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Der Orden Bne Briss · 1934-10-01 · Nr. 6/7 - Oktober/November · p. Seite 94

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 6/7 - Oktober/November
Date
1934-10-01
Page
Seite 94 (sequence 26)
Language
German
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Moment hüllet, als vielmehr eine Familieiitrailition hervorhriiigt. die Eltern und Kinder gemeinsam üusprägen. wenn ihnen der Sinn für eine solche. Tradition noch nicht verloren gegangen Kt. leli möchte eigentlich behaupten. daß er heute erst wieder erwacht., und neu lieh'lit wird, und das acht jetzt, -o seltsam es klingen mag. vielfach \ou der Jugend .aus. Wir Wollen nicht mehr, wie da.- leider hei manchen überheblichen Altersgenossen in \ergangenen Jahren der +all war und der gesamten Jugend zum \orwnrf gemacht wunle. uns an den Anfang'einer- Fntw ickluug stellen. sondern bew ußt uns der Fortführung «manchmal auch l in- und Nenge-taltimg1 alter, jüdischer, häuslicher l beliefern»* hingebeii. . In-olVrn hat die m-Iiimi seif Jahren im Werden begriffene, in uii-crer Lmwelt heute sehr beachtete Familienforseluing und -gcstaltung auch auf uns einen Finlluß ansgeübt. F> muß uns jä ein laüchtes »ein.- -olche Gedankrngäiige wieder auf uns' wirken zu la—eit: halten -ie doch gerade \ orurtcil-freie T\icht juden hei im. für eingewurzelt' und schätzen -ie in hohetu Maße. I)ic»e lebendige \ erhundenheit. die gerade in /eiten der \haeschlo—enheit sehr fruchtbar ist. vermag -■> manchen wieder zu Gott zu führen, wenn die \ot ihn in Religion und göttlicher \ orselnmg' verzweifeln läßt. *0 führt imda- Judentum zur Familie, indem es ungebietet. dic-cii l ag im Hati«c zu feiern, und die Familie zum Judentum, wenn sie d i e G ii t e r in rechter Bedeutung zeigt, die ewige Werte haben. dievin der A ergangenheit galten und in der Zukunft gelten werden. Dii- \/ff'-cliichte. die uns meistens mir eine Leiden — ge-chichte war. hat uns dazu gezwungen, dauernd über F\i»te uzlwreclit igung um '/ D:‘ seinsform nachzudeuhen iiiul zu forseheii. Sie-hat daherefiuch unsere Fitem in einer gewi—en .1 ugeiullichkek erhalten, die steter Kam|d" und oft wechselndes Aufgabengebiet bedingen. Fs ist nie ein Himegetieren zu beobachten, das in der l mwelt oft die Jugend in ihrer Sturms und Drang-. [M-riode aus dem 1 lause treibt, r Dieser geistigen mul seelischen Beweglichkeit steht auf der anderen Seite eine unbedingte Buhe gegenüber, '-ie i-t daranzu verstehen, daß man Glück und l n- , glück in wahrhaft religiösem lhiM'C-vom .Materiellen unabhängig zu machen verstellt- Der Sinn für höhere, . Das jüdische Hai ideejle Güter, wie er durch Beohaelrtung der Religion' (nicht nur im äußerliche^) opvächst, ist erhalten und gestärkt. Es gibt wohl kaum ein besseres W ort dafür, als das von Werfel: „Glück ist der Reichtum der zur Innerlichkeit umgcschmol/.enen W irklielikeit.'" Das kann einefr zerrissenen Jugend Trost, einer starken schöpferisejier Antrieb sein. W er das je empfunden hat, wird verstehen, was der wirkliche Konnex von Jugend und' F.ltijru erfordert. I Solches Glück «fnd F.ljcrn jederzeit bereit zu teilen iiikJ den anderen, insbesondere slen Fremden, merken zu lus-jen, indem das Ohltiin, auch in den schlechtesten Zeilen' eine große, ja nächst der Kindesliebe, größte Kojle im jüdischen Hause spielt. Dies näher ausztiführen, ist hier keineswegs der Ort. Welch UnvergleichlieJi große W irkung das aber auf uns ausi'ibt. kann, an dieser Stelle nicht unberührt bleiben. Fs ist uns \ orbijd und Antrieb, nicht nur sieh und der Familie zu lefyeil, solidem der, großen Gesamtheit. Das zu tun. geloben wir unzählige Male, auch wenn wir nur mit .Gleichaltrigen zusammen sind. Das Gelöbnis in die lat uijizusctzen, dazu werden wir zuerst hier in lebendiger wji;i»e angeregt. Aufopferung lind Hingebung, Aufrichtigkeit und I.iehe sind die Grundlagen 'eines echten Charakters. Sie sehalTeii die Harmonie mit den anderen? > Familienmitgliedern und mit,sieh.' Das Drängen der Jugend und die Güte-und Abgeklärtheit der Alleren wird dqreh die innerliche .Einfühlung ausgeglichen. So wird dje wechselseitige Ergänzung der Generationen erreicht. , •* Das alles kann nur ein skizzenhafter Aufriß dessen s<fin. was unsielithar die Jugend zu dem Elternhause zieht. . l’nendlich mehr empfinden wir und scheuen uns lediglich, es auzuspri-elien. Wissen wir doch, daß mit djeni Moment, wo man l nsiehthares sichtbar macht, es von -einer W irkung verliert, einen anderen Sinn crliäjt ijinl ernüchtert. Wir fühlen mir. daß es etwas Leben- <|iges ist. in uns eingepflanzt seit Generationen, ja «laß wir nur dann bestehen werden, wenn wir die grbße ljänie freudig und bewußt bejahen. Der Dichter Kichprd (Jeer-Hoffmann kleidet es in folgende Worte:^ 1 . . .'tief in uns rinnt ’ .Blut"von Gewesenen —r zu Kommenden rollt's j Blut unserer Väter, voll l iiruli und Stolz. js in der Fremde i. Die klänge der Heimat ertönen auch in der Ferne, lei-e und verhalten, wenn Arbeit und Zerstreuung den Tag ausfüllen. klar und vernehmlich in der} Stünden der Besinn* lichkeit und des Nachdenkens. Uml was brächte wohl mehr Nach-innen als die Tage unserer jüdischen Feste: jene Weihetage einer Scelenfreude.. eines Feierns des Geistes, ernst und doch voll fröhlicher Zuversicht, mit ganz wenigen Ausnahmen frei von * ausgelassener Heiterkeit und doch freudvoll in den Xulierungen eines nicht besiegbaren Optimismus und eines nie zu erstickenden Glaubens. Wenn im Hause die Texte der Liturgien nachklingen. nid die Allschnitte der Schrift, die Psalmeil und Gebete, lie die Ordnung des Tages bilden, von neuem gelesen werT Jdcn, die Poesie der Dichtungen und die W'eihe des priesterlieben Segens immer wieder lebendig werden, so ist das Bejwüfitsein wach, ein Glied des Hauses Israel zu sein, zusaminenzustehen und ein Schicksal zu teilen mit allen, die in idiesem Hause wohnen, allen Brüdern und Schwestern im [Be’th Jaakob. '' Dieses glückhafte Empfinden ist am stärksten im ) Scholle der eigenen Familie, inmitten des Hausesaus'dem

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