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Der Orden Bne Briss · 1933-10-01 · Nr. 9 - Oktober (10.1933) · p. Seite 105

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 9 - Oktober (10.1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 105 (sequence 13)
Language
German
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4 Der Aufbqu des holländischen Judentums!! und portugiesische Marrap j \ on (Georg Ile rill/, Jerusalem. Der alte talmudische Ueisheitssatz „Gott bildet die Heilung vor der Krankheil“ hat in der Geschichte der Juden in der Diaspora fcine vielfache Bestätigung; gefuijden. So oft auch immjer Juden aus einem Lande jahrhundertelanger Niederlassung vertriehen wurden oder durch Gesetzgebung und Gewaltanwendung zur Auswanderung gezwungen wart« — und es gibt kein Jahrhundert in der Diasporageschichte des jüdischen Volkes, in dem sich diese bittere Zwangslage nicht wiederholte ■—, immer hatten sich im ^eitjjunktc höchster Not und Gefahr die wirtschaftlichen uAd sozialen Verhältnisse eines oder mehrerer anderer Länder so entwickelt, daß das * Finströrnen größerer Massen bedrohter Menschen in diese Länder nicht nur möglich, sondern oft geradezu ökonomisch erwünscht schien. Die Geschichte der 'holländischen Judenhcit, von der hier erzählt werden soll, ist, ein ähnliches Beispiel, das den Geschichtsverlauf der Juden in der Diaspora charakterisiert. 1492 waren die Juden aus Spanien, 1497] aus Portugal " vertriehen worden, ln beiden laindern blichen von den Zchntäusenden von Juden, die dort seit Jahrhunderten gelebt hatten, nur die zurück, die zu Gefahren der In uicns und Portu Situation im Lau lieber geworden iicugeschafTciicn den Viedcrlandtfu zu v erlauschen, die Gesetze gesc I nicht betont zu durch spanische len Position schmachten len Marranen Spagals. deren' physiscl e lind psychische fe lies 1(>. Jahrliuivdv war, immer stärker freiheit. die Niederlande, richtete, und laß \on ihnen ij i letzten Jahrzehnt lies 1(>. Jahrhunderts immer neue und wurden, die Hi immer umfassenden ille der GlauheirsverJ u und Portugal mit dein Paradies«“ der Geistesfreilieit in Fiir jemanden, der •ts immer ünerträgauf das Land der \ ersuclie gemacht ölgung in Spanien hichtlichen \\ erdeljs 1 .ennt, hräueht wohl verden, daB auf der Seite des staatlichen Gemeinwesender niederländischen He- I uhlik für die Aufi ahme der an der I olläudischenKiistela»dendciispanischen nd portugiesischen ie (Grundsätze der Marrancn nicht mir neu proklamierten ew lssensfreilieit, sondernauch ükono misclie Erwägungen in eben jene Zeit, in der. die Marranen lalhinsel, an den als begehrten,' fällt Manawr l»rn Israel fr- \\ irtsclu ftskräjl /iiw mischt sein k or- Koinzidi ■uz. di« nh tielle Fii gung h er Pvrenäisehen oren ’ Hollands Kin der Beginn der wirtschaftlichen Expansion der Niederlan le nach Ubersee, in Wirtschaftsjiroze J fiir den die teil- und .die erprobten en Juden nur crkatholikcn die Bräuche uijul Zeremonien der herrschenden Religion, aus ihrem perzen aber war das Gefühl dir Aerhiindenheit mit ihrem Volke.imd seinem Glauben nicht hcrausziircil&en, Und wo sich eine Möglichkeit hot, gingen sie im geheimjen der Pflege der alten jüdischen Bräuche nach, feierten in Kellern und/l’nter- -eldüpfcu die Jüdischen Huhetage und Feste 7 immerin der (Gefahr, wegen dieses F«*sthaltens am alten Glauben von der Inquisition ajifgespiirt zu werden/und den i'od auf dem Scheiterhaufen zu erdulden, und daher immer auf der Suche nach einem Land«*, in das sie aus der (Gefahr dauerndi-r Lehenshedroliung entweichen könnten. ' Im letzten Drittel des lö. Jahrhunderts hot sieh diesen spanischen und fjörtugiesisehen ^eheinchrislen < Marrancn i als eine solche Zufluchtsstätfi“ HqJJand dar. Dieses Land sprengte 1577; im „Abfall <j(*r Niederlande’* die Fesseln des spanischen] Jochs und ^’huf 15i9 in der -.l'trechter Union“ das erstje Beispiel eines (»rundgesetzes der Gewissenfreiheit, untei“ dessen Herrschaft fiir Menschen jeden Glaubens Lefctensraum war. Kein \\ linder, daß sich die Freiheitssehnsuchl der unter den ständigen /' / . : t Die (Gesell ersten Jahrliun ■ reise reichen .Mittel der eiiiw anderni Hinten — auch das man nicht anders zeichnen - kann. maßgebend waren: ein«“ ge-chielilliehe denn als providenm eilte der hoHändjJrlicli Juden heit i lert ihrer Niederlassung in der neuen’• Heimat s«ili liij-r nicht im ciiizelnen erzählt werden: jedes (Geseliielijswerk gibt darüber liinreieliend ,Auf- •ilen. daß die ers 159M heiraten, dal.i jenes t-eselnelilswerk. gibt ilaruner liinreielieml ^.uiiseliluß. Fs in; g g«“liiigcn. feslzustellcn. (laß die ersten Juden holländischen Boden'etwa \msterdani dei Ort ihrer ersten Ni “dcrlassnng war und daß bald weitere Niederlassungen f lichtender .Marrancn aus Spanien u ul Portugal in Alknaar, Rotterdam, im Haag, und in ilen Provinzen-(Groi>p.ig«“ii und Friesland folgten, liier soll vielmehr, davon welche starken! Kräfte diese neuen ländischen Repiuhlik, die als Katliolj^en iiis Land kamen. der Freilu-it der neuen Heimat a Ui lieh, die Heiml.ehr zu ihrem \ olke und (Glauben vollzogen. schon i i de.ii ersten Jalirzi lialtcs in Holland 'entfalteten. Auf i wiiiidcrnswert.e \\ iei inem -Jahrhundert « «-r Not und Unterrci Richtung*“ii stfö nte die in der Zeit sich di«“ser In la‘hens nach «- driiekung, in * der F«“ssclung gesammelte Kraft g«“spro*4p'ii v« erden'. "Bürger der moderier bald auch äußer- Iintcii iliri“s Aufenlrei (Gebieten vollzog craufhaii jüdischen jüdischer I,chen:-- 105

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