Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 4/5 - August/September (8.1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 42 (sequence 6)
- Language
- German
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aus dem persischen Staatswesen ühemoniniene Institu» in Süditalien eine Ins tion der Sendboten für die Zwecke (1er jiidisclicn Gemeinschaft angewandt. Die Zentrale in Jerusalem sandte Sendboten ihebräi>ch: Seb^Iiaeb. griechisch: Apostel) aus, dje. mit Exemplaren de ri Heiligen Schrift versehen,durch das Land Zogen und iilii-tr.ill predigten und lehrten. Die verhältnismäßig rasche Entwicklung des Bildimgswesens im Judentum, die soho i; \or der Zerctörung des zweiten Tempels zur vollständigen gesetzlichen uiul tatsächlichen Durchführung der allg •kleinen Sehulpflieht geführt hat. -machte'sehr bald die .|itssciidung dieser Apostel mit allgemeinem I.chrauftragj [iberlliissig. . Aber mit der inzwischen eingctrotcncii Festigung der zentralen Leitung der religiösen Angelegenheiten gewann dieses Amt einen neuen Inhalt und eine größere Bedeutung., Mitglieder der leitenden Behörde vhirden mit Beglaubigungsschreiben de« Sviihcdril'ims ndi-r dessen Präsidenten als Apostel idlier Autorität wie der Patriarch •inen ~pe drillen Lehrauftrag zu erfüllen, sei r'eiiizelneli Gemeinden zu prüfen h. neu zu ordnen, Beamte und hrift auf dent Grabe eines jungen Mädchens, daß zwei .-ipostel und zvjei Rabbiner Trauerreden gehalten haben Aber die Aposttl waren keineswegs nur die Einsammler der I’atriar‘hensteuer, also F'inanzbeamte des Patriarchen. Yielmeh ■ bezeugen mehrfache Nachrichten, daß sie Gemeinden und Gemeimjebeain \e, Unterricht utid Gotteshäuser zu heaufsichtigejn und etwaige Mißstände zu beseitigen hatten." Ihrel regeln äßige Aussj.-ndung zweimal im Jalire, vor dem I’essaelifeste und vor (len llerhstfeiertageii, geschah mit Rücksicht auf einen ausgesandt, um mit gl seihst, sei ees die Angelegenheit ( und. w.enn erforderli( speziellen Lehrauftrag, nämlich die Kalenderbestimmung, die eine Prärogativ eben war. So w urde! die Fhnheitliclikeit d J udehtum gesichert. interessieren. Al der wirtschaftlichen Nlitteilung der e des Patriarjr Fcstfeier im Aber seit der Jahrhunderts, sehr tums im römischen rung, sieh für die Abschaffung der Palriii njicliehristliclien des Ghristcn- ]ditte des .vierten >ahl nach dem Siege Reiche, hcgiinU die r imische Regie rchensteuer zu i orwanil diente hier Kraft der jüdischen I I-ehrer zu beuufsiebti :eii und gegeheiienfalls neu cinzu- Reiche, ihr Schutz gegen ..Ausheiituiif setzen. \\ ir fiiulen in (U‘r Zeit der Mjschna und darüber hinan-die ange-ehen-teii injd gelehrtesten Mitglieder de- M njicdrimnin -oleli :-m| A|Tostclaint tätig. Das bekannteste und doch vielfa -h Verkannte Beispiel ist Saul Von Tar-u-. ih r. als \po-t d (|es Synhedriums ausgesandt, um gegen die. Lehre der christlichen Sekte Maßregeln zu ergreifen. durch eine \|i.-i(<n. die er unterwegs hatte, seihst zum Glaulwir'an die he-timmt wurde. Dje- \\ •begriff:» im l rehrist *1>egri!ls im l reliristenl J’rohlem. dessen Erörte Ijehre und zum Eintrelk'ii fiir sie andlung des jüdischen Aposlellitiin f»t ein überaus fesselndes rung aller im Rahnu^i, dieses Aufeinze Inen G ( herhringung •meindifn. i g der 1 ein die Schonung evölkerung im iliireh den Patriarchen, ganz (jheuso. vv ie 400 Jahre nivor, wie wir aus Ciceros Verteidigungsrede wissen, F accus die Beschlagnahme der gesammelten Tempelste lerheträge mit dem \ erhol der Ausfuhr von Gold uüd Silber begründet hatte. In \\ irkliel keit war es auf die Losung der Yerhrnduiig. auf die Zerschlagung der orgams, gefügten und ^lennnch festen Kiuheit des Reiche und über dessen Grenzen hinan liehen Svnagoge, essant. daß auch K tum keineswegs feindlich gegeniiherstand atoriseh leicht Judentums im der einheitallgesehen. Dabei ist es nicht unhitcraiser Juliait Apostata. der dem Jnden- -atzes nicht möglich i-t. Neben den erwi luiteu Aposteln der Zentralbehörde gab e» die bevollmächtigten Beauftragten. Apostel, der reu Aufgabe vrirzugsweise di« iiiücbteuer nach Jerusalem war. Mit der Zer-törungj des jTcmpels hörte dies Gemeindeapo-tolat, auf, "w eil nie Pilger fehlten, die zu einem der" Wallfahrt-feste da- Heiligtum aüfsuchtcn. Aber an die Melle der Tempel-teuer ^rat die von'den Juden der ganzen Welt freiw illig! gezahlte Patriarchensteuer, die. wie wir au» der späteren j römischen Kaiserzeit wissen. .\po-tole genannt Vvunler Man hatte noch zur Zeit des lempelfür die I empelsteuer in den einzelnen Gcnn indeii Kassen eingerifchtet.' Diese Finrichtuhg wurde ausgebaut.-iukd die Mitglieder des Synhedriums. die als Apostel des Patriarchen: regelmäßig überall hinkamen. nahmen die Beträte in Funpfang, um sie nach Palästina, au den Sitz des Patriarchen zu 'bringen; Entsprechend dem talmudiseheiij (Grundsatz, daß die“ Einzit billig und \crwendiing öffentlicher* Gelder nicht von einem Einzelnen allein besorgt wenden soll, sind diese Apostel des Patriarchen eheiisj» wie früher die Gemeindeapostel stets paarweise auf dielReise gegangen. W ir haben in \ enosa dem ihm hc- _ freundeten Patriarchen Juliis, d. i. Hille! 11., die Aufhebung der Apos Patriarch diese E die Kaiser Arcadi nieindevorstehern Patriarchen zur I sandten Aposteln später erlosch da Verhältnisse und bat der genannte lüsuug der Gen*!« t ile empfahl. Erklärlich« rweise hat der i lpfehlung nicht befolgt, us und Honorius ‘ den lind den zu hestimmter Zeit vom insanimlitng von Gold ijnd Silbet cnldiese Tätigkeit. Ein Patriarchat. In klarer in weiser Voraussicht de r Entwicklung Patriarch llillel II. der d rollenden Aufiusehaft des Judentums hei der zu er¬ 399 verboten jüdischen Gc- Menschenalter rkeuntnis der wartenden Zerst« rung der Organisation durch die Einführung des fe-ten Kalenders vorznb.eugen gewußt. Großzügig verzichtete er fiir sich und seine Nachfolger auf da- Vorrecht (lei' Kalenderhestiniiiiung. in (lern die Feinheit des Judentinis symbolisch zum Ausdruck kam, uni diese Einheit tatsächlich zu sichern. Das A lostolat verlor seinen Inhalt und mit dem F'.rlösehen des Patriarchats auch seine Ree ltsgrundlage. Die beiden Institutionen verschwinden, aber auch für die Zeiten, die keine einheitliche Organisation des Judentums kennen, ist die Einheit und das Bewußtsein der Gesamt{J;emeinde, der Svnagoge, gewa irt gehliehen.