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Der Orden Bne Briss · 1934-08-01 · Nr. 4/5 - August/September (8.1934) · p. Seite 40

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 4/5 - August/September (8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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I I i seihst jene rein innerlichen Kräfte, die besonders aus beiten jene großen universidgeschichtlicllieii Prinzipien jüdische um so mehr, als ganz besonders sichtbar das deii Quellen der Religion um der Gemeinschaftsverbundenheit aufs stärkste im jüdischen Volke flössen, gehen im Grunde auf ein höheres Schicksalswalten zurück, das gerade in dieser Volksgemein: chaft die mächtigsten Künder \on Religion, Opferwillig keit und Familiensinn von der Urzeit an in allen Geschl echtem hat erstehen lassen. 1 ml wenn noch dazu zuerst ius diesem Boden 'der MessiasbegrifT und z^var zunächst wiederum aus, äußerem . Geschick erwachsen war und allmälijlirh durch seine >nncre Kraft zu einem gewaltigen Aspekt für die ge- Zv>ang, das Göttliche mit samte Menschheitsgeschichta sich entwickeln konnte, so ist hier gewiß Raijm für eine Sinndeutting gegeben, die das jüdische Schicksal erst recht in Zusammenhang mit dem großen, weltgeschichtlichen Ablauf stellen darf und auf diesem ege es einordnen darf ( in jenes allumfassende Schicksalswalten, welches aUsdem Quell der Ewigkeit in alles vergängliche^menschliche Sein hineinströint und-auch dieses als eine Triebkraft der unendlichen Schöpfung mit wirksam sein läßt. ■ Solche Sinmleulung in großen Zusammenhängen, nicht bloße Beschreibung der Tatsachen, wird wohl immer letzte \ufgabe der Gcschiclrtsw issenschaft sein ■ mii.-sen und für den j ii /I i s c h e n Geschichtsforscher erst recht das Ziel all seiner Kleinarbeit bleiben, die ob der Ausbreitung^der jüdischen Gemeinschaft über die ganze Erde ${anz besonders mühsam ist und durch die Verbundenheit des jüdischen Schicksalsmit dem so vieler Nationen eine ülsergroße Fülle von Kenntnissen verlangt.- Seine treibende Idee wird immer sein müssen, aus der Zusammenfügung dieser zahlreichen Einzel-?in französi- ’üjivc - zu lassen, dile ein —r F a h r cj «P der gesamten Menschenlie zwingendje Bestimmung göttliche Vorsehung und die diese Dreidic Mnn, zu erkennen und erkennen scher Geschichtsphilosoph einmal als die Triebkräft« geschichte gezeichnet ha,t: des Schicksals, die waltende tätige menschliche illens Freiheit. DiWcli liejt erhält jede Geschieh sforschung ihren in der jüdisdhen (Geschichte Schicksalsmäßige niit seinem säuern Walten, da$ Menschliche piit seiner Haltung md Stellungnahme iu ßchicksal und Gott sieh verfolg en läßt. Einjgefügtj in dieses große Ganze gewinnt selbst der kleinstje, scheinbar unbedeutendste geschichtliche Moment seinen Wert und das Gewicht des Notwendigen. Aus |deiv zahlreichen historischen Spezialarheitan auf den verschiedensten Einzel gebieten der jüdischen Geschichte, welche die jüdische Geschichtswissenschaft unserem lieben Freund und Bruder I s m a r Elb olg e n verdankt, leuchten im Grunde genommen diese (Ideen der geschichtlichen Sinngebung immer ^wieder hervor und haben auch verschicdenfaeh durch mn zu hdrvorragenden jGesamtdarstellungen einiger T^*ile geführt. Unsere Lagen j mit solchen , historischen Forschungen bekannt zu1 machen, bedeutet darum nicht bloß jüdisches Wissen in ilineii zu verbreiten, sondern auch den pinn alles geschicjhtHchen Geschehens ihnen näher zu bringen. Dies aj>er bedeutet wiederum, «lern jüdischen Leben nidht nur^ in der Vergangenheit, sondern auch, in der Gejgenwaijt einen" Sinn verleihen. ( j! . ö Vdm Werden der jüdischen Gemeinschaft Die undlung der Formen, in denen eingeistiges Gut zur Ausprägung ko|nmt, und die Erhaltung und immer neue (Gestaltung defe Geistigen in diesen^ andlungen zu beobachten, gehört 'zu den interessantesten, das In- .nerste aufwühlenden Problemen geschichtlicher Betrachtung. Darum ist die gewaltige Umformung des alten Israel in «las Judentum, «lie Entstehung des Judentums nach der Zerstörung von Staat uml Tempel, nach «lern babylonischen Exil, ein (Gegenstand, der den Blick immer Von Br. Hermann V o g e 1 s t e i n. Träume —• idealisiert und von einem mäcli war, von dem! strahlenden Tempel igeri Reich. f)er Tempel erstand wieder, freilich erst nach unendlichen Schwierigkeiten und sehr bescheiden :m Vergleich jnit der alten Pracht; das mächtige Reich, a die staatliche Selbständigkeit erwies sich als ein Tr, mm, dessen yerwirl.lichung unter höchster Erregung «j er Gemüter yersuchjt wurde, aber nur mit dem Erfolge daß der gange Bestand des Judentums schwer gefährdet war. Die Ernüchterung trat ein, aufs neue fesselt. Es ibt die geniale Leistung Esras, daß ’ «lie quasi politische Selbstverwaltung wuple eine kleiner das Erbe «1er Propheten festgehalten, die Kontinuität liehe Angelegenheit, gewahrt, aber durch s^ine durchaus veränderte Methode «lies Erbe aus «lern geistigen Besitz eines kleinen Kreises zum religiöser! Gut «1er jüdischen Gemeinschaft so recht eigentlich'erst geschaffen hat. Von tiefem Verstehen «1er geschichtlichen Bedeutung dieser Persönlichkeit zeugt das talmuqische Wort, «laß Esra würdig gew«?sen vyäre, .Israel «lie Thora zu bringen, hätte nicht Mose sie bereits erhalten. Die Heimgekehrten hatten von dem Wiedererstehen alter Herrlichkeit geträumt, die it, engstirnig be^riebenj und «lie Religion drohte zur blopen Gewohnheit zui werden ohne wirklichen Inhalt, alles ohne weltgeschichtlichen Horizont. Das Judentum war in Gefahr zu |versanden und im Sande zu versickern wie so viele andere größere un«l kleinere Völkerscha ’ten des Perse.rreichefe, die der Welt nichts Eigenes zu sagen hatten. |Die Rettung kam, wie «ler Dichter d«?s 12(. Psalms es ersehnte, aus der babylonischen Diaspora. Hier hatte man gelernt, das persische Weltreich a s Tatsache anzuerkennen und auf wie stets romantische eigene politische Aspirationen zu verzieh ten,.gj^ernt, das 40

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