Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 10 - November (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 122 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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und der großen Nässe der Straße mußte ich die'lctzten drei Kilometer zu Fuß gehen, weil der Chauffeur sich weigerte weiter zu fahren. Vor ein paar Tagen ist dort ein Auto-) allgestürzt. So kam ich| erst gegen 5 Uhr an. F. hat es schlechter als ich. er h^tte neulich drei Tage Fieher. Er leht ungefähr von trockejnem Brot und Tee. Als ich gestern früh hei F. hungrig ankam. weil ich noch nichts seit früh gegessen hatte, bekam ich nichts, denn es gab' ejnfach nichts. Heute mittag, als ich unerwartet nach Hause kam, gab es sofort Eier und nach eine'r halben Stunde Spifßhraten. Als ich heute zum ersten-'Mal nicht im Auto, sondern langsam zu F«ß die Gebend von oben sah. merkte ich erst wie unbeschreiblich scltön sie trotz Regen ist. Darauf lieblich zu sagen, wäre übertriebene Zärtlichkeit, sie ist rauh, aber in dem Teil, wo man etwas Aussicht hat, doch sehr schön. Man sieht, wie sich die Straße in großen Serpentinen hinaufschiängelt. unten die Zelte der Arbeiter. Ich sah die Stelle, wo ich in der pächsten Woche als kleine Ameise arbeiten w erde, »denn meine Sektion ist vorgestern um weitere fünf Kilometer Verlängert worden. Ich hin an den Händen und im Gesicht braun wir rin Bauer. F. hat sich einen Schnurrbart stehen lassen. ir beide sehfn aus wie eben Leute hier aussehen müssen. Neulich haben wir eine wüste Nacht geha )t, Regen und Sturm, der das Zelt beinahe umsöhmiß. Mitten in der Nacht raus, das Zelt frisch verspannen, dahei ist einer unserer Leute in den Bach gefallen. Dann weiter schlafen in dem völlig durchnäßten Zelt. Am nächsten Tagi war ich bei meinem Chef. Er fuhr mit mir am Abend auf die Strejcke, um meine Messungen zu kontrollieren. ..Je suis tres conkent de votre traVaille." Man kommt hier nicht gerade äum Lesen. Bis zum Schlafengehen wird gearbeitet. Die achtstündige Arbeitszeit gibt es hier nicht. Die Leute hier haben mich sehr gern, tijotzdem icl sic nicht immer verstehe. I Eben habe ich mich wieder über den einen Kerl är gern müssen. Er hat in einer Arbeit von mir radiert, ohne mich zu fragen und damit alles falsch gemacht. Diese Ignoranz ist nicht zu ertragen. Jetzt bin ich böse, ich!habe ihn angebrüllt, er ist ganz klein geworden und wollte meine S iche neu schreiben. j Wann Neujahr ist. weiß ich nicht. Schreibe es mir doch bitte. Falls es schon war, wünsche ich pir alles G ute. Besser als im Vergangenen.! M.. der Mann, den ich eben anbrüllte, läßt Dich — Versöhnung grüßen. I * Enäerb einer fruchttragenden Orangenpflanzung in Palästina. Eine in der Nähe von Rechowoth liegende ausgedehnte Orangenpflanzung. die bereits seit 1928 beste.ht fund von einem der bedeutendsten Fachleute der Zitruskultur in Palästina angelegt ist. wird zum Zwecke des \erkaufs an Interessenten parzelliert. Ein in Palästina gegründetes Komitee , hat es sich zur Aufgabe gesetzt, deutschen Juden, die über entsprechende Kapitalien verfügen, den Erwerb eines Teiles der Ora.ngijnpflanzung zu ermöglichen. Die Pflanzung umfaßt 500 Dunam. Der - Preis pro Dunam Pardess. fruchttragend, einschließend alle Einrichtungen wie Installatiopen. Brunnen. Wasserzisterne. Packhaus iisw. beträgt PL. 131.—. wobei die diesjährige Ernte 10—12 PL pro Dunam in Abzug zu bringen ist. Eingehende Informationen erteilt das Palästina-Amt. Landwirtschaftliche Abteilung. Berlin W 15. Meinekestr. 10. * ElternhHfswerk für trfie jüdische Jugend. In den ersten Ndvmhertaeen wird die Geschäftsstelle des Elternhilfswerkes für die jüdische Jugend. Berlin-Charlottenhurg 2. Kantstraße 158. ihre Tätigkeit aufnehinen. Das Problem der Erziehung und,Ausbildung unserer Jugend soll im Zusammenschluß aller jüdischen Eltern gelöst wtjrden: I durch Förderung und Nachweis der geeigneten Bildungsmöglichkeiten'unter Voranstellung der jüdischen 5 olksschule unjl upter Betonung der notwendigen Berufsumschichkiing. dufch Beschaffung voh Lehrmitteln und Erziekungsbeihilfen für unbemittelte jüdische Kinder, durch tätige ^fitarbeit an Wohlfahrtseinrichtungen zugunsten der jüdischen Jugend. .; Gleichzeitig soll im Rahmen dieser Tätigkeit der .Arbeitsbeschaffung für jüdische' Lehrkräfte gedient werden. Die Meinungsverschiedenheiten der einzelnen jüdischen Richtungen sind in der \ jorbereitungszeit überwunden worden. Das Werk d,er Hilfe fjir die Eltern, der Hilfc für di« Jugend soll gemeinsam aufgebaut werden. Zukunftsfrohe und lebensstarke stolze deutsche Juden will das Elternhilfswerk heranbilden helfern bewußt ausgestattet mit dem vertieften Wissen um jüdische Eigenart und mit den Werten deutscher Kultur. Die Arbeit des Elternhilfswerkes wirif in enger Ver bindung mit dem Erziehungsausschuß der R.eichsvertre ung der deutschen Juden und der Schulverwaltungen der jüdischen Gemeinden durchgeführt, es wird Fühlung mit den jüdischen Jugend-, Lehrer- und Wohlfahrts-Organisati gesucht werden. ./ Keine Organisation ist ernster berufen* an erster Stelle für die Ziele des Elternhilfswerks einzntreten, als der Orden Bne Briss mit seinem überparteilichen Wirken für Aufbau und Erhaltung eines lebendigjen kulturstarken Judentums. Deshalb ergeht an die gesamte Elternschaft, an alle Brüller und Schwestern der Ruf zu schnellster tätiger und materieller Mitarbeit am Elternhilfswerk i für die jü|disehe Jugend! Erna Zwirnt Zentrale der Kommissionen für Schwiesternberatung Vermietung von Zimmern und, Pdntionen. Die jetzige Zeit zwingt manche Fgmilie zu Wirtschaft licher Einschränkung. Es werden Wohnrgume entbehrlich, die man zu vermieten sucht, um sich dajdurch die eigene Miete zu verbilligen. Mancher Mieter hat den Wunsch, seine Vt ohnung zu ändern und bei Familien zu1 wohnen, die (hin gesinnungsmäßig nahestehen. Anfragen sind erwünscht. Reisende Logenbrüder und Schwestern, die* vorüber gehend oder zu längerem Aufenthalt an eiijen fremden P atz kommen, haben die Möglichkeit, in Logenkreisen Aufnahme mit evtl, familiärem Anschlnß zu findet.! Sie wenden lieh an den Präsidenten der betr. Loge, der Sich mit der ihm benannten Vertrauensschwester in Verbindung setzen w fd. I. A.: Käthe Stein, Frankfurt a. ML, Wolfgangstr. 98 122