, auch das sittliche Bewußtsein dient de|n Zweck «les Lebens, dient dem Ermensebliclien . Gattung. \on der Instinktes werden wir im Innersten Philosophen. so sou ab die Stimme «lies« \on der euilämoniwird. oder ob N i«' baltungsw illen der Kraft dieses Kattun: beherrscht, und alle Moralen «1er Religionsstifter. der erän sie sieb geben, sie sind nichts is Instinkts*. Ob nun dieser Instinkt itbchen Ethik Spencers bejaht : z s c h e «lie Maclrt dieses Instinkts brechen will. — ..wahr" und ..falsch". ..gut'4 und ..böse" haben ihren absoluten ■ Sinn verloren.« Der wesentliche l ntersehied zwischen MtUisrh und Tier ist durch die restlose biologische Einordnung des Menschen in die Natur aufgegehen. Gegenüberdieser Zersetzung des religiösen .unil des ethischen Meiischlieitsgeilaiikens. tief ergriffen von .der >orge um «len Lnteijgang d«-s europäischen Geisteslebens, in der klaren. Erkenntnis, daß «1er Eudämonismus die . . 1 Selbständigkeit und Tiefe des menschlichen Geistes vernichte. erfolgt in den 60er Jahren «lie Neubegründung einer i«lealistischen Philosophie, ertönt der Ruf: es muß auf Kant zurückgegangen werden! Hermann Cohen jst der entschchlende Begründer des neukantischen philosophischen Idealismus, der Lehrer von der Autonomie des menschlichen Geistes, der Wissenschaft. Sittlichkeit» Kunst und Religion als die Schöpfungen «les menschlichen'Geistes begreift. Cher aller Verschiedenheit «1er Völker und Staaten. «1er menschlichen Gesellschaft, ihrer Klassen, und Interessen steht die universale religiös- 'ittliche V gäbe der Menschlich. «las Reich der Natur zu einem Reich der Kultur zu erlwihen. Mitschöpfer zu sein am Werke Gottes, das Reich Gottes auf Erden zu gründen. t Negiert Ctdien «len naturalistischen Positivismus durch «1«-ii Nachweis der Autonomie des menschlichen freistes und «Ier objektiven Geltung seiner rationalen Ideen, so \erlieft Henri Bergson den Entwicklungsgedanken «1er Biologje durch die Erkenntnis, daß die Entwicklung «Ier Arten nicht ein mechanisch-gesetzlicher Vorgang ist. getragen \on dem Zufall der Variationen, ihrer \ ererlning und Steigerung im Kampfe ums Dasein. somlern daß die Entwicklung der Arten eine schöpferische Entwicklung bedeutet. In unableitbarer W eise, als schöpferischer Akt «les Lebens bricht das Organische aus dem Schoße der anorganischen Natur'hervor, und das- Leben entfaltet sich in auseinander unableitbaren Entwicklungsrichtungen, in Pflanz?, Tier und Mensch. So wenig das Tier eine bloße Umw indlung «ler Pflanze, ist der Mensch eine bloße Umwandlung des Tieres, sondern ein Wesen neuen uuahleitl areti Seins. Wie der tiefe Zusammenhang des tierischen Lehens mit dem Lehen der Pflanze nicht! die wesenhafte Eigenart des Tieres aufhebt, so vernichtet «lie MacJit tierischer Instinkte im Menschen nicht das eigentliche Wesen «les Menschen. Zwar ist auch die gesellschaftliche Moral auf den sozialen Instinkt zurückzuführen und ist ihr Ziel das Wohl einer „geschlossenen Gesellschaft“, in deren Dienst wie die statische Ethik, so die statische Religion stellt! Doch gibt es, wie. eine künstle rische und wissenschaftliche Intuition, die in das Geheimnis des Lehens eindringt, so eine heroisdie Ethik, die lie Schranken der geschlossenen Gesellsc laft durchbricht. Die ll,el- «len der Seele geben sich der Gesellschaft hin, aber einer Gesellschaft, «lie «lie ganze Menschheit umfaßt. Das Gefühl, das sie beseelt, is: «lie Begeisterung «les V ormarsches. Wohlergehen, El re, Reichtum int «len Heroen der Menschheit gleich; «ültig.- IJingahe, Ergebenheit. Opferwilligkeit, Barmherzigkeit ist «ler I ljialt ihres Lehens. Dieser Durchbruch schöpferischer Entwicklung in der Seele der Heroen der Menschheit ist von dem Bewußtsein getragen, «len sehij pferischen Sinn «les Lehens gegenüber der bloßen Erhaltung «les Lehens zur Geltung zu bringen. Dieses Bewußtsein wurzelt zuti?fst in «ler mystischen Intuition der Einheit Gottes und des scliöpf«-- rischen Lebens. Gott, Leben. Liehe,. Menschheit haben in dieser Biologie und Ethik wieder ihre kosmische Ein -heit' gefunden. Überfliegt aber «Ier universale ethische Idealismus Forderung «les Reiches «J«-r der Hingabe an die Menschder Mellich diffeckte oder «ler G e - Vlle jene Cohens und Bergs'ons, die \ ernunft. der Enthusiasmus heit nicht .die unaufhehbai e Verschiedenheit scheu in der Mannigfaltigkeit ihres geschieht renzierten kulturellen Seins»? D i 11 h e y entdij erneuerte «lie Erkenntnis jler Romantik von s^hichtlichkelt allesl geistigen Seins. Ideen vom Staate an sich, Recht, Sitte und Bihjung wandeln sich mit den historischen Erscheinungen,!in denen sie 6ich hianifestieren. Der Mensch ist von der Geschichte aus zu verstehen; auch das größte Individuum wurzelt in einem konkreten geschichtlichen Boden, in einer bestimmten Zeit. Gibt es dinn unbedingte Forderungen, ewige und unveränderliche W erte, in denen sich die Einheit der Menschen konstituiert? Oder gib: es nur „Weltanschauungen“, in «lenen sich die Individualität der geschichtlich bestimmten Kulturen und Persönlichkeiten ausspricht? Gegenüber diesem gesell ich tlicfien Relativi tont Max Scheler bei voller Anerkenn«» schiclitlichen Bedingtheit s|ller Erkenntnis der absolute Geltung der Werte. Der Irrtum des Ethischen imus beder ge- ’erte die 40

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