Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 6/7 - Oktober/November
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 84 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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f' « * r" Da wird z. B. für den als Wochenstube dienenden Raum ein Amulett, ein farbenfrohes Blatt zur Abwehr der bösen Geister an die V and _ gehängt, da erstrahlt am Sabbat die Wohnstube im Schein der vieldochtigcn •Sabbatlampe, im Kerzengcflimnier des traditionellen Leuchterpaares oder des drei- bis vierarmigen Kandelabers. Die eigens für den Sabhatgebrauch gestickte Tischdecke wird auspebreitet, wie die kleine Decke für die Sabbatbrote mit den vom Misrach her bekannten Emblemen und der krausen Rankeiiornamentik volkstümlicher Kunstiibüng. von Flitter, Damast. Atlas und Samt verwehrte, hatte er den Kleiderluxus ini Auei. Es wurde demgegenüber ausdrücklich erlaflbt. „Tisclje und Betten“ mit dem verbotenen Tand zu schmücken. Die Ausstattung des jüdischen Hauses erreicht ihre glanzvollste Entfaltung an len Feiertagen. Das für das l’essaebmahl bestimmte, einmal im Jahr-nur acht Tage benutzte Festtafelgeschirr, t ie Zierdeeken für den Seder,- tiseli und die Mazzot, die besonderen Sederschüsseln, die mannigfaltigen \\ endli cher, der Ziefbezug für das Ruhekissen des Hausherrn, dies mit «lern entsprechenden T4 Seder aus derin Spanien geschriebenen Haggadahhandschrift. British Museun. Aus der Kunstzei'schrift „Rimon“ 1922, Heft Add. 14 761. Soll noch der für Sabbatanfang und Sabbatausgang bestimmten Geräte gedacht werden, 'der zierlichen Besomimbüchse für die Gewürze, der kunstvoll ersonnenen Halter für die Habdalakerze, der fein ziselierten und gravierten Weinbecher, die mit auf die Zweckbestimmung bezogenem Dekor uiid frommen Sprüchen geschmückt erscheinen? . Gottgefällig war es,'das Haus, zu schmücken; verpönt nur Prachtentfaltung, wenn sie persönlicher Eitelkeit und Gefallsucht dienen sollte. Als der Landtag der jüdischen (gemeinden Litauens-im 1^. Jahrhundert dem jüdischen Handwerk die Verwendung von Gold- und Silberborten, mit Silber Bilderschmuck und den gewebten, eingebrannten Chanukkalampe für das tragen der Liebesgaben ind Gold durebwirktem Leinen, nicht selten ein gestickten, eirf- Weibe- und Widimlngsformeln versehen, die Etrogbehä Iter für das Laubhüttenfest, die Haus, die Purimteller zum Ausall die schönen für den Hausritas von fleißiger Handwerkerhand gefertigten Dinge kommen einmal schein, verklären, entrü iken das Haus dem nüchternen Alltag, weihen es dem im Laufe des Jahres zum ,Vor¬ Gedenken. 84