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Der Orden Bne Briss · 1934-10-01 · Nr. 6/7 - Oktober/November · p. Seite 82

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 6/7 - Oktober/November
Date
1934-10-01
Page
Seite 82 (sequence 14)
Language
German
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Kinder sogar über Sabbate mul Feiertage auch solchen Eltern. in deren Heim . die heilige Klamme noch in dieser oder lener Form genährt wurde. I ml so mancher Jiiuirliiiir. der -ie in einem jiiili-eh \erdorrten A atcrhaus zu mächtigem Aufindern gebracht hätte. mag gerade dafür zu früh mit 'der eifernden Begeisterung de. C.lialuz liarli I’alä-tina davÖligestürmt »ein. Anderer«eit» muß e» eben der Jugendlichkeit de» Zionismus a|s ein w e»entlicher Aktivposten gebucht werden. daß er — um nun sofort einmal zu v craiischaulielien. worauf-eankommt die alte jüdische Sitte de« häuslichen Opfer-tockefiir-eine gleichv icl. w elelielll liesonderen Zweek gewidmete - ZtMakah wiedi-r neu lielelit und weit verbreitet hat. liier ist doeli für alt und jung gemein-amc, konkrete \ erwirk 1 i«*liim<r der ..G'miluth Kha—adim". einer jener sozialen .Grund- ]>flieliten de« Juden, um deren ..l nerinef.ilichkeit" eillje in da« tägliche Morgengehet iihergegangcne Miseliualf -prieht. lim «ie natiirlieh zunäeh«t ih'in Begründer eines jüdischen Hauses an« Herz zu legen. nicht denen, die erst, darin groß werden «ollen. An den Kltern i«t es al«o. ilirem Nachwuchs die Erfüllung lies dort als,erstes der 1 linse, -die einen ..Keren k-jjemeth" t Kajritalstoek i fürs Jen-eil« heileuten. wieder eingesrhärflen fünften Gebotes nielit dadurch zu er-eliw ere.il. dal.l sii1 ilun das \ orhild der ..Mildtätigkeit" schuldig bleiben. Flienso aller ist e« aueli ait den jüdischen Kltern. dafür Sorge zu tragen, daß^ihreii Häu-ern von. jenen Ko»tharkeiteii nielit just die eine völlig f«-lilt. welche 'nach der gleichen (Quelle ..ijlle anderen zu«ammen aufwiest'', nämlich: ..Talmud T)iorah". al-o — allgemein und modern gesprochen.'— da« W i»«en um un«er Judentum. Wenn e» nun leiiler ehen an diesem. \\ i.««en. das «ie weiterzusehen hätten, mir allzu vielen Kljern seihst gelirieht. so genügt es demgegenüber keineswegs. daLi die pflichtbewußtesten unter ihnen wenigsten« dem Religionsunterricht in'der Sehule oder der Arbeit geistig «treh-amiT J ugciidhündc keine Seliw Irrigkeiten hereiten. Das vieldeutige Wort eines hekanuteii nicht jüdischen I-ehrer« der Pädagogik um der ,.\ ersrhiilung" Deutschland«' mul.lte dessen jüdischen Bev ölkerungsteil insofern be-onder« treffen, als hier durch \ ersälimnisse des Eltrrilhau-e« an .den öffentlichen l nterricht oft' Anforderungen gestellt wurden, die er seiner Natur nach' gar nielit zu erfüllen vermag. I ml auch der hestgejeitete ..Heimahend" unter nur Jugendlichen leistet nielit entfernt das. was unsere Tradition dein jüdischen Hause zur erzieheri»chen Aufgabe gemacht hat. F.s ist in einem Atemzug mit dem hebräischen Ausdruck ..Khinnuch” gesagt. Wer ificli hei diesem W ort alshald durch die Gemeinsamkeit de« sprachlichen Stammes an ..Chanukkah“ erinnert fühlt, mag dies für den, vorliegenden Zusammenhang,—~ denn es handelte «ich dann in der Tat um ein elementares Beispiel von ('.hiimueh in dem entlegeneren Sinne tun, daß unser l.ichterfest der.Tempel-..W eihe" .nachgerade den Clirist- Kaum seihst aus dem letzten, auch nur irgendwie als jüdisch zu bezeichnenden Hause endlich verdrängt haben müßte. Aji sich aber betrifft der Chinnuch, wenn er «ich statt auf ein Bauwerk auf den Menschen bezieht, gar nicht» W eihevolles oder Feierliches, sondern im <regenteil da» in dVs Wortes edelster Bedeutung „Gewöhnliche". Die eipzige. fiir unseren Zwec«k geradezu unschätzbare Schrift«telle. an der das Wort gebraucht ist. hat auch I.uther demgemäß übersetzt: „\\ ie man einen Knaben g e w ü h net. so läßt er nicht davon, wenn er alt wird" i Sprüche Salomos 22. 6>. Kr befindet «ich dabei in \oll-ter (’ berein-tiiiunung mit dem Talmud. der in »einem Jom-Kippur-Traktat lehrt, man '-olle. ..mp die Kinder an Pflichterfüllung zu gewöhnen", seihst «fie -ehu lieblichen und namentlich auch die Mädchen schon ein paar Jahre \ot* dem „Mizwoh"-AIter stundenweise zu dem fiir.die Krwachsialen durch Mose gebotenen volltägigeil Fasten auhalten. W ir sehen, es gibt in weitester Abstufung Minimalforderungen des <'.liinniirh. die nach unten wohl ebenso unendlich sind, wie die maximalen nach oben, so daß sich ihnen Kltern. denen cs nur im geringsten um ein ..jüdisches Haus” zu tun ist. niemals mit annehmbaren Gründen werden entziehen können. Denn hier geht es gar nicht um ein W issen. sondern einzig und allein um "den W illen. Wem z. B. zum Glanzpunkt jüdischer Familienfeiern, dem J*eder. jeder andere Zugang verschlossen wäre, der brauchte am Knde nur einmal, mit seinen Kindern um die Speisetafel versammelt, ihm erste Kapitel des Heine"sehen ..Babjii von ' Barharaeh“ — übrigens trotz allem füll g|niz prachtvoller Hymnus auf das jüdische Mails - - ani Vorabend des lö. Nissan, zu durchlesen und durchleben. Kr hätte dann nicht nur das jeden Seder einleitende ..llo I.aehmo Anjo“ im deutschen W ortlaut gesproehen und damit sich und die Seinen an eine der oben erwähnten jüdischen Gfundpflichten. die der Gastfreiheit, erinnert, sondern auch auf bescheidenste W eise das 1er ..Haggadah“ buchstäblich zugrunde liegende Thoräh-Gebot des Gedenkens an unsere Befreiung aus Ägypten. ..Ki-zähF es deinem Sohn an diesem Tage" (2. Mos. ] 3. öl. befolgt. Selbstverständlich hat die Tochter den gleichen Rechtsanspruch, wie der Sohn, als Objekt des Ghinnuch. was wir soeben hejin Jom Kippur schon fandefi. Und daß gar sein Subjekt nach altjüdischer Auffassung die Älutter durchaus nicht weniger als der Ä'ater zu sein hat, könnte man iir mündlicher .und schriftlicher Ljelire reichlich belegen. Hier sei dafür nur aus dem bereits genannten Traktat die kemhaft kurze Gleichung zitiert:- „Das Haus, d. li. die Ehegattin“. I Gewiß verlangt, soll jhr voll entsprochen werden, die dem jüdischen Haus |durch das Religionsgesetz gestellte Krziehungsaufgabe j von Eltern wie Kindern Ge-

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