Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 32 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/6727475-6029211-6074906--3163-4869728- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I Schu Briefe aus der Ferne betrieb im Heiligen Lande \on Br. Ensen \l o]!i r. er ein fremdes Land im Spotanziig mit leichtem weisen. Am Hauseingang sorgen zwei Ordner für Rueksack durchwandert, der kann se und künstlerischen Neigungen in we neu wissenschaftlichen höherem Malle huldi, gen als der Globetrotter oder der Teilnehmer an einer mehr oder minder hcrdenmäßigen Gese steht nicht unter dem Zwange gese tätigen und 'abgezirkelten HotelMien! ich auf meiner Palästinarei«e meine lei kulturellen und sozialen Eiijrifh Schulen, innerhalb und aullerhall Ifschaftsreis**. denn er schqftlicher 4 erpflich- D«:mgemäß widmete Aufmerksamkeit alleriingeh. Vor allem den des Unterricht. So wohnte ich einmal einen ganzen \ ormittag lang dem Unterricht in der % olks.sch.ul am-ammi Aleph") in Haifa hei. De.r Besucher, der nur das ( Hebräisch kennt. i«f erstaunt über 1 wandtheit der Kinder in der heilig : uftragle der Klasse — kontrollieren ■ die Beschaffenheit der Ilefte. roll vier sich der Stielrfirohrii überzeugt. Bei ihren Kinder nicht aiifziistebeu. Sie s leise, nnd doch braucht sie der L« sprechen zu ermahnen: wenn sie [wippen da'itzeu. Schule sind, und 'türrn nicht «Iure « Knaben wahrend der Stunde die ander vergleichen, kann dem Lehr ebensowenig, dal! es sich ein Ki> d gelegentlich bequem macht und den Kopf auf den Ellf verliert der Lehrer kein Wort: er Ih zu tun. ic dies l lirwerk ..Schule” -i a Gang gebracht wird;1 Pünktlich um- 8 l hr «*r«cliejiit auf im Schulhof ein Knabe und tron Das ist das Reichen zu klassenweis ■ m Sammeln. Paarweise treten diu Kinder an. Ihr Ordner zimmer. die fast durchweg frisch! 32; •rspart die Schule die Lehrer nachher durch Antworten brauchen die recheif auch auffallend lirer nicht zum Lauterauch nicht wie Drahtwi»«en »ie doch. Weshalb sie gn der h Plaudern. Dali zwei Rechenaufgaben initeinr nicht" entgangen sein. «bogen stützt. Darüber t eben wichtigere Dinge inrin Treppenvorsprung melt aus Leibeskräften. führt sie in . ihre Scholli Blumenschmuck auf- Nr. 1 (..Betli Sefer > d>etbuch‘- und Bibelie Sicherheit unil Gell SpracFie. Die Zögne ise orten und freien Vortverständlichkeit: freitp. Daher keine Stran. Mit dies««ti lernf>0 in jeder Klasse — linge rangen nicht mühselig nach de n Ausdruck. Sie überstürzten sich förmlich in ihren Aut trägen. Disziplin ist eine glatte Seil willige I nt erordnung unter ein Prinp: fen. keiie har-eheu Zurechtweisung und gutwilligen Kindern - meist hat der Lehrer ein leichtes Arbeiten Neben der Disziplin fiel mir der Gemeinschaftsgeist der Kinder auf. .Meist sind es Arb Mtcrkindcr. In 'meiner Gegenwart beschloß eine Klasse, all monatlich einen Piaster ll.l Pfg. i pro Kopf für eine Klasseukasse zu erheben, aus welcher minderbemittelte Kamera« eil eine Beihilfe zum Schulau-flug erhalten sollen. Ebenso wir«l ein kleiner Beitrag für den Keren Kajemeth erhöhen. In der von 90 Kinibro besuchten Schule des Kfar Clias^idim sah ich einen Aii-Iiang. «ler über die monatlichen Spenilen der einzelnen Klassen ftlr «len nämlichen Zweck I «-richtete — zur Naeli- «•iferuiig für Kla-sen mit geringem Eeitragl lii Haifa suchen die Kiiiibjr die B«*trieb-k«isten der schule ila«lurch zu verringern. «|all -ie die Tintenfässer elber auscliaffen. Dailureh.. dal! gewählte Ordner aus j»der. Klasse eine halbe Stund«- vor Beginn «l«-s I nterricljts die Säuberung der Kla—i-n/imim-r s«-lber vornehmefi. Kn-teii für «-inen Hausmeister. Der untere Schullu-frieb vollzieht sich auf der Gruiidlag«- gegenseitigen \ertraiiens. Be: jeib- «ich«-" ein andrrer feinem Stimmchen: „Mi Lehrerin: ..Jacliad!“ (..A „Imma. imma. imma!” i ein Kind entzückt auf: .. schriftsmäßiges Hinaiifgelien. Die nämliche Disziplin auch an der Wasserleitung: keilt Weg- oder Vorilrängen; in der Reihe, «»ie sie an den Brnhm'ii herangetreten sind, löschen, die Kinder ihren. Durst. [ Zunächst traten die Chorsänger zu kurzer L'hung an. Sie saugen einen ..Misnnjr scliir l'jom haschabhat” rou . Lewandowski. einen zum 4 olksliede uinfrisierten „I/cha dodi” sowie ein frisches j.Marschlied ..Jismechii. schoinre s'chabhat”.; ' Eine Oberltlass«* hatte eine Stunde ..Klassengemein«] e”. Jedes Kintl «lurfte Anregungen und Wünsche vortragen. Es wurde u. a. angeregt, die bisherige ..Wandzeitung'4 (Illustra tionen zu aktuellen Vorgängen) durch eine geschrieh« Zeitung zu ersetzen. De^- Lehrer erbat sich prohewe Material für eine solche. Hebräisch in einer Klasse von Kindern, «lie erst nt Laufe des Schuljahres in Haifa gelandet sind. Ihre Unterhaltung knüpfte sich an lein Lesestiick „AI pr liainajiri” an. In der heiligen Sprache berichteten nunmehr''die Kinder, recht gewandt von ihren eigenen Erlebnissen währen«! der Seefahrt und Landung. Nun erst -die Kleinsten! Eine Vorsängerin fragt n it seh ohew eth hajeladim?" Die Ie!“) Die fröhliche Kindersrhar: ..Die Mutter“.) Plötzlich schreit Geschein!" Alle laufen zum Feister. strecken ihre Händch.^n hinaus un«l stellen im Spree tchor fest: „Geschem miscliainajim!” Leider währt die Herrlichkeit des damals (Anfang November 1934) hcißcrselrntf n - Regens kaum eine Stund^. Die freunilliche Lehrerin versteht ,es aber auch, den ernsten Unterricht mit kindlichem Spiel zu verweben. D e Kinder legen ihre Köpfchen in den Schoß der Lehrerin. Kiii« tritt leise vor und j^iht der Kameradin einen leichten Schlag auf «len Rücken:- j.Mi sr.h?“ Errät sie .«lie Schlag« rin. dann muß sich dies Mädchen der nämlichen Prozedur unterziehen. Schallende Heiterkeit, als auch ich mich In teiligte und dann meinen Rücken zu einem solchen ..Schlage” «larbieten niußjc: T.Mi seh?“ Die Kleine hatte ihren Platz noch nicht erreicht, als ich sie auch schon e - raten hatte. I Eine Stunde Bibel: Ajnfang des dritten Kapitels Aino;. 44 ie aufgeschlossen waren die Kinder einem ihnen so feri liegenden Stoff gegenüber! Leiiler entging mir viel voi den hebräischen Erklärungen «les Lehrers. Es entschädigt? mich aber der Eindruck feiner, prachtvollen I.ehrerpersöi - lichkeit: ..Achtunddreißig Jahre hin ich Lehrer“, sagte er mir nachher. ..und noch immer bedeutet jeder Tag fiir mir l einen Anfang!" Hervorragend ist das Lehrpersonal! Ehe ich da* Schulhaus verlasse, rasch noch einen Blies in «lie Schulküche. Die älteren Mädchen riehten gra«!e «Ls Mittagsmahl für die in «lär Schule speisenden Kinder he :. Zweckmäßig fügt sich dieser hauswirtschaftliche Unterrirl t in «len Gesamtorgauisinus '«ler palästinensischen Volk - schule ein. ' Ebenso stark wie «fiese Anstalt beeindruckte mich <li? unter der zielbewußten Leftung der traditionell religiös eirgestelhen Direktorin Miss.E. Landau stehende „Evely l von Rothsrhildsche Mäilchenachule“ irj Jerusalem. Auch hifi: sehr straffe Disziplin. Ließe zur Jugend. Vor Schulbegin l defilieren .nach englischem Vorbild «lie 400 Schülerinnen —