Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 4/5 - August/September (8.1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Herz heftig schlägt,« Nicht f!ür das Gute oder Böse, das ..objektiv" auf der jeiiieu o«ler anderen Seite sein mag. sondern für das pcditische Geschehen als solcties. und nur für dieses, ist seine Seele weit geöffnet. Am wenigsten findet in ihrf moralisches Raisonneinent Platz. Der Mensch, und nur der Mensch in seiner am höchsten geschätzte« und geliebten Betätigung. im jiolitischeii W irken und Durchsetzen, stellt im Brennpunkt. Das ist ein Realismus, den man durchgeistigt nennen kann, weil sein Gegenstand, die politisch-historische W irkliehkeit. in sieh als ideengelatleh ehipfunden wird. AJier diese Ideen empfanden ihre Legitimation von keinem Gott, noch irgendeinem philosophisch erdichteten Himmel der Ideen, sondern sie sind der unmittelbare Sinn menschlich-politischen Handelns. ‘ F.s <ril»t keinen weiteren Abstandals. den zwischen diesem Standpunkt und dem'prophetischen. Es ist wirklich die Distanz zwischen Hjimmel und Erde. Und nirgends kann man : sich vielleicht den grundsätzlichen Unterschied zwischen bib|ischem und klassischem Denken klarer midien als gn diesem Beispiel. Doch soll' impi sich davor hüten, den biblischen Menschen als völlig eptmaehtet anzusehen. Der unlüs-, liehe W iderspnieli zwischen Gottes Allmacht und menschlicher Freiheit muß in Kauf genommen werden. In ihm ruht, aufs Ganze gesehen, die Grundlage der jüdischen mul nicht weniger der christlichen Gläubigkeit. Für das. fwas diese zutiefst ist, muß als Quelle, viel mehr als die ausgesprochene Lehre, die Persönlichkeit des Propheten fruchthir gemacht werden. Seine Leidenschaftlichkeit, seine Parteinahme für den letztlich alles allein bestimmenden Gjott offenbart nicht weniger Freiheit iyid Individualität 41s' die Freude des Helleneu an dem Ringen Kräfte. Die theo :1er auf sich gestellten menschlichen ogisclie Diskussion über die Möglichkeit und die Grelize der menschlichen F’reiheil ist für die Religion uniijteressaut. Der Mensch, als Persönlichkeit gesellen, ist immer frei. Aber es kommt darauf an. welchen von den verschiedenen Typen Mensch er dar- ' stellt. Die Bibel und alles, was auf ihr« fußt, hat tlas Bild von einem Menschen gemalt, dessen Sinn eigentlich nicht er seihst, sondern Gott ist. Das will sagen, sie hat ihn mit dealen und Handlungsinelen bebürdet. an deren Yerfo g er notwendig scheitert. Daher der Grundaffekt der Religion, die Buße und ihre Kardinaltugend. die Demut. Doch zum äußersten rettet (iott der Erlöser. Das i»t die eigentliche Religiosität unseres Trostpropheten und aller derer, die ihm folgen. Sie sehen eine ewig zerschlagene Welt und wissen doch, daß das nicht das Ganze ist. Daher weitet siel» ihr Llniversum ins phantastisch Grenzenlose. Dein stejht der 'griechische Kosnos gegenüber, der nicht oft eine anschaulichere Darstellung gefunden hat als eben durch Thukydjdes. Sein Merkmal ist die Grenze, so wie der Menschen auf t ieser W elt vornehmste Tugend die Besonnenheit. das Maßhalten ist. Hier werden alle erdhaft mensclilicl en Kräfte ausgeschöpft zur Erfüllung des wohlgemnd »ten Ganzen. Es ist auch in der griechischen Welt nicht immer so geblieben. Ihr größter Denker, Platon, dureistößt die diesen Kosmos einengenden Schranken, und zwar nach einer Ric ltung hin. die von den späteren .fgden und Christen a ’s verwandt mit dem biblischen Denken empfunden wu -de. Er ist darum auch zu einein verehrten Lehrer Kirche geworddn. Gegenwarfsaufgaben jüdischer Geschichtsforschung | Von Br. A d o.l EirufiO. Gebi*rtstag ruft Plrinncriing wach. reizt zur Dankbarkeit an. ijiahnt zur Besinnlichkeit. Es läßt sieh;.r. einem solche^ Tage bereits der Ertrag des Leben« überschauen. Dai gilt in besonderem Maße von unserem Jubilar. Eine persönliche Erinnerung sei mir zunächst gestattet. Als ich im( SonimCTseinester 1898 das jüdisch-theologisclie Seminar in Breslau als Student bezog, befand sieh . Prüfungen, als de gleichen Jahre c Rahliinatskand ■an ihm die ar Doppelteil von Die reiche t Tätigkeit, die faltet hat. ruft smar Elhogen am Anfang de r Schliißren Ziel delr Rahbincrtitel winkte. Im rschien seine Doktordissertalion , über ‘eine I»ok ick. Scho is «und sei io|i damals flößte die «in Werk Spinoza.« im Drue \ n-bi-itigkeit soiijes W issens «und seine praktische Tiiclttigkeit uns jungen Hörerij einen außerordentlichen Respekt ein: war er «loch inj Bibel lind Talmud, in den Pesponsen eler Geopim wie ijn der jüdischen Geschichte und Religionspiiilosophie gleich gut beschlagen, galt er «loch ferner als ein lierv orrajgeiider Lehrer. Diese Wertung seines Könnens und seiner Person fand auch ihren Ausdruck in den) Abscliie«lsv|orteii. mit denen uns«^r sei. 44 wenn er nicht bedeutet, wem Vielleicht daiH der deutschen immer regere dieses späteren Judentums wie dei f Kober, Köln Lehrer Semina Tabbiner Profe-ssor Dr. Israel Lew v den idaten ins praktische Lehen entließ: «laß Elia gerichtete Bitte Eli$chas uni den seinem Geiste in Erfüllung gehen nügr. wissenschaftliche und organisatorische Elhogen seitdem in langen Jahren entaufrichtigen und herzlichen Dank ii, uns hervor. F'iu solcher Geburtstag aber i*t erst fruchtbar. ein Ende, sondern einen neuen Ar fang l von ihm neue Anregungen ausgehen. icli mir für das Gebiet «1er Gescheht«? Juden, der Elhogen seit Jahren ein Interesse zuwendef. eine solche Anregung erlauben.-Kennzeichnend für unser jüdisches letzten Jahren ist zweifellos der Sini für ite, für die Kenntnis des jüdis dien Lehen in «len Heimatgf'schic Bodens, auf <|em wir in Deutschland stehen. Dgvon zeugen versel meinden odei edene Yerüffentlichungfui jüdischer jüdischer Verbände. So ist z. R|. Ge-