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Der Orden Bne Briss · 1933-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1933) · p. Seite 55

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 55 (sequence 11)
Language
German
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aber mein weil tuzn- ,<ler Theorie der Mehrheitsreligijnn zwanglos ergibt und die überdies sich i!m Bewußtsein ihrer Selbständi {keit» als ganz starker Fjaktor fülilt. | Audi im Fühlen und Denken des modernen Juden ist) damit das Keligi isc nur ein kleiner Ausschnitt gewordenjl Religion .ist Sa-li 7 der Synagoge, des Religionsunterrichts, vielleicht nech t|es Hauses. Religion beherrscht ni^r die Wendepunktl* des Seins: Gehurt, Heirat, Tod! ijlas profane Lehen gehorcht ganz anderen Gesetzen, und nijr auf » Umwege gewinnt in ihm die Religion darum Kruft das Staatsgi^cjz, ohne es zu wollen und ohne cs gestehen, vielen sittlichen Forderungen des Glaubens ge recht wird.) Die bft bespöttelte .Joinkippurfrimjimigkeit“, die „Seelenfeierreligionr sind der äußere druck der verlorenen Harmonip. Und versucht man die : Macht des Religiösen in der Stele des Jinle'n von heute in ein Verhältnis zu der Kraft! und Größe des Profanen zu setzen, so wandelt sich der Ruf nach einer lebensnahe der Religion ganz von selber in die Forderung der .,Religionsnähc des Lebens“ um. <r Die Lebensnähe der Religion kann, wie man es oft wünscht, wenn man solche Forderung äußert, ar ihrem Wesen nichts ändern. Sie iit richtunggebende Macht, kein Ergebnis logischer v Erw igung und'schwächlicher Kompromisse, sondern Ausdn ck göttlichen Willens, erhaben in der Eindeutigkeit ihres Verlangens, klar in der Folgerichtigkeit ihres Weges. Für ihren Sinn, liir den Wert ihrer Lehren gibt es keinen Maßstab. Sie isl selbstgewiß, und die mit der Zeit und der Mode sicli wandelnden Anschauungen der Philosophie, der' Wissenschaft und des Kulturlebens überhaupt können sic nicht beeinflussen. Gewiß wird dai äußere Gewand sich mit Hillels te Beonides ird geil, und den Zeiten ändern. Ein frommer Jude, der zu Tagen, lebte, wirkte in anderen Formen als tre kenner unseres Glaubens zu-den Zeiten des Main oder des Samson Raphael Hirsch. Die Religion w wiß zu jedem Geschleclite in seiner Sprache rede lerücksiclitigt sein. Solches der Religion begreil’en zu des Begriffs', die ihn auch nachen würde. Die jVähe die Natur des Menschen will allein aber als Lebensnähe wollen, wäre eine Einengung kleinlich und oberflächlich der Religion darf sich im Firmellen nicht erschöpfen sondern ihr Geist muß in dje Tiefe der Zeitideep und in den Inhalt des Kulturleli Leben, sondern der Religion Lebensnähe der Religion ist ens eingehen. Nicht dem fällt die aktive Rolle zu. ihr Eindringen in alle Geder modernen Kultur! solcher Forderung könnte biete und alle Erscheinunget Oberflächliche Wertung in ihr den Ruf nach Konfessionalisieruivg er: blicken! Und daß gegen eine Entwicklung nach dieser 'Richtung sich Widerstand Erhebt, ist begreiflich und berechtigt! Konfessionalisiermg ist von wahrer Religion fast immer weit entfernt. S e lebt von der Freude am Gegensätzlichen, sie betont t as Trennende, sie setzt das Besondere a das Verbind^: teil Endes v liehe Betont^ Gesinnung derungen un lind mit de üble Beige»- verbunden 1 die Stelle des Alltel leinen und übersieht nde. Alle sojclie Best ellungen führen letzan der Religion fort, indem'sie diej äußerng «les Bekenntnisses der echten religiösen fleichsetzen. Sie mapben aus einzelnen Ford Formen der Religion einen Selbstzweck. Worte Konfessionjdii’ierting ist immer der i binaek des Streitens und der Prestif epolitik f l Nicht darauf kommt es am,*« aß die einzelne Kulturtat das_ i u ß e r e Gepräge des Religiösen aufweist! Seim der Religion offenbart sich, Betracht kommt, nicht ' in Leliensform T sehen Forderung. 'Lehensnähe b in die Synagoge und in die jüdise bannte Religion aus' ihnen wird zur Leberispiaeht werde, den All! herrsche. Die Konfessionalisierung wjeiti-r'Gebiete des Kulturlebens ist denen man folgen. Die eil G e'i s t soll sie junien' sow sondern in der Vjerwidvlichting der jiidiedeutet, daß die heute lieii Institutionen verr herauskomme und ag und sfin Tun l|c- - zumal hei der politisdien Entwicklung von heute — gewiß eine Tatsache.) In . Wohlfahrtsuesen konfessionellen gleiches gilt-von der Schule,| ui d Kulturgebiete, auf gewohnt wad, werden solches bislier niijlit1' wissenschaftlichem ki instlerisctlen, und literarischen .Fähigkeiten der deiiiscbei ausgemerzt und jüdische wissenschaftliche Theater, jü Jisclie Zeitungen wjerd Jüdisches nur darin bestehen, Idaß den von dei’ stitutioneli Grundlage Mitarbeit au den lllg »meinen deutschen Inausgeschlossen sind? ihrer Existenz sein? ihre Fahnen in jedem Winde flittem lassen, der aus ihnen hinüberdringt? Kulturleben mit einem oberfläcblii hen jüdischen Ansl ricl i versehen? den verseil ossenen Gebieten Izu Sollen sie h diglicli das allgeme ne .1 udeu heul Die nuterielle und seelisel e leben, treibt Sei, Die Lebensnahe it das Judentum in konfessiönalisierten deter Menschen deiii judentuine noch Zweck, ihnen nur Unterbun rinsamung zu gewähren, um sie,(lann wieder, wenn die Zeiten besier geworden sind, doitliin zu entlassen; woher sie gekommen sind. Wenn es je eine tpoclie in unserer G« schichte gegeben hat,' da der Religion Und den AnscIauungen des ^Judentums eine Eihwirkungsmüglichkeit geboten war, so isl-sii: heute da! Heute läßt sich das te rstörte Gleichgewicl t v ’ieder herstdilen, heute läßt »ich Einheit im Geistige1 ri, der jiidisclen Persönlichkeit w ietler „erzielen, heute kann trotziges, konfessionelles Bekenn Mi in echtes jüdisches Empfinden umgewandelt werden mer mehr nimmt das Charakter an, ein n Juden küijnen nicht werden. Sie werden m cli Betätigung suchen, Institute, i jüdische mi entstehenl Soll ihr die in ihnen Wirken- Soll ein I Negatives Sollen sie ini übrigen e N ot, jn der w ir deutsche aren uns längst entfrem- £u. Es hat -nicht Sinn t in der Zeit der Ver- 55

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