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Der Orden Bne Briss · 1933-09-01 · Nr. 8 - September (9.1933) · p. Seite 89

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 8 - September (9.1933)
Date
1933-09-01
Page
Seite 89 (sequence 5)
Language
German
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hebräischen Textes. Das Familienoberhaupt % erlas und erklärte die gtnze Hagadali und man sang die alten Lieder mit dem so charakteristischen „Niigguu“ — Und da muß ich wieder an Heines „Kleinen Juden“ denken, ton dem er sugt, er . sang die prächtigsten Lieder vom König David, freute sich van ganzem Herzen Auszug der Kinder Israel ai^s Ägypten, freute lieh auch, ' Anfang 'des Gehieinscha ' men feierlich bekennt: „Höre Israel, der Ewige (unser über den t in ihrer Gesamtheit und in gleichen Foreimges ewiges m> esen — gelobt sei der ffame and ewig. — Der Ewige, Ende ß* i Kuppel, unter deien mächtiger Wölbung eine c 1 Zeitschi B'rilh Szentle, Monatsblätter der transsylvanisrhen Arbeitsgemeinschaft l.O.B.B. IX. Dag Juniheft hescl äftigt sich mannigfach mit Verhältnissen, die unseren Juden in Deutschla deul sehen Distrikt, bzw. das ^irken von nd betreffen. Es wird des 60. G eburtstages des Br. Großpräsidenten Baeck in ehrender Weiie gedieht. Wir erhalten daß alle Bösei vichter, die i^iiieu Böses -getan, gestorben sind, daß König jPharao, Nehukadr.ezar, II aiimii, Antiochlis, Titus uncr all solche Leute) tot sinid, daß er, der kleine Jude, aber noch lebt und mit Frau und Kind delicate Fische iflt. Die schön sn 1* :ssachtake gingen zu Ende und mit ihnen die für die Hausfrau] recht schwierigen Arbeiten, die mit dem „; ontef dicken Essen“ verbunden saren und die sie geduldig und pietätvoll streng du rchgefüliirt hatte. — Ehe man um Abend des letzten Tages nun mit wirklichem Biot, meist mit frischem Schnittlauch bestreut, „anhiß“, wai schon jam Mittag voiijeiuer außer- ' ordentlichen 1 ’olera nz Gebrauch gemacht v orden: es wurde eine köstliche Speifce, die leckeren „Chrimsel“ aufgetischt, die sehen etwas Chomez enthalten durften. Pessach wir vc rüber. No» zog der Frühling ins Land. . Aber den meist schwermütigen Juden, diean allen Vorschril teil peinlich hingen, bruclite er keine jauchzende Frmide, wie vielen, anderen Meiischeiikindern. Im Gegenteil. In die l4äuscr der Frommen zog eine gedrückte Stirn innig «in. Die ernste „Sj>hire-Zeit“ \erhot jede Lustigkeit, jedes Spiel. Man durfte kein Konzert, kein Theai er bestücken, ja selbst- Hochzeiten konnten nicht stattfinden. Jeden Abend wurde „Sphire“ gezählt. Von Oktern jhis Pfijnjjsten. Und nun tarn dieses Fest, von dem t|ie Julien die} merkwürdige Charakteristik gaben, daß mail an ihm ij 11 e s und überall essen darf. .Nämlich im Gegensatz zu dem voran< egangehen Pessach, an deni nicht a|les — nur Ungesäuertes —; erlaubt war, und in Hinblick auf das später, nachfolgende Laubhütten ‘est, wio man nicht überall, sondern nur in der Suk ta, der kleinen Laube, e «seit sollte. Diese poesievolh n Stunden, die wir in der Sukka unserer Heimatstädte heu verlebt hatten! Dieses unvergleichliche Fand ienh heil voller Innigkeit und W;eihe! So hatte jeder der jüdischen Feiertage gerade in den,kleinen 'Städten icinen besonderen Charakter, seine eigenartige Stimmung. Nuij die Hohen Feierlage Roscli hasehanah mul Jomlippurj wölbten und wölben noch heute über die ganze Jiideßheit, mögen ihre Mitglieder in kleinen oder grollen Städten wohnen, ei ne heilige hrwürdige überwinden -hilft! sich auch .in den Groß- Schönheit, Wichtigkeit n Feste. Aber was sich Gott ist ein seines herrlichen Reiches iihmer ler ist Gott.' ‘ Möge .von den hohen'jüdischen Feiertagen, die am' jüdischen Jahres stehen, die Kraft aujs'strömeir, die ein tragfcches Gescheh m im Sinne der Väter, im jSinne unserer Vergangenheit | hi neue) er Zeit besinnt man Städten meh' und mehr auf] die und Bedeutung.auch der kleinerer einmal zu Simchas Thora in einem kleinen Posener Städtchen abgespielt hat, wurde in. einer großen Stadt nicht möglich sein. Und deshalb will ich diese kleine wahre Geschichte zur Erheiterung' liier Erzählen: Am Simclias Thora-Abend anden sich l>ei dem (Gottesdienst üi diesem Städtchen auch viele Christen in der Synagoge ein, um dem : eierlichei^ Umzug der zahlreichen ' Tiorarollen beizujvolinen, einer Zeremonie, 'die besoiuleri auf die an Prozessionen gewöhnten Katholiken besonderen Eindruck mach - Her Kantor — Zine mit Namen -- begann nach dem' Umzug mit dem Versteigern der „Liaus“ und er ij»e:‘: „Eiiien Gulden für Bereischis, e: neu Gulden für B< rgischis.“ 'Bald hörte man! das (Gebot: „Zwei Gulden." Z ne wiederholte: „Zwei (Gulden für Eereischis, zwei Gnulcn für Bereischis, zum Ersten, zum 2 weiten und“ —- alsler schön im Begriff war beim „Zum E ritten“ den Zuschlag zu. erteilen, rief noch schnell sich vordrängend und den Arm erhebend mit lauter Stimme der anwesende christliche Nachtwächter: „Zine, halt! Jc)i liiet’ noch e Dit.tchen (Silbergroschen)“ Meinen Aufsatz will ich aber nicht mit einem Scherz ausklingcn lassen, sondern dem Ernste des Themas entsprechend mit einem heute mehr als. je bemerkenswerten Urteil über ji disfhe Föststinunun;;; die der im vorigen Jahre verstorlene Geheime Admiralitätsrat Paul Koch, der das Gcapcindeleben in. Posenschen Städten kannte, in einem Schreiben an mich zum Ausdruck gebracht hat: „Wer* die Möglichkeit hattet 2u jüdischen Familien Zutritt zu erhalten, vielleicht gar an Vorabend des Sabliaths, an dem mit Kerzen beleuchteten TisclVsieh niederzu&etzen, an dem der Hausherr \naeh der Händewaschung das Brot brach, der wird der dort herrschenden S^itte mit Freuden und mit einem Gefühl der Ehrfurchf gedenken, und nur wünschen könnest, daß ein ähnlicher Geist iim weitesten Kreise elfrjstlicher Familien herrschen möge.1 ften anderör Distrikte fiihruiigen über der deutschen Musik. Br. Ignatz Wei u. a. Ausverblaßten Juden in der' deutschen bi denden Kunst, in J stellt Betrachtungen über den Orden an, indem er ethische Gedanken mit historischen Rückblicken verbindet. — Br! ilavoslav Sik veröffentlicht eineik Aufsatz über die Name i der -Logen des U.O.B.B, in den er besonders die Forderung aufstellt, den geographischen LogenbezeiclinungeO Zusatz- 89

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