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Der Orden Bne Briss · 1934-10-01 · Nr. 6/7 - Oktober/November · p. Seite 80

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 6/7 - Oktober/November
Date
1934-10-01
Page
Seite 80 (sequence 12)
Language
German
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wir durch die Beschäftigung mit unserer Lehre und den eisheitsbüchem' unserer Geistesheroen erlangen. - Aus diesen heiligen Büchern, schöpfen wir die Kraft, auch im ärgsten Sturm uns zurechtzufhiden. Durch die Vertiefung in ihre .Gedanken werden wir zum Ia'hen strengster Pflichterfüllung \or Gott erz-ogen. Ruhe und Seelenfrieden zieht in unser Gemüt. Haus und Familie sind erfüllt von reiner Freude, die keine Mischung mit der Freude lauter Veranstaltungen, von- Volksfesten und Hochzeiten, des Tanzes und des Sports verträgt. So verlegt in die Mitte desselben drei von den platten, ungesäuerten Broteli., veldeckt sie mit leiner Serviette und stellt auf diesen erhöhten Platz sechs kleine Schüsseln, worin symbolische Speisen enthalten, nämlich eiy F.i. Lattich. Mairettichwurzel, ein Lammknochen ui|d eine braune Mischung von Rosinen, Zimrnet und Nüssen. A|ti diesen Tisch setzt sich der Hausvater mit allen Verwandten und Genossen und liest ihnen vor aus ein ‘in abenteuerlichen Buche, das1 lieif.il. um dessen^ Inhalt eine seltsame / 6T i Freitag Abpnd Moritz Oppenheim wenden wir mehr als den siebenten Teil unseres Daseins auf die Erhaltung kind Belebung unserer geistigen Güter und der großen Ideen, die unser lieben tragen. Das Fest abei, das am allermeisten Fest des jüdischen Hauses ist. ist der S e d e r a b e n d. ’ Schon in der Anordnung des Gottesdienstes ist darauf hingewiesCn,. daß das esentliche der Feier im Hause liegt. Denn man läßt den Kiddusch, in der Synagoge fort in der Annahme, daß je^Jer Jude an diesen beiden Abenden seinen Platz am Familientische findet und die eilie des Tages im jüdischen Hause erlebt. Klassisch schildert Heineim ,.Rabhi von Bacharach"* dieses Fest des ewigen Gedenkens der Befreiung -aus der ägyptischen Knechtschaft: „Sobald“ es Nacht ist, zündet die Hausfrau die t Lichter an, breitet das Tafeltuch über den Tisch, Mischung ist von Sägen der Vorfahren, Wunder- Geschichten 'aus Ägypten, kuriosen Erzählungen, und Festliedern. Eine große in die Mitte dieser Feier Streitfragen, Gebeten Abendmahlzeit wird wird zu bestimmten bolischen Gerichten eingeschoben, und sögar während des Vorlesens Zeiten etwas von den symgek ostet sowie alsdann auch Stückchen von dem j ungesäuerten Brote gegessen und vier Becher rotjen Weines getrunken werden. Wehmütig, heiter, ernsthaft spielend und märchenhaft geheimnisvoll isl der Charakter dieser Abendfeier, und der herkönfmlich singende Ton, womit die Agade von dem Hausvater vörgelesen und Zuweilen chorartig von den ^uhörem nachgesprochen wird, klingt so schauervoll innig, so mütterlich einlpllend und zugleich so hastig aufweckend, daß selbst die- 80

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