Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1935
- Issue
- Nr. 1/2 - Januar/Februar (1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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laut, wo Juden hundert Jahre Berufsumschichtung im Auslände Von Br. Mark W i s c h n i t z cir. 1 ' Vor einigen. Tagen setzte ein Führer der ungarischen Juden auseinander, daß die christliche Jugend in ihren früh eren Berufen infolge Verkleinerung des Landes niefit mehr genügend Raum find?t «nid jetzt in die Berufe strömt, in denen Juden in w «fitem Ausmaße beschäftigt sind. Er warnte die ungarischen Juden davor, sich uof h länger Täuschungen du *ch längst begrabene Tlieorien hinzugeben, und mahnt e-eindringlich, sich der hicteren Notwendigkeit, vor die die Jugend sich in der ßifrufswahl gestellt sieht, nicht z t «erschließen. -Diese Argumente werden h *ute fast überall dort die Berufsumschichtung schlecht! in, die die Allgemein-, bildung leben. Es hat fre lieh lange gedauert, — o<ler sogar mehr, bis die Parolen der ersten Träger der Aufklärungs-11: askalah-) Bewegung —: Kehret Zurück zum Handwerk u td zur Landwirtschaft! hrzieht die Jugend zu produktiven Herufen! Gemeingut ""aller geworden sind. Erst seit ..933 erleben wir einen Prozeß der l. mselriclitung ln grölleretn Maßstahe. Die Bewegung hat nicht die deutschen Juden allein ergriffen, sie erfaßt immer mehr die Juden in anderen Ländern, auf <(em europäischen; Kontinent sowohl als auch in t bersee. Der E ntstand, daß «lie-Möglichkeiten einer BeruCsunischichtting in Deutschland beschränkt sind, und daß daher \ iele sich dußcrhalli Deutschlands umschichten müssen, wirkt Ixjispicl- und richtunggebend für die jüdische Jugend in den Ländern, iji «lenen die l uischichtung deutscher Juden heute vor sich geht. \\ eirn ich hier von Berufsurtschichtung spreche, so meine ich zunächst noch nicht die Umschichtung von gei-tigen hzw. kaufmännischen Jerufen zii handwerkliehen und lairdw irtsehaftlichen.sondern die Eüistellung auf Tätigkeitsgebiete, die keine nanuellen' Fertigkeiten «•rfordern. In «lieser Hinsicht hört man verschiedentlich von zum Teil geglückten Versuchen in Sü«lafrika,_Argeiitinien. Brasilien. Chile und mehreren anderen iiher- -eeischen. aller auch in verschiedenen kontinentalen Ländern. Besoildi-rs scheint «lieser Versuch in der südafrikanischen I-nion geglückt -zu sein, <la dorthin in «1er Hauptsache jüngere, unverheiratete Menschen ausgewandert sind, «lie sieh leicht«:r nrnste len können. Di«*««* \rt «1er Bernfsumschi ditung. die nicht mit der Erlernung besonderer llan« fertigkeiten verknüpft i-t. vollzieht sich durch die ein ‘einen Menschen ohne Hinzutun <*ine« ^Organisationsapp irates. ohne «lie Inanspruchnahme dx-soiiderer Mittel, «lie von privat«*r oder Offen tlielwr S<*ite bereitgestellt werden müssen, und ohne die mitunter sehr «chwicr gen Experimente und mühevollen Erfahrungen, «lie mar hei <1 er Umschichtung zum Handwerk und zur Landwirtschaft so vielfach erlebt. ’ Ein schw ierigeres soziologische s Problem bietet je«löch <^i*> Umschichtung zum Handwerli er un«I zum Landwirt. heit beschäftigt und in noch wachsendem Maße lescliäftigen wird. Einer Übersicht des „ZentraDusschusses fü: Hilfe und Aufkauf aus «1er Mitte 1934 ist zu entnelim;n, daß die Beriifsumsehiehtungsarbeit sich in einer Re he von europäisch«*»! Ländern vollzieht. I An erster Stelle ist Dänemark zu nennen, wo auf «Jeni/ Gebiete der hindwirtschaftliclier» Umschichtung außerordentlich viel jeleistet wonlcn ist. W eit über 200 Praktikanten wurden in lan«lwirtschaftlifhen Einzellehrstellen untergehrachl. — ln zweiter Li|nie kommt «lie Ts«*hechoslowakei in Betracht, wo «lie laudwirtschaftlicl: e Ausbildung zumeist in geschlossenen Gruppen und nur zun! Teil in Einzellehrstellen erfolgt. Auch «lort haben wir es mit etwa 230 Ihnschichtlem zu tun, aber <*s entstehen Schwierigkeiten inhezug auf Arbcitserlaulfnis. Jugoslawien bietet .Möglichkeiten auf «liesem Gebiet, «Ire a liier noch nicht voll ausgenutzt wurden. Bisher vollziehl. sich die Umschichtung zur Landwirtschaft in mehreren Zentren, und eine kleine Gruppe! Von jungen Benschen wird handwerklich' in einem L^hrkurs in Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens, ausgehil«let. — Auch Schweiz, Luxemburg, Schwe«len bähen Stätten Ausbildung Umschichtung Italien, für landrd eingerichtet b :w. w in Einzellehrst|ell«*n vor- Selir groß ist die Z »bl der Umscnichtler in und sehr erheblich ist hier die Tätigkeit bedeutendem lau« Umfange. wirtschaft- «letien ,die Praktikanten tihd Milchvon jungen wirtschaftliche auch dort «lie genommen. Frankreich, des H«*chaluz. In ddn östlichen Nachbarländern Deutschlands vollzieht siel» die Umschichtung in so in Pojen, im Memelland, wo es vier gliche Ausbihlungsstätten gibt, in in «ler geimischten Landwirtschaft, Gärtnerei Wirtschaft angelernt werdest; Leuten sind in Memel-Stadt i stellen bei Meistern untergebraclit). — Ferner un«l in Lettland, wo sowohl, «lie landwirtscli auch «liej handwerkliche. Umschichtung auf Gütern, in Schulen |der ,.Ort“ und in Einzfjllehrstellen vor sich geht. Sehr viel wird auch i Gebiete | geleistet, so in e: Zentrum, in «lern 100 Pra kern und 80 zu Landwirten au «gebildet weiden, und in der landwirtschaftlichen Aushijdutigsstätte jn Enschede. Jüngst ist «las Werktlorf Nie polder hinzugetreten-. — Die ’ine Anzahl l handwerklichen Lehrin Litauen aftliclie als Holland luf diesem ein größer »n Chaluztikanten zu Handwerkes] uis W ieiinger Meerhat ein Areal von annähernd 90 Hektar Land, jungfräu helfen Boden, «ler der früher wurde, zur Verfügung gestellt u nd gestattet, sem Land bis 300 Menschen in sus ausg;hil«let werden. Die Grundlage bildet die Ausin allen Zweigen «lei holländisch <; Regierung n Zuidersee abgerungen «laß auf «lioeinem zweijährigen Kur- Landwirtschaft. Neben 6 r