Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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\ wieder der Wunsch zutage trete, alles was ihm lieb-.und wert ist. Familie und Judentum, in Verbindung mit unserer Ordensgemeinschaft zu bringen. Sein jüdische« Wesen habe sich nicht erst aus der Tätigkeit in unserem Orden zu bilden brauchen. Nach Herkunft und Tradition war et mit den jüdischen Dingen vollkommen vertraut. Er sah es' als seine Aufgabe an. seine besten jüdischen Kräfte unserer Gemeinschaft zuführen zu dürfen. Aus all seinen Worten habe sich immer wieder ergeben, daß er kein Parteimann gewesen sei. sondern ein Mann gesamtjüdischer Haltung, gerade wie,der ..Verband der Jugendvejeine“ es verlangt, dem Maximilian Stein . vom Anfang seines Bestehens bis zu «einen letzten Lebensjahren treu geblieben einem! Zitat aus einer Laieiipredigt, die Br. Stein bei einer Seelenfeier am Versöhnungstag^ gehalten hat und versicherte, Liebe (und Treue des Verstorbenen gedenken werde. Br. Präsident Riese schloß nun die Feier: , Nur beendet, was sterblich an Br. wird weiter unter uns walten erhalten.“ Die Ansprachen waren eingeleitet und umrahmt durch ist. Br. Walter schloß mit Maximilian in Gasteiti daß die Großlogk allezeit in Örgelspiel Friedmann. und Gesänge von Br. Ipia ist Stein war; seine Geisteskraft und sein Andenken lebendig Oberkantijr Wilhelm Br. Expräsident Sanitätsrat Dr. Emil Frankenstein-Magdeburg Unser Distrikt hat wieder einen' schweren Verlust zu beklagen. Br. Expräs. Dr. Emil Frbnkenstein-Magdeburg wurde am 10. Februar zur letzten Ruhe bestattet. Er hat ..nicht nur 35 Jahre dem Orden angehört, sondern die Idee unserer Gemeinschaft hat in ihm eine echte, reine und tiefe Verkörperung erfahren. Aus ihr gewann er die nie rasrende Sehnsucht nach Harmonie mit sich und den Mitmenschen., die .ihn antrieb, unsere Gedanken in seinem Berufsleben und in ausgedehnter Arbeit für das Judentum zu verwirklichen. Er war die Seele und der gute, immer führende Geist der w. Mendelssohn-Loge, der er sechs Ma| als Präsident diente. Von -1924—1928 gehörte er dem Generalkomitee an. Zehn Jahre hat er als V orsitzender des Vorstands seiner Gemeinde zum Segen des von ihm innerlich eHebten Judentums gewirkt. Als vielbeschäftigter Arzt war er dem Kranken immer auch die seelische Stütze. Unaufhörlich strebte er nach eigener geistiger Vertiefung.' um stets neu das Leben mit seinem Geheimnis zu verstehen. Und dieses Verstehen wurde ihm nur durch die Logenidee möglich, die er als -selbstlose Liebe“ bezeichnete und an jedem Tage realisierte. Darum wird das Andenken ah diesen grundgütigen, einheitlichen. reinen Menschen in unserer Gemeinschaft dauernd ein Segen bleiben. A. L. Br. Expräsident Sally Kirschstein Am 11. Januar 1935 verschied iih Alter von 66 Jahren Br. Expräsident Sally Kirschstein. Mit ihm ist ein im wahrsten Sinne ..jüdischer, Mensch und Bruder“ dahingegangen. Sein Wirken im Orden ist ausgezeichnet durch seine vorbildliche Führung zuerst der Deutschen Reichsloge und später der Julius Fenchel-Loge, durch seine Initiative und Mitarbeit bei.der Gründung und die! bis zum letzten Atemzuge unermüdliche Förderung des Altersheims der Berliner Logen. yAber auch außerhalb der eigentlichen Logenarbeit ist Br. Kirschstein im Sinne unserer | Ideale von frühester Jugend bis zu seinem Ableben tätig gewesen. . Schon in jungen Jahren trat;r als Mitgründer und Leiter des jüdischen Volksvereins in den sozialen .Dienst der jüdischen Gemeinschaft tyid betätigte sich als fürsorglicher Beschützer der ausländischen Juden und Kriegsgefangenen während des Weltkrieges. Er widmete sein Interesse der Berufsumschichtung der jüdischen Jugend durch die Förderung des Lehrgutes Halbe bei Berlin. Die größte Liebe des Dahingpgangenen . gehörte der Sammlung und Erhaltung jüdischer Kunst-und Kulturgüter; In m seine tes diesei geschii Juder I eines Sammlungen erregten teresse, und seine imm Gebiete machte Br. tzten Mitarbeiter im icht nur in Fachkreisen größer rege Initiative gerade auf Kirschstein zu einem weit- Gesamtarchiv der (deutschen i n Br. Kirsehstein betrauert der Orden del seiner besten Brüder. Generalkonsul Br. Eugen Landau gestorben am 18- Februar 1935 Br. Eugen Landau, seit fiore-Loge, war eine führende Verlust L. R. 1906 Mitglied der «I. Monte- Persönlichkeit auf wirtschaftlichein Gebiet in Deutschland. Tradition und |Herzensgüte haben ihn frühzeitig zum jüdischen Philantropen gemacht. Jüdische Wohlfahrtseinrichtungen innerhalb tund außerhalb Deutschlands wurden von ihm ederzeit gern bedacht. Für das' in c en 80 iger und 90 igei Jahren des «origen Jahrhunderts arbeitende Hilfskomitee zugunsten 8er russischen Juden bekundete er lebhaftes Interesse. Mit den Brüdern James Simon und Paul Nathan half er im Jahre 1901 den Hilfsverein d :r deutschen Juden begründen, dessen erster Vorsitzender er wurde.- Nach zwei Jahren trat er sein Amt an Br. Jan es Simon ab, den er b :i allen großen Aktionen des Hilfsvereins mit seiner außeiordentliehen organisatorischen Fähigkeit unterstützte. Naeh dem Todeldes Br. James Simon übernahm er wieder die l^eitung des Hilfsvereins. Für die Kolonisation Palästinas und das vom (Hilfsverein begründete Schulwerk im Heiligen Lande .■—■ vim jüdischen Kindergarten bis zum jüdischen Technikum in Haifa — hat Br. Lan lau~stets tiefes Verständnis bewiesen. Nach Gründung des deutschen Keren h ijessod wurzleer dessen Vizepräsident. Dieses Amt bekleiilete er biä/zu seinem Heimgange. feie jüdische Welt wird mit uns, den Bne Briss, liesem hervorragenden Bruder ein t ankhares Gedenken bewahren. Max Liebermann . «r früheg Präsident der Preuß. Akademie der Künste, Inhaber des Adlerschildes des deutschen Reiches, Ehrenbürgsr der Stadt Berlin^ Dr. h. 6'. der Berliner Universität, Ehrenmitglied mehrerer Kunstakademien, ist am Freitag, dem 8. Februar* ds. Js. im Alter-von fast 88 Jahren in die Ewigkeit abberufen worden. Am Mon|tag, dem 11. Februar, hst am frühen Nachmittag auf dem j alten Friedhof der Berliner bringen wir eine Würdigung des großen Künstlers. Bei- Jüdis^hen Gemeinde in der | Schönhauser Allee die^wt setzuag in der Familiengruft stattgefunden. Ip der nächsten Nummer der Großlogenmitteillingen 1 10 t