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Der Orden Bne Briss · 1934-10-01 · Nr. 6/7 - Oktober/November · p. Seite 95

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 6/7 - Oktober/November
Date
1934-10-01
Page
Seite 95 (sequence 27)
Language
German
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man hcrvorgegangeii. Vi .geübt werden, und Hau« trennen sind, ho «ind a trennbar vom Gedanken ken an diejenigen, mit i körperliche Hand vj-rkniji hei die Fremde geführt, nie feste. Gewiß bewährt ie die Rräuche der Feste im Hanne und Familie voti ihnen nielit znpch die Gedanken der Feste nielit au Haus und Heimat, vom. Gedanriieii uns das engste seelisehe und ift, au Fltern und Gesell««'isler. J Sn i>t es nur natürlich, daß das Sehnen njeh dem heitnatliehen Hause hei denen, die Beruf oder Sehick'al in stärker .ist als au diesen Tagen der deh oft aueli an ihnen jiidisehe Freundselraft und Gastlichkeit und hilft ihnen iiher vieles hinweg, und gewiß «»erden auch in neuer Heimat n.eue l in- «Iriicke vermittelt. I in von einigen zil erzählen: In einer kleinen. Stadt, in der ein reges jüdisches Lehen herrschte, ««arm alle jüdischen jungen Menscheit regelmäßig an den Festtagen und den Abenden Gäste in den Häusern der F in gesessenen. So kamen viele auf eine nur geringe Anzahl von Gastgehern, und es hatte sich daher im Laufe der Zeit notgedrungen ein gewisser Turnus, eine r< gelmäßige Wiederkehr in der Handhabung dieser Finfadun :eu herausgeliildet. so daß. sie kaum noeh ( berras'chungen' krachten, und jeder im allgemeinen schon im voraus «vußti . hei «ccm er; an dem oder jenem war. " i J Festtage ..Stammgast Ip den Familien h tion. aber nicht . nur djr der Gebote, und so «vi an den Tisch des (Mir befolgt. Da die in dem Stä habend waren, lierrsc armer «»ändernder Brii I iles 0«tens kamen, um mein. Fud wie sie ohne Aufsehen, und so ‘der Feste.1 wieder rrschte strenge Achtung der Tradi-e •r Riten, sondern auch des Geiste«! 1 rde aiich die Vorschrift, die Armen rflusse« zu ziehen, in weitem Maße Itchen wohnenden Juden meist wohl- Ipe ein lebhafter Durchgangsverkehr er. «|äo meist aus den Flend»zentreii Gaben für sich und andere zu <amkpnien. so gingen sie. plötzlich. leise, kamen sie. fast immer zu den Zeiten neuem. <,h|ar,<<-r bekamen sie in einer £anz bescheiden«' stets erst unmittelbar tagen nicht erreichen zum Ahendgottesdien» heim Schamtnes. der Nach Beendigung der provi«ierter Anordnun fanden sich dort zuip stille Gäste an den st 1 jüdischen Herberge. Sie waren fa«l or dein Festheginn angelangt, da sie auf Geschäftsreisen he griffen, ihre Gemeinde zu den Feiervauiiten. und tauchten, dann plötzlich in den Synagogen auf. meldeten sich 1 die Baale hattim benachrichtigte.! Andacht wurden diese Armen in im-j den einzelnen Häusern z.ugetrilt und Fssen ein. Häufig waren sie nur ahleuden Festtafeln, ganz hingegeheu dem seltenen Genuß eines reichen Mahles und einer warmen. freundlichen, festlich aueh aus ihrer Zurii rhellten Stube, aber häufig gingen »ie «jkhaltung heraus, erzählten von ihrer den waren, und auch fühlte dann, wie «las. Abends die eigentlic Jugend und ihren Kindern, die in alle Winde zerstreut «rarvon ihren eigenen Irrfahrten. Man was sie sagten, eine Brücke schlug zu ihrem eigenen ..Daheim*1, das wohl nur ein ganz armselige-. Stübchen in einein fernen Aj-meiivicrtel war. und «loch glänzsie von den ..Minhagimx ihrer Heimat! lirer Art, «lic Feste zu feiern. Oft tyn ihre Augen, wenn erzählten un«l von i gaben dann diiese Schilderungen den Unterhaltungen des Not«‘. unser Gedenken mischt«), sich mit ihren Erinnerungen, und durch sie hitulureh glaub« teil wir die Klänge 1 vor uns stand im Ge aber «loch. w!ie wir hause«. Eine ganz besondere Rolle spielten diese von weither gekommenen Gäste a v den Seder-Abenden. Wenn «ler Hausherr die Häggadah vi rlas. die Kimlcr hei jedem Abschnitt ihre Fragen stellten. nserer eigenen Heimat zu hören, und ste das Bild unseres gewiß einfachen, glaubten, sicher gegründeten F.lternun«l in epischer Breite sich selbst die l[htworten gaben )rchim" in :«l« dies ..«lic inan -io gelehrt butte, pflegten Mirtrag einz.u-c halt liunten und ticlf inni;;eu Erklärungen h gkeit utnj I.iudrn -ich' di.- «jeh n («-läufig sind. Idj * von hiudc.-heiiicii an «rfinen Erklärijul «cn "erlraul wnrdcp. und ht-en I.cgi-nfhin liefert erliieltein. die zweite imlii Var cs keine H« Lern-tuhe wur« B’rak. sich diei jn di«"- Morgen.-jl 1 Wenn daiiu «lic jungen M«|nu|h«-t fänden, noch erliijlt i'.cn noch die iii uiis nachziiklli nj ipm i.-t «lic Pfljc viir fühlten, dal rleclit geworden Gh-ie|iiusseu ui Fipe Deutung reihte cli anzielx-nder a it. daß «lic li-stes id «laß wirklich. ispi lation. filier -die luden alisdehntc. ’ii 1 und die n/u/iigcben. »«'ie für glichkeit nur ihnen mit Schrifttum und ifd die-e. mit zahl- -ge-iliniiieh I. üliei -ich an die .uidi re. s die er-le. Und «n ■ fi-tbezur l.el.ir- und wie ei'n-t in I’iip i-ssach-F.r/ähluii” bi- «1 i« . Schlußifesänge vorüber w-urcu uns ««jeder' auf 011 allem, ««äs wir «Irl j aus dem Schluß; edirlit der Ifagaad. 111 ..('ha--al ssidur I*. dein Heimwege. In gehört hatten, -rhus?«' h k'liiloliatle de)- IY-saeh nach Ge nifir erfüllt'* — und jetzt di-m Sinn sie, Festes wirklich* g-' II. E> «var ahi Festes im Jahrr 1 c g s e r 1 11 n t Morgen vor Beginn (ier Roseh-haschanalilOlLV Nach Wiederh itu Fehl«- erliallenen'l Verw mulmig «»rhielt i*eli über die Feit-roll fmudiger Erwartung iloclt das erste Malsc .fuhr ich .der Heimat il Krieg-hegiun. daß tage Urlaub, entgegen; war »eil «lie Fltern und [Gj-scliwi-ter v«iiuleijsehen und das Neujahrsfest z.uhat mir aus. wie gehen und dojit j-rH*h 1 11sollte. Ifi- Seite der Fltli iiiajiielleii liehen, Bekannten tre/fen wiir«le. wie wir an deji Mahl einnelim!« des letzten Ja| rin Frieden«-. «luldig zählte 9 betreten wiird Kaum wa noeh strahlt« siebtem. «Ia if|l«*-rr«fi«Tif wenigen Minti fort, -welchen sollte ich luici Wir waren wii fe-tlicli geselimiiekten n mul «Ikiiiii noch lange ^ilauucrii würden. .jüchitcSriiseins erfüllt h die Stunden, bis ich di Erstellung von einer Gedanken malte ich' 11 die Svnagnge Tafel gemeinsam das von den Frli-bni'ssen 1 in Gefühl des innemich.uml ungeliiiuslie.be Schwelle täuscliuiig konnte. 1 den selion mt ßte Ort find Stell« z.n •. In trübe Ged, nkeii -und haderte 1 uit <( riUiinig «oriiher und I rende aus allen Ge- 1 . für niieh vor ■taiiim. Ieh ahnte soam nächsten Morgen rst«-n Garuisoiiarzt in M. melden, »pf geschlag-n: eine -größere Ent- ■rden. I11 zwei Stunum rechtzeitig an Storni der Bet V ieder-i hi’nr der *\ at mgegagigenes Teleg t es Ratte. Schon dem den ns tii^-nt bereitet vv ich wiilder ahfahri Kameraden was für ein I etiitigungsfeldl meiner w versunken fulir,i«-I. -in Schicksal. <(a wenigefi Feie tag-Stuuden im Kreise ließ und mich aus «jiner ger: «bbegonii« Tätigkeit im Lazarett riß, I Vi er wTiß der verschlag-n Werilcn« wiird«-. w as eli (neiner lil-bcvoll an lieh inen v« ürden. und Ulierinüi vorgeseRrii-bi1 zugeleilt und urde ich des. letzten Tages. ter Nächte'up mußten sich Vi eise begriil te 1 ml mich «lern gera sturinpfliebti; i-n A rzt Dr.. N. zuteilte. t ka|m ich in IM. an und teile, IcV wurde machte mich dem Chefarztl geführt. ein. l^as war ein 1 .‘«-hmiitiger Ahseliied! in dii- Nacht hinein ■pich nicht einmal die r 'Familie verleben ten w iss«-nsehaftlichen wohin feb nun wie-, für Vorgesetzte und die Müdigkeit; infolge zweier durchwaeb- «Ldie bange Erwartung wohl auf meinem Ge irtete. meldete mich an. der nein Festungslazärett ortfiin ai.f den.Weg. Alsbald der mich in jovialer Je an«vesen«len laml- Die Biittäuseluingeii vor dem Kommenden liebt ausgeprägt und 95

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