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Der Orden Bne Briss · 1933-11-01 · Nr. 10 - November (11.1933) · p. Seite 121

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 10 - November (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 121 (sequence 5)
Language
German
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zu sprechen. Das Es sollte nicht den aber sollte nicht alles pla: Zufall {überlasten sein, wie Logenabend sich gestaltet.; Man muß immer daß heute so mancher Bruder den Weg zur ihr jahrelang ferai;ebliebeh ist. Die Loge muß geeignete Persönlichkeiten . aus sich heraus Nachbarschaft ausfindig au machen,.die etw.ii nen. Wo ein Literaturverein, ein Frauenbund vorhanden ist, sollte man im Zbsammenwi Kufturabende veranstalten; denn nicht an sich ein Kulturbund von dem Ansmaß der sation errichten lassen. Noch einen Hinweis! den letzten Jahilen in zunehmendem Maße Bildungsarbeit gcjtrieben. Das war an und füi für die nicht jüdische gal es in[ vielen Orten lichkeiten. Heute werden wir aber auch dpi In unseren Loger ) jilos entstehen, der oder jet er damit rechnen, « findet, der sich bemüh« n, oder aus .der s bieten kön- oder ähnliches en mit ihnen em Orte wird rliner Organ i- Logi irln jeil Be haben wir in nur jüdische sich gut, denn' andere Mögn weiten und großen Zuiammenhang unseres Daseins mit der deutschen Kultur wahren müssen. Es kann £u einer wirklichen inne» ren Erhebung werden, wenn man einmal versucht, eine so große und erhabene Dichtung, wie den' „Faust“ in unserem Kreise duich Menschen interpretieren zu lassen, denen er wirklich zum Erlebnis geworden ist. Wer einmal den „Prolog im Himmel“ in diesen Tagen zur Hand nimmt und ihn mit dem Buche Hiob vergleicht, der wird fühlen, in welchem Umfang der größte aller Dichterdie Kraft zu seinem Schaffen nuch aus unseren heiligen Büchern gezogen hat. Einer müden und dumpfen Stimmung, einem langsamen Dahindämmern muß entgegengearbeitet werden. Wir/wollen nicht nui körperlich leben, wir wollen geistig leben, wir wollen unsere Seele nicht verkümmern.lassen. Wenn wir diese Wiedergeburt aus uns sblbst gerade ili dieser Zeit schaffen, dem das dann sollen unsere Lpgentempel der Ort sein, von Neue ausgeht. oder Briefe |aus der Firne vor Aus deirl Briefe eine|s Ingenieur an Logenangehörige s aus Persien . . . Ich habe eine Stellung beim Straßenbauministerium bekommen,ich bei bescheidenem Einkommen mancherlei Rücklagen machen kapn, da ich wenig Gelegenheit zu Sonderausgaben, habe. Ich sitze inmitten eines gigantischen Gebirges, in Europa höchstenrf den Alpen vergleichbar. Dort ist aber durch den Alpenverein alles bereits kultiviert. Ich bin überzeugt, daß die meisten hier befindlichen Berge noch niemals von einem Menschen erstiegen worden sind. Nicht weil es zu schwer ist, sondern weil die Leute gar, kein Intereise daran haben. Ich habe;Vermessungs- und Abrechnungsarbeiten mit den Unternehmern zu machen^, muß oft 10 bis 40 Meter hohe Felsen erklettern, um diie Profile der Straßen aufzunehmen. Meine Bekleidung besteht aus einer Hose', einem Hemd ohne Kragen und Kletterschuhen, das sind Stoffschuhe mit Stqffsohle, mit den|en man auf den Felsen nicht so leicht ausrptscht, auch wepn sie naß sind. Ich wohpe in Zelten, habt meinen eignenj Diener-Koch und lebe ungeheuer romantisch. Früh um;6 werde ich durch Sprengschüsse geweckt, stehe dann a^f, wasche m ich im Bach, der an dem Zelt vorbeifließt, frühstücke: Tee, Brot,-Honig, gehe dann an meine Arbeit. Um gibt es Mittagbrot, entweder zu Hause odet unterwegs bei einem Unternehmer. (Meine Strecke ist 9'<Kilometer langJ). Dann kommt eine Stunde Mittagsschlaf .pnd wieder Arbeit bis 6 Uhr. Wenn ich dann um 7 nach Hause komme, wird ausgiebig gevespert, dann bis 9 Uhr gearbeitet: aufzeichnen, was am Tage gemessen wurde. Dann: Abendbrot es^en und schlafen gehen. Ich muß mich etwas nä|ber über das Essen auslassen. An Fleisch gibt es hier nur Hammelfleisch, das aber durch Kochen mit Zitrone und Backpflaumen erträglich gemacht wird. Zur Abwechslung gibt1 es auch Schpchlik, das ist am Spieß gebratenes Fleisch mit!viel Zwiebel. Zwiebel ist hier ein angeblich notwendiges Nahrungsmittel, es soll vor Krankheiten, wie Djrsentherie usw., schützen und Infektionen verhüten. Ab utjd zu gibt es adch Huhn mit jReis, das ist aber ein Festessen.! Das Brot ist nicht wiP unser Brot, sondern hat die Form! von Mazze. Man legt Fleischstücke. auf ein Stückchen Brat, rollt dfu Ganse zusammen und ißt es dann. Ebenso macht! man es mit trpeknem Schafkäse und mit dem Honig, der *n«|ch in den Wajben ist, sog. Scheibenhonig, Mein Wohngalt enthält ein Feldbett, einen Koffer, einen Tisch, 2 Stühle usw. Ein Zelt jst für den Koch, der die Lebensmittel einkauft und zubereitet.- Auf der Strecke sieht man oft kranke Arbeiter, denen ein Fehptück auf den Fuß gefallen ist, oder die auch sonst krank lind. Einmal wöchentlich kommt ein Arzt die Strecke entlang, aber die (ärztliche Kunst ist hier nicht sehr fortgeschritten. ' An wilden Tieren gibt es hier;eine ganze Menge Bären, wenige Tiger, einige Panther und viele Eidechsen. Ich habe aber bisher nur die Eidechsen gesehen. Es soll gefährlich sein, nichts auf die Strecke zu gehen. Mein Chefingenieur sah einmal nachts einen Bäten, als er die Strecke im Auto entlang fuhr. Es ist eirie St raße von ca. 2 m Breite schon vorhanden, die jetzt auf Geheiß; $. Majestät auf 8 m verbreitert werden soll. Landk irten der Gegend gibt es nicht. Man is; auf eigene Messung« n angewiesen. Ar den Staub muß mit sich, erst gewöhnen. Jeder Windstoß bedeckt den Tiscli im Z*R mit Steinstaub. Um 'All Uhr geht in meinem Zelt die Sonne auf. Sie war bis jetzt hinter den Bergen verborgen: ich wohne in einer Art Klamm« Und so lebe ich allein in der Wildnis, verdiene Geld und arbeite um zu vergessen, daßjich ganz allein bin. .... Die Arbeitszeit erstreckt sich, da der persische Tag am Abend beginnt, von Abend iis Abend. Ich habe 5 Vorgesetzte: Sektionschef, Inspektor, einen Vertreter des Straßenbaudirektors, den Herrn Minister, und schlief lich Seine Majestät den Schah. A her ich habe auch Untergebene: Vier Arbeiter (folgen lauter persische Namen) un 1 einen Diener Isab-Ullah. . In unserem Zelt sind jetzt mit Hilfe eines Ofens 19 Grad CeBiui. Draußen ist es aber viel kälter. Die Regenzeit,hat begonnen. Der Ofen besteht aus einer großen Blechkiste, in dei Holzkohle glüht. £ ie steht unter dem Tische und man liat zu beiden Seiten der Kiste die Füße und somit ganz schön warm. , Gestern früh regnete es verboten, um TO'A Uhr ließ der Regen nach und ich ging auf meine zu*vermessende Strecke. Untervegs traf ich ein Autor, es war inzwischen halb zwölf,- das mich oben fuhr. Ich lieh es an und fuhr mit ihm zu meine n Kollegen F. (einm tauggewanderter Ingenieur), der 14 kmj Uber mir residiert. Infolge von Straßensprengungen 121 -■4 -

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