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Der Orden Bne Briss · 1933-11-01 · Nr. 10 - November (11.1933) · p. Seite 119

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 10 - November (11.1933)
Date
1933-11-01
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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er ist dt-r andrkan, nte Führer in Krieg und Frieden. Die Volkes im Aufträge Gottes, in Wirtschaft und Politik. Ejnpörung gegen ihn gleicht' dein Widerstreben gegen Got.t und wird schwer bestraft. I Nuni. Kap. 16.) Mose ist der Verkünder und [Vollzieher «li?r Gesetze des öffentlichen Lebens. Wol(l hat er neben sich die Ältesten, die Richter ifml Beamten, aber sie siiid von ihm ernannt, ihm untergeordncjt, eigentlich nur seine Organe. Er hat einer schwere Aulgabe vor sich, eine stumpfe Masse iu einem Kulturvolk zu machen, versklavte .Meiler nur durch aatsmännische mit Milde und Aufgabe ist seinen Beruf ist ihm allein sehen zur Freiheit zu wedken. Das kann seine gewaltige Autorität,' durch seine sl Klugheit, durch seine Energie gepaart psychologischer Tiefe — .erlangen. Diese ihm I. e h e n s a u f g a b <[, er empfängt von Gott, nicht von menschlicher Hand, und seinem Gewissen verantwortlich. Nut durch diese Auffassung gelingt) es ih^it, alle äußeren! »nd inneren Hindernisse zu überwinden und sein Tifcnienwerk in Ende zu führen. Seinem Nachfolger J o s u a geloben «lie Vertreter der Stämme Israels unbedingte Treue, ja sie räumen ihm ein, wer seinen Befehlen nicht gehorche, sei des Todes. (Josua, Kap. ' Später sind eg die. Propheten, die in sich <lie von Gott verliehene Fiihrerwjirde so stark fühlen, daß sie unerschrocken vor Könige treten und ihnen die ganze Wahrheit sagen, j<, —* wozu vielleicht noch mehr Mut gehört — ihren moralischen Zorn dem irrenden "Volke in schärfster Form zu'm Ausihruck bringen. Sie sind das verkörperte '’olkigewissen, sie machen den Schwächen keine 1 vonzessionen, sondern gei Bein sie. mit «ler Rute des Wa lrheitsfanatismus. Sie neigen zum Volke herab, um es zu sic0i zu erheben. Sie naben ihren Auftrag von Gott -mpfai^gen,'sie sind «lie "Träger seines Willens. Sie wollen für| sich selbst nichlsJ lefien in Armut und Dürft gkeit, :sie kennen nur die Sorge für «lie Zukunft des Volkes in politischer und moralischer Beziehung. Sie sind auch «lie Schützer de* so tief jmit dem Judentum v^r vachsehen sozialen Gedankens, und sie donnern mit ihrem unvergleichlichen et bi fehlen Pathos gegen «lie Reicher und die Großen, die d;n göttlichen Sozialismus, «lie ewige Gerechtigkeit, verfälschen. In der nach staatlichen jüdischen Geschichte, wo das moralische und religiöse Zusammenhalten den Staat ersetzen müßte, finden Wir den autoritär«tn verbunden mit dun kollektivistischen, diu A daß der Einzelne nichts^ die Gesamtheit alles ist, in so starkem Maße veri reten, ‘daß er zum Lebt n s g e d a n keil der Gemeinde des Exils wird] In der talmudischen Epoche sjpielt der Führergedanke eine große Rolle.' Die < JesetzC werden immer mehr erweitert, es werden, wenn i lie Verhältnisse es erliei teilen,1 Anordnungen (Takanot) erlassen, die tief im Lehen einschneiden. Alles gdiord^t der Autorität uni sanktioniert Gedanken, ffassnng. «lie neuen G«?setzc und Verbote als heilige Gesetz Die ..Herren «len Exils“ genießen eiiie gewaltige Verehrung in allen Lagern, «ler Ortsrabbiner ltjrd als „Herr «les Ortes“ (Muia «leatra) bezeichnet, seine Recht«--sind weitgehend, er .repräsentiert «lie „Ehre der Lehre“, er ist der Hirt, «l«-r die. Herde führt, deir Entscliehjungen «h-s Gerichtes < Bctli-Din), «lesseu Vorsitzender «y ist, muß sich jeder fügen. Das zieht sich durch «lie jüdische Geschichte, in hinein. Das Ju«|entum ist eine Rel I g i o n der Tradition; neunzig Prozent des lietitf bindenden Rcügionsges«-tz«;s stel it nicht oder ist nurj ang'edeutet in der Bibel. Sie sind überliefert und werdej als „niümllichc Lehre“- (Thora schrbal p<\) bezeichnet.) Tradition aber ist stets mit d«-m "Vager d«-r Tradition, [mit «lein Führer, verbunden. Der Rihhincr w.ar in alten Zeiten nicht Geistlicfier (diesen I>o griff gibt es im Jjiih-ntuni nicht, weil «lie Vermittluiii; zwischeil* Gott und Mensch mit «lein Priestertum aufgelüirt hat und jedbr seinem Gotte unmittelbar nahest« Er batte zu Ordnungen liehen Leb« Rahhan, R Oft bilden ordnete R Reihe neuer manchen Ländern [bis ins 19., Jahrhundert ht), sondern F ii hj i* e r (ler Gemeinde. gebi«-ten kraft -seim-r Autorität. Seinen A,nauf allen Gebietehj - les privaten und üffent- (Der Titel Rabbi, Raw, rr uml nicht Lehrer.) ns fügte sich alles] . ibhenu bedeutet T^ «fiese neuen rabhiili schon Bestimmungen geradezu Umwälzungen. Am Anfang des 11. Jahrhunderts Mainz eine ganze i bbi Gergchon Einscbränkungen an, die tief ins Leben greiau Stelle « inudisteii, eine mystische näherte sic vermählt, übte und Podolien i neue Lehr« <1 i k i s m der hihlisch und talmu-' I])ie Jiulenheit fast «les e. Noch später fügte Krakau dein Schulchan eüe Gesetze hinzu. Die So fen, darunt -r auch «las. Verbdt «lisch gestalteten. Polygamie ganzen AI endlandes gehorchl Rabbi Mose Isserle» in Arucli des Rabbi Josef Karo r Juih-nheit Europas nahm sie ollne Widerspruch an. weit war <I*r Führergedpnk'e den Juden in Fleisch und Blut überg« gangen. Neben «lern Rabbiner waren die'Gemeiinlevorstcher die Führer, die eine fast absolutistische Herrschaft ausübten. Sie vertraten «lie Geni/efinile Vor den Behörden, sie bestimmten die Steuern und Abgibeir, sie waren die verantwortlichen Verwalter «les sozialen und — gemeinsam mit < em Rabbiner— mich des sozial-ethischen Gutes. (Die alten Friedhöfe, namentlich der in Prag, verkünden ihren Ruhm.) | Am Anfang «les 19.'Jahrln; mlertis tauchte im Osten Europasdi - neue Bewegung «lei Chassi«läer auf, die i‘s entarteten klügeln Jen Pilpulismus der Tallie.alles spitzfindig-rationalistisch auffaßten. Lehre auf «h-n Thron erhob.,, Man l dem Neuplatonismus, der, mit der Kahhala «jine seltene Anziehungskraft auf das Volk ausiele Anhänger, namentlich in Wolhynien, nd den ' angrenzen« < beruhte, äußerlich s, «I. h. auf dem eil Landen fand. Diese -gesehen, auf dem Z a «1- Glauben, daß der Zaddik lanben.

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