Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1934-08-01 · Nr. 4/5 - August/September (8.1934) · p. Seite 41

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 4/5 - August/September (8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 41 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/6727475-6029209-6074898--3054-4869620
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

religiöse (int als den Sinn des jüdischen ipeins zu werten und die Paradoxie der prophetischen Verkündigung von der Vernichtung der Iahen Herrlichkeit} Israels durch s< Gott seihst und dennoch der Erhaltung j stehen: hier auch gelernt, «laß man Gott v sein kann, «laß man in gottesdienstliche Israels zu vererehren, fromm r Versammlung ten. Zu voller auch hier wohl gemeinschaftlich Sabln tli und Feste feiern kann, ohne im Tempel zu Jerusah'm Opfer darzuhrin Erkenntnis dieser ainllung war freilich nicht die große Massn, sondern nur eia kleiner Kreis geistig führender Persönlichkeiten gelangt, uinl innerhalb dieses Kreises s eht überragend nid für uns g<*- schichtlich allein erkennbar Esra. nicht nur wegen seiner Gelehrsamkeit und seiner tiefen Frömmigkeit, sondern auch wegen seines Blickes für «lie praktischen Notwendigkeiten und die Wege zur praktischen Wrwirklichung seines Ideals, der Schaffung «1er jüdischen Gemeinde. Die Besserung «l«jr-Zustände herbe: zuführen schien ihm nur mit Hilfe «lor staatlichen Organisation «les per-1 sischen Reiches möglich zu sein, aber nicht durch das Eingreifen niclitjüdis« her Statthalter un^l deren Beamten, «las ständig drohte; »indem durch seine‘eigene Betrauung mit einer staatlichen Vollmacht zjur Regelung des jüdischen Gemeinwet tem — Aufträge als gesandt wurden. Die lären Beamten wurd« spora zurückwirken Y mßte. Das persische Reich kannte die Einrichtung «Ier königlichen Spcziajkommissare, die, um ein allgemein bekanntes Beispiel heranztiziehen, wie «lie Sendgrafen im karolingischen Reiche mit besonderem meist zeitlich und räumlich, stets jiachüch hegrenz- Vertreter «1er Zinitralregierung aus- Befugnisse und Pflichten «1er reguu nicht aufgehoben, sondern nur in begrenztem Utnfang&auf «liese königlichen Bevollmächtigten übertragen. ]Als königlicher Bpezialkommissar ging Esra nach Jerusalem mit «Ireifaeher Vollmacht, «lie Angelegenheit?n des {jüdischen Gemeinwesens auf Grund «les göttlichen Gesetzes zu prüfen und neu zu ordnen. .Gohl und Silber füb «len Tempel hip zu bringen und Richter einzu: etzeiijun«l Widerspenstige und Übertreter zur Verantwoi tung 211 ziehen und zu bjestrafen. Die B<>- fugnis, Steuern zu erheben, war ibm nicht verliehen, wahrscheinlicb aucl 1 gar nicht von jihtn nachgesucht. vielmehr waren die zur Verfügung zu stellen. Seine Vollmacht erlosch mit dem Augenblick, in löst war. Jeder Zw lung‘Esras wird be Statthalter angewfiesen, ihm Mittel «lern'die ihm gestellte Aufgabe g«'- eifel über die staatsrechtliche Stel- «eitigt durch «lie Tatsache, die uns aus den auf der Nilinsel Elephantinc gefundenen Papyri bekannt ist, «laß 40 Jahre später ein gewisser Chananja in ganz ähnlndier Stellung als königlicher Bevollmächtig ter der dortigen jüdischen Militärkolonie die Anordnungen «les Groß|vünigit Darius II. bezüglich «1er Feier «les IVssachfestes iiberl>|achte. Das JiiihMitum war eben im IVrserreicbe nicht {nur staatlich anerkannte, sondern staatlich geregelte Religion. So hat Esjra an die Stelle utopischer politischer Zukunftstr genheit ohaft reiclis £« Mitt« 1p immer war «l«ir kultus, äiime lindlromanlisijhcr Verklärung <l«;r Vcrgan- Wifk|i«*hkeit «lfr r«‘l giös geeinten Gein«>in- «li<* . Judenlums inntrha in sie Wassern Vi slegung (I'reilrgO gottesdienstlichen A bes landen. Sie ersa limlungiMi. zu «1«mkmi siidi ens in Palästina, {die auf «lie Diakeruiz« deren als di« im baliv onischeu Exil gröber ' >un«l kleinere Gruppen * * » . . zusanuu ufanden. Sie warm «1er Ausdruck «1er Gesamtgemein «1< ■ «les Judentums. f|ür «bei sehr bald «lie Bezeichnung. Von h e Eokaldurch sonder i gemein de _ bestellend, als '«1 ereil Abbild im Kleinen geil luiet iqt. Die eitiiielne Gtemeindo als solche ist die K’liilla, griechisch: Ecclest 1.'Bekanntlich ist seit der f.oslöstii Kpessetli, griechisch Synagoge in Gebrauch kam. aus wlirde «li«>se Bcrehnungauf die einzelne ile i ljer Ix i aller jSclbständij keil ajlE nicht für sich allein, nur im engsten-Zu kunnieijhang mit der Gcsamt- Bencnii hier vrji tragen eliisch« Synag« goge u Zeichen, tvordet durch Mittel; keuu’s^v zu «lei liehen Dl Schall ■ stellte niiMifa i: Durch! Gesamt I , - 1 etzt. E G« kt Jerusalem waij, «I D nt lebten, Tempel sundern «I e, stattlanden I uinl in hat <li«' umfaßte, aber daß Gottcsw ort 1b «l«*s piTsischen Großueimlc geschallen, deren aber alle' Juden,' wo Svmhol dieser Kinlicit cflt Opfer mul Tempelueul seine Auslegung und Anwendung im Leben «lie Grundlage dieser Gemeinschaft ist, bekundete Esra dureli di<[ gottesilienstlichen \ i-rsaminhin :en, die außerhall «les| jjempelbezirks, vor «lern ilg des {Christentums v<nj Judentum Ecclesia als ung der christlicher Gi nieinden heibehalten und «ler Einzelgemein« e auf:die Gesamtkirche überforden, währeml manii*i Judentum diese grie^ Bezciijlmiiiig vermied, Jwöhl aber das griechische e fcstnielt. Nur das S«ji noch erwähnt, daß Syna- 11 1 Et'Hiesia erst von «ler iGilmeinde auf deren Wahrdas Gemeindehau «, uasl Gotteshaus, übertragen sind.j Die weitere Entwicklung «ler Benennung 'bcrtibgung in das lateinische Selinla, «las im jlie ziisämme|igph«jrige Gemeinschaft — r ri'i’htsanstalt — beihuitcte. Iter pte zusammetig ■gs el wa nur die Lnti bei den deutschen) uinl Iflcn Ostjuden gebräuch- Scluil" sei hier, ihm a iiau und «lie Erl Aus lg einer rein geist| 1 'ine g« zu all« grund stänili In gen vo|i salem, batte.!■ und I’r Ren, uji: i'assen Schriftvorh'sung und waren mehr leit. jgfjdcutct. - , - altinig \<>n Esras Werk, ili-r 1 orientierten Gemeinschaft^ doppelte Auf'.afle: organisatorische Zusamstiing, Gesamtorganisaiioit und stetige lebendige ringijng des Einzelnen mit «lern gi-istigen Gut der mit anderer. Worten die Volksbildung. Cliarak :erist isidi für «las Jiutentjim ist «lie Tatsache, daß Zeilen «lie geistige i)utfhbil<lung in «len Vorderstellt. «lie organisatorische Aufgabe niemals vollgelöst worden ist'. . . I j', Anschluß an «lie g<>ttcs(jicnstlichcn Vcrsammluii- «lem Wassertöre h ijrgerte sieh, zunächst in Jeruvo man ScbriftrolIiMi und L«dir«y zur Verfügung ahhath- und Fcstgaltcsdicnst tnjt Schriftvorlesung Mlig: ein, Aber sehr balil schuf man Einrichtundis übrige jüdische Gebiet in Palästina zit e-. Etjva ein J^lirhlmUert nach Esra iiuden wir diej - 41

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.