Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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I * i . ' ' 1 /*'■ \ res Bundes\verfaßt. Die Wiedergabe dieser Darlegungen in Einführungsansprachen ist für unseren Distrikt ganz besonders zu <*mpfehlen. Sie ergänzen aufs schönste das. was unser verstorbener Br. Alfred Goldschniidt gesagt und geschrieben hstt. Die amerikanischen Mitteilungen sind uns nicht zugänglich. Wir bringen daher an Hand unseres österreichischen Bruderblattes einige Auszüge. So hat Bruder Rubinow in! einer Jahrestagung des Exekutivkomitees in Cincinnati tjesonders hervorgehoben, daß Südamerika' zur damaligen Zeit noch viele Einwanderer aufnehmen konnte. Irti Entscheidenden scheint es auch heute noch dicht anders zu sein. Dpch muß man sich über die Voraussetzungen bei "unseren bewährten Auskunftsstellen. namentlich bei dem Hilfsvetein der deutschen Juden, genau unterrichten. Rubinow empfiehlt eine starke’ Bne-Briss-Organisatiön in Mittel- und Südamerika. Jetzt sind wir in Buenos Aires, in Brasilien, und zwar in Rio de Janeiro und Sao Paulo, ferner in Santiago in Chile vereinigt. <■ Das Juniheft der amerikanischen Ordenszeitschrift wird den Frauen-dfilfsvereinigungen gewidmet. Es gibt in Amerika hunderte solcher Vereinigungen mit einem Mitgliederbestand von über 10 000 im Jahre 1933. Ordenspräsident Br. Cohen widmete den Frauenvereinigungen einen5“ eigenen Artikel, der mit den Worten schließt: ..Der Tag wird kommen, an. dem die Frauen neue Wege für ihre Vereinigungen aasfindig machen werden. Die Frau hat in Israels Geschichte nie . eine außerordentliche Holle gespielt: aber sie hat immer und besonders in Zeiten der Gefahr Bedeutendes gewirkt.“ — Der Zugang zu unseren Kreiselt ist in Amerika zum Teil ganz außerordentlich groß. Fss ist erfreulich zu sehen, wie unser Kreis in seiner erzieherischen und allgemein sozialen Wirksamkeit — und gerade weil er sich von jeder Politik fernhält — immer mehr Menschen an sich zieht. Über wissenschaftliche Beiträge findet sich in unserem Bundeshlatt gar manches, was auf allgemeine Wertung stoßen kann. Hier wird insbesondere des Aufsatzes des Großpräsidenten. Br. Braun, über den Arzt Maimonides gedacht. Wenn er auch für Fachgelehrte nichts wesentlich Neues bringt, so zeigt uns, den Laien, die treffende handliche Zusammenstellung, wie außerordentlich modern Maimonides als Arzt gewesen ist. Sogar die Psychotherapie hat Maimonides nicht nur geahnt, sondern 'vorgebildet. Er hat eine große Reihe von hygienischen Lebens- . regeln verfaßt, die noch heute maßgebend sind. Als Schweninger, Bismarck zum Zweck dej- Entfettung d|S Trinken verboten hatte, wurde diese Vorschrift: —• Verbot des Trinkens beim Essen — vielfach als neue Entdeckung angesehen. Hier lesen wir. daß diese Anregung schon Maimonides bekannt war und von ihm weitergegeben wurde. Die Januarnummer 1935 enthält eine Mitteilung des Ordenspräsidenten Br. Cohen über den geplanten jüdischen Weltkongreß. Sie mündet darin, daß der Kongreß unbedingt abgelehnt werde. Ordens|fräsident Br. Cohen schreibt: Die'Wahlen verlangen Delegierte aus allen von Juden bewohnten Gegenden. Diese Delegierten werden, wenn sie Zusammenkommen, eine Körperschaft von Frauen und Männern da^stellen. die,.— ausgenommen Glauben und Leiden — sonst in allem verschieden sind, was das Leben ausmacht. Einer solchen Versammlung Iwürde jede Eignung für überlegtes Handeln fehlen, und sollte sie sich anraaßen für die Judenschaft der Welt zu sprechen, wurde dieses nur Schaden und ^keinen putzen bringen.“ Dies ist auch die von unserer Großloge geteilte Auffassung. Ludwig Holländer. B'ne B’rith-Mitteilungen der trafrssylvanischen Logen. . Juli-August - He Ft 193 4. Dieses Heft ist dem Probleme der Jugenderziehung und der Berufswahl in der Form einer Enquete gewidmet. Die Nöte und borgen der deutschen Judenheit sind auch die Sorgen und! Nöte unserer Brüder in T r a n sjs y 1 v a n i,e n und Rumänien. Auch dort wird die jüdische Jugend von den nationalen rumänischen, deutschen und anderen Verbänden ausgeschlossen, wird der Kampl um die wirtschaftlichen Positionen immer schwerer und de ■ Lebensraum der Juden immer enger. Wenn auch die gesetzl ichen. Bestimmungen den; Ausschluß der Juden aus staatlichen Ämtern nicht verfügen, so bleibt doch der Jude in der Prixis bei Anstellungen im ' Staatsdienst und in städtischen Ämtern unberücksichtigt. Der aufrüttelnde Aufruf Martin Bubers .,Die Kinder“,1 welcher -im vorigen Jahre in der -,Ji dischen Rundschau“ erschien. bildet in ungarischer Übersetzung den Auftakt zu jener von hohem Ernst getragenen sich die Bbr. Dr. Ezekiel B r i s k Kupfer (Arad); Dr. Alexander D tor Baum (Prag), Dr. Joseph F r Aussprache, an welcher er (Timisoara), Dr. Max > b ä n y (Arad), Ing. Vice d und Dr. Jakob T e 1 - i lind Dr. Franz J a m - ‘ r fordert, daß das Lehrirti wesentlichen darauf n Geiste der hebräischen 1 e r (Oradea), Dr. Stefan Szi rm: bor (Cluj)i beteiligen. Dr. B r i s k i Programm der jüdischen Schule gerichtet wterde, die Jugend mit de i Sprache als einer lebendigen Sprache vertraut zu machen und sie in das jüdisch-hebräische Schrifttum von der Bibel bis Bialik einzuführen. Erst dadurch v erde ein echtes jüdisches Bewußtsein in dem heranwachsen den Geschlecht geweckt werden, so .daß es, mit dem jüdisch;n -Geistesgut ausgerüstet, gegen Angriffe der feindlichen Umwelt gefeit sein würde. Die jüdisch-hebräische Ausbildung zu sein, auch allgemeine europäi; eignen. Die Brüder Baum und Fried rungen, daß die Logen und Gemeji ten. Handrwerkerschulen, Musters erjtstätten zu errichten um die Jugend zu Berufen anzuleit sichten auf ein Fortkommen biete i und antisemitischen Bestrebungen brauche kein Hindernis sehe Bildung sich anziibetonen in ihren Ausfühnden sich bemühen sollen, die noch einige Ausdenn ‘die faschistischen bedrängen die kaufmännischen Betriebe, die in den Härden der Jüden sind; die freien Berufe sind zurzeit überfüllt, und die Lage der jetzigen jüdischen Studentenschaft ist geradezu als tragisch zu bezeichnet), da besonder an den Universitäten sich der Antisemitismus geltend macht, und dir Aussichten auf ein Fort-', kommen immer geringer werden. Die jüdische Jugend in der Landwirtschaft unterzubringen stößt auf große Schwierigkeiten; dennoch hat die Arbeit igemeinschaft beschlossen, eine Farm in der Nähe von Timisoara anzulegen, um jüdische Elevtn als Landwirte auszul ilden. Br. Fk-ied äußert Starke Bedenken gegen die Errichtung von Farmlen, weil sie viel zu kost ipielig sind und im besten Falle nur leiner geringen Zahl Ausbildungsmöglichkeiten bieten., Er halt es für richtiger, an Stelle der kostspieligen Farmen große Feldkomplexe zu kau ’en, um sie den Chaluzim zur Bearbeitung zu übergeben, die nach erfolgter Hachscharah dien Siedlungen in Palästina zuzuführen wären. Nur in Palästina wäre jüdische land wirtschaftliche Arbeit von Erfolg begleitet, da ein jeglicher sich bewußt ist, an dem Aufbau (jeg nationalen Heimes' mitzuarbeiten. Den großen Anstrengungen, jüdische 'Kolonien in anderen Ländern zu' ist leider der gewünscht e nationale Elan gefehlt h. n neuartigen Vorschlag gründen, weil der Eine e Erfolg versagt geblieben, ibe. (Arad)'n it Zustimmung seiner Loge der Arbeitsgemeinschaft. unterbreitet Br. Kupfer 14