Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1934-10-01 · Nr. 6/7 - Oktober/November · p. Seite 77

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 6/7 - Oktober/November
Date
1934-10-01
Page
Seite 77 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/6727475-6029209-6074901--3088-4869656
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Generationen haben,j liebevoll versenkt in den des Gesetzes, mit ihrer Phantasie und der Feinheil Knipfiiidungsleheiis an jder Gestaltung ries jiidii Hause« geformt. Sie hahep Sitte und Brauch, dem gesetz gleichwertig, seinem Wesen beigefügt und el in ehernen Zügen seinen kindhaft reine Gemüter, den, und lesen und wer dieses B Iderhuch der jüdischen verstehen leri frohgemuten und zugleich innigen Naivität der grundlegenden mittelt. Gefühle Der Aufhorchende selhslverantwortlichen P los. das ihn die Tränen der Bedrückten ,\crsteheu Ks senkt sieh auf ihn große Auserwälibulgserh las Lehen eingegrahen. Ks die (Liese Bildersprache t, übernimmt etwas von riebt das Frcihcrtsgefülil. .der rsönliehkeit hei der 1 Geis|t ihn sehei i hora Ge däehtnis an Leid und Freud der jüdischen Gemeinschaft waren erfan-, Seele jener Welt- und .Menschenauffassi'ing, die gradlinig einfaeli die »Trotz solcher Haus kein lietisi teil, daß wahre K in einem a4ketisc sehe I^‘ben führt die Sahhatt|ih den lichtefhellie bietet heim belustigt si der Grvretzr sfre mir ein einziges rh-r Welt, r mensehlielier Gesittung verzwischen dfin Yt läßt. I)alie rinne- Seele Unterschüßen von i llem Feiertagstunnnel der lauten \\ ejt. Si|e hat ihr eigenes Charakteristikum; denn sie ist gebunden in ein« sitlliehe Idre. Der Jude tanzt, weil er das Gesetz erfüll|t u(id das Hludium der Lehre durclirinnerung an lehrt. (Juten Üb» ruugslektUre des Auszug * am Sederahend. Seim wiederholt das hie zu veigessende Erlebnis vom Sklavengeführt hai, ertrinkt in der Böte. Sein;: eit, verlustig, zur Orgie :* ne Pforten, eht Shyloek n seiner winzigen lVrsctn das inis »ler Urväter heim \\ und „Lernen“ in der S«hawuothnacht, wenn d«*r »‘rst Frühscliein die Nacht Jes emsigen Studiums »rliellt, und er die Erlösung der Beele seihst verspürt dtiridi da- Geschenk der ewigen Lehr«*. Er hält erscliütt«-rn«le Einkehr in sieb selbst, wird zum Richter »les eigenr erzogen und erlebt mit den Tränen des Siimhiib len nach Reinheit, das i fließenden Wassern, di» seins ein kindhaftes Seil »lie Natur hinaustreibt, z Vergehen in die Unendli» likeit hiuaustragen sollen bei allem lernt er es, »lic freudiger Dankbarkeit za empfangt*!! und zu gleicher Zeit seine Unhill in wett«! mit Gleiclunuf zu ertragen. Gesetze, Sitten und Lräuche, «lie «liese Ideen in sich bergen, werden so zu u Ich wußtihn in seine Und irdischen Güter des Lehens in roffener Hütte als Mcnsc starken, eindrucksvollen Er- , lebnissen, uni so unvergeßlicher, da die teuersten Gestalten des Hauses, Vater und Mutter, bei ihrer Ausgestaltung und Verdeutlichung tätig sind. Auf heiligem Grunde erhält damit das jüdische Haus die Kräfte «ler Autorität, welche sichtbire Schranken zieht zwischen dem bewußten anor«lnen len Geist und dem dankbaren Schüler. Es macht die E tem zu Führern im Hanse, zu Trägem einer geistigen A mosphäre. Sie vertreten G<*setz und Bindung, sie tragen n das Heim den feiertäglichen Ernst der jüdischen Lekre, sie geben «lie Aussprache über'ein Kulturgut weiter, das Jahrtausende hindurch ein Volk als Geistesgemcinschaft zusammenhielt. Man vergißt nicht die Achtun ' vor dem Vater, «lessen Vltiml die erste Erkenntnis decj Ewigen vermittelte, und die L-lieii Krön«*, der gelassenheit, die jüdis«*h«* II aus sc Seelenkeni er, nia|c Verstörung zum verli« heillos Triebhaljtt n Bereits da i «len Geb^t H ein ^'ahtzj»1 hafter Lei :*U<] e Grundstimni iingen schafft das jüdische es Biißerinilioü. Seine Bildner wußraftzu starker Tätigkeit nicht-gedeiht' «-frömmelnden Ix-heimzwang. Das jüdi-- Freude, Spiel, Ge-ang. Fs Frie«lens«*ngeln geleitet, an teil FesU'stisch. Es verehr Chanukkahkerzen die Arbeit iiu-l übermütigen SjiiFl. Ks jubelt am Ta,- und gestattet einmal im Jahre, aber t sch igefülil will Licht, iraut, von iesehmüc Schci h an dpi. sogar «len Rausch, d«jr die Härten n Gt*<j«-ns itz zwisel en Mordeciiaj und Hainau, dem 'Verfolger, vergess«*n im jüdischen Hause wohl rfolgten um] hleiht <li|e Freude - das Reinl Stop zu;en ili R-ssic sie ,Ki i Das | j idisclie Da den Sieg «hrs Freude wird nie ihrer Vor IeLehi.fertiger Ausiilireti kann, schließt das Shakespeare, der walirj? nicht nur zuhi Träger der iidis«jit-ir Seele und Iessiea nicht völlig f eine meines-Hauses Ohren alle Ha Ge Straße durchtolien w ird, warnt er «lie Fenster. dei^j hten |)irn|ehen. 4b '-'Shyloek V°ni Maskentruliel mir, der -ein Kiiijrl: mein’ ich liielit drin innig dajikjt läßt, weüii ehrbar dii; schamli itracht Erlebnisse der W'elt Verle sehen nie den Eindnick seines Haus zurt Lehrer reinen Bildes, des stillen sein Auge vor der; Welt mit Gott Zwiesprache halten läßt. «les Stoffl mäßigen, gehen aus das Gott gehören de i ‘«liselie wird, von jedem Wor:e, das der Elent« nte in «ler Ngtur di« fers erkennt. Die sie erford?rt von den WilRn zur. B ebensclning liietet Mg 3 und Si tte. I Mine Auf«lringjlichkeit einer rein klärtiug t her geschlechtliche Beters im weißen Mantel, der verschließt lind sein Innerstes gesetze ijdit «lie 1 ünth dtsamk *it gegenüber, «len Reizen ichett, lehrt Abscheu vor «lern tierisch Blut- Heimln-he Sinflüss;'der Gefülil^verfeinerung von: je lern Segensspruch, mit dem bei Tisch Gut in Besitz genommen beim grandiejsen Aufruhr, Erhabenheit|ihres Schöp- S’atiiliat ihren ewigen Herrscher, und lern pm Ebenbild Gottes Geschaffenen Der Bund «ler .Väter georte, ohne die gewaltsame verstandesm$ßigen Auf- Fragen, wird jdas .jü«lische ijnd flaß «len Schall der albern Geckerei Haus“, und dieser Gewühafte-Scheu, <1 liilegen soll io sie erröten i& hat « ine eigene N »etz hai i ote in allem cht .ihm soke Seele ein. marg« ndlicht\ G«*kct ist mit seinem Symbol, lernen, «lie :!iunichst von Herz um) Hirn ruhen, ( iciieu der Ueherrsc liung und Bämligung trielilenscharten. Die strenge Befolgung der Speisedifre i die h eiligung «les Liebesgedankens in sjeinem B« zirk, wie sie keine Univve hat. Seid tiefer EniBt stellt auch «liese Lebensfragen unter die'Richts«luiur freiwill t je geboten wichtigsten g geachteter 77 . -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.