Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 4/5 - August/September (8.1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 48 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese sechs Stücke le: teil täglich, ob es Arbeite, ob es Feiertag ist,* das Achtzt lmgebet ein. , Zwischen sie ist am Wochentage die folgende Reihe von Ritten eingefügt, mit denen der Sinn huf das wirklich Wichtige hingelenkt wird. > , Sie beginnt mit dem Dank für das Licht d<jr Vernunft und der Bitte, (laß Gott mit dieser Gjahe uns fürder begnaden möge und uns waclisen lasse au Einsicht und Erkennen. Vi er würde, hätten die Meister es nicht sorgsam so geformt, von sich aus die Reife haben, in seinem Beten daran zu denken? Und man: braucht sich auch in Zeiten, in denen anderen Seelenkräften Vorrang zuerkannt wird, lessen nicht zu'schämen, daß das jüdische Gehet der Vernunft ihr Recht beläßt. Vernunft ist allzuleiclu im Ich verankert, dem Ich Kranken, und die sechste, die um Fruchtbaikei des Bodens bittet, derer Schon in der Bitte im Erlösung war von Israels Not die Rede. Das Thema Bitte mit dem Gehet streuten, in der i setzt sich f§rt in der siebenten im Sammlung der Zereilten, die von gerechtem verhaftet. Aber nicht da:, dem Maß der Dinge ist immer wieder der eg zu Darum stellt die zweite Ritte die Umkehr in~den Mittelpunkt, die Teschuwa möglich ist. soll jeden Tag kehr äst das große Geheim Ich darf Maßstah sein, son- Gc|tt allein. Vom Ich muß ilijii zurückgefunden werden. er l. Daß jeden Tag Erneuerung bewußt werden. Iii die Umlis des Zusammenwirkens von hau des zerstört wäre; darauf den Sinn und, Geborgenheit sein Erkenntnis des Verges? notwendig. Von ihm schließt sich als zwölfte Gottes Gnade und menschlichem Tun eingebettet. Die Umkehr ist nicht ohne des Menschen eigenes Zutun möglich, und es'ist gut, daß diese jüdische Haltung täglich neu ins Bewußtsein gehoben wird, aher <j'e Vergehung ist allein Gottes Sache, seine Gnäde. Um das Geschenk der Vergebung.-— und wer bedurfte ihrer nicht täglich? — kreist die dritte Bittfc. Der Vergebung bedarf <jer Mensch für sich. Aber nicht er soll im Mittelpunkt Rehen, sondern d^e Gemeinschaft. Die Gemeinschaft | aber, das leidende Israel,_bedarf der Erlösung. Die 'Wohltat der E r 1 ö s u n g , die Israel nie als ein Individuelles, sondern als e it Soziales begreift, erfleht die vierte B^tte. Auf die Gerneinschaft zielen alle die folgenden Bitten hin. Die fünfte, die um Heilung der Kran iln bittet, nicht jdieses einzelnen, vielleicht eben kraukjen Menschen, soijdern der alle bedürfen. Gericht redet und t m Richter bittet, die dem Fühlen Israels nicht fremd sind, in der neunten, die nir Abwehr der Verleumdung, bittet, die etw ‘ wider Israel sich erhebl, und um Ausschaltung der Gewalttat. -Ein Gehet fü zu Israel sich bekennenden Proselyten und für di Thorakundigen ist in d , Es wäre seltsam, w r die Frommen, für all: .■r zehnten Bitte angefügt. um nicht vom W iederauf e n Jerusalem die Redj:; u lenken, daß man in der Ruh^- nicht vergäße, war in weiser >113 und des Wunsches danach andelt die elfte Bitte. An sie mit der Erinnerung an das davidisclie Haus die Bitte ui i das. Kommen des Davidssproü, des Messias, an, so den Blick von der Gegenwart auf das ewige Ziel lenkend. Und die ganze Reihe beschließt mit der dreizehnten Bi te ein Gebet um williges Gehör, Stärkung der Zuversicht, daß man nicht nur zur Erleichterung der e genen Se£le betet, sondern vor dem Ohr des gnädigen ipid auf alle hörenden Gottes. Achtzehngebet in seinem Aufzugleich Ausdruck des Empfinrechter Frömmigkeit ist, (Jann wird man sich dessen 'lewußt. daß es ein Frommsein eigener Art und zugleich ein Lehrgebäude des Judentums umschließt. Darum hat man cs auch die Überschaut man da: hau, erwägt man. wie e dens und Erziehung zu aß schlechthin, das Geb gessen werden darf, d Wortes „Gericht“ ist, G^: die Zeij, die an der c f i 11 a h e t, genannt, wobei nicht verewi Die ers teh Mit der preisgekrönt Achtzehngebets“ begann tyii Blätter als Huldigungsgabt schaftliclien Forschungen « gottesdienstlichen Ritu ^Hauptwerk „Der jüdisch. > schiclitlichen Entwicklung1 fanden. Schön, in der erwäjin darauf hin, daß die Te/>. 48 urkundliche Dogmenfixierung in)i Judentum durch| das Achtzehngebet. Von Br. C. Seligmann, Frankfurt. Arbeit: „Geschichte des . Prof. Elbogen, dem diese gewidmet sind, sfeine wissendem Gebiete (lies jüdischen e mit seinem , klassischen Gottesdienst ini seiner geihren krönenden Abschluß uf di. die Grundbedeutung dieses rieht über sich selbst und über gen* Forderung gemessen wird. teti Preisarbeit weist Elbogen l nilla, gewöhnlich Schimone Eure oder Achtzehngebet genannt, aus Bekenntnis und Bitte bestehe1) u:id daß in diesem Gebet katexochen die allgemein giltigen religiösen Gedanken der Gesamtheit zun Ausdruck gebracht werden*). Insbesondere hebt Elbe gen die wiederholte Betonung des Dogmas der Aufers ehung*) und die messianischen *) Gesch. d. Achtzehngel ets S. 48. ’) ib. S. 13. *) ib. S. 51, wo Elbogen säische Einrichtung zur Abv diese wiederholte Betonung als phariehr der sadduzäischen Leugnung der Lehre von der Wiederbelebung der Toten bezeichnet; vgl. E., der jüdische Gottesdienst’ S. 29 |u- 44.