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Der Orden Bne Briss · 1933-10-01 · Nr. 9 - Oktober (10.1933) · p. Seite 98

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 9 - Oktober (10.1933)
Date
1933-10-01
Page
Seite 98 (sequence 6)
Language
German
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Synhedrion als eine staatliche Institution verzichten, stellte es aber als ein Organ der inneren Selbstverwaltung und Gesetzgebung wieder her. Dieses Wiede^hersteljungswerk vollbrachte der in dem verwüsteten Judäa zurückgebliebene geringe Bruchteil des Volkes, und zwar eine kleine Schar von geistigen Führern, von Gesetzeslehrer^aus seiner Mitte. Dabei blieben jedoch die Blicke der gesamten Nation auf Palästina gerichtet, denn die Hegemonie des palästinensischen Judentums war in der Diaspora nach wie vor allgemein anerkannt. Der Pilgerzug aus aller Herren Länder nach Jerusalem, wo an der Ruinenstätte des Tempels sich 'nunmehr ein Standlager römischer Soldaten befand, war'allerdings versiegt; vielmehr schlug der Wanderstrom jptzt die entgegengesetzte Richtung Von nun an wird die Nomokratie zum entscheiden den Einigungsprinzip des jüdischen Volkslebenis. Dei viele Jahrhunderte hindurch herrschende Dualismu im geistlichen Stande, der einerseits aus der liierarchiscl gegliederten Tempelpriesterschaft (Kohanimj, Anderer seits aus den Gesetzeslehrern (Soferim)j bestand*, nimm jetzt ein Ende, da mit der Zerstörung I des Jerusalemer Tempels die Tempelpriesterschaft als ein festgefügte i Ganzes verschwand. Jetzt blieb von der geistliche: Schicht nut noch .eine (Gruppe übrig: d e Gesetzeslelirei, die nunmehr auch die einzigen Gesetz geber sind; An die Stelle der Hierpkratie, die sich seit der Zeit der pei sisclien Herrschaft von Rechtswegen ei igebürgert hatt«. tritt endgültig die Nomokratie, die allerdings schon d; mals, noch unter Esra, mit der Priestervorherrschaft z i wetteifern begonnen hatte. l Titusbogen zu Rom. Zug der gefangenen Juden mit den Tempelgeräten •* grolie Auswanderermass?n zogen aus dem verödeten Judäa in die Jn der gam en Welt verstreuten Gemeinden der Stammesgenossen. nieh Syrien, Kleinasien,Mesopotamien, Ägypten. Griechenland, Italien und noch weiter nach dem esten hin. Übersiedlung wirkte als nationalen Vereinigung. Helden oder Augenzeuj;i langten, verzweifelten Allein auch diese' erzwungene ein mächtiges Werkzeug der Die Flüchtlinge aus Judäa, die eil der eben zum Abschluß gefCämpfe in der Heimat trugen nicht wenig dazu' bei, den nationalen Geist unter ihren Brüllern in der Fremde zu heben und zu stärken, während die in Judäa zurückgebliebenen geistigen Führer die innere Ordnung iin Lande und die Verbindung zwischen den zerstreuten Volksteilen aufrechterhielten. Diesen Führern stahd lahei ein längst bereitgehaltenes \X erkzeug zu Gebote: die Macht des Gesetzes, die Nomokratie. 98 Für die des Staates beraubte Nation hat die He -rschaft oder die Zucht der autonomen! Gesetzgebung d eselbe Bedeutung wie die Waffenrüstung und die mili ärische Zueht für den Staat, nämlich die einer Schu :: wehr für ihre Unversehrtheit und di» Unverletzlichkeit ihres' geistigen Besitzstandes. Schon längst arbeitete min unermüdlich an der Bereitstellung dieser geistigen Waffen in Form von unzähligen „Lmzäunungen“ und' „mündlichen Gesetzen“; nun werden sie aber mit v zehnfachtem Eifer geschmiedet, um als ein | unerschö ifliclier Vorrat in jenem riesigen Zeuj;hause aufgestap zu werden, das mündliche Lehre (Thora ^che'bal [je Durch tausenderlei Fäden wird di *f. mündlic he heißt. Lehre, ungezwungen oder gekünstelt, kasuistischem Wege, mit der „schriftlichen jLehre“ o< auf logischem ot der Thoraverfassung verknüpft, in ihr die offizielle Weihe herleitend. Der Sioff für den Ko<l ex verankert, von i hr?lt I er V 1

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