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Der Orden Bne Briss · 1933-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1933) · p. Seite 50

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 50 (sequence 6)
Language
German
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I weit entnommen sind. Diese Tendenzen sind an sich schon religiöser Art; es bedarf also durchaus nicht erst noch besonderer., religiöser \ erfcnüpfung. Wo sie aber erfolgt, muß der Verschiedenheit der religiösen Anschauung in derselben Weise Rechnung getragen werden wie. im Streit, der Schulen untereinander: es muß jeder Riehtung die lautere Gesinnung zugebilligt werden und das ideale Ziel, das ihr vorsetwebf, anerkannt werden. So kann auch auf diesem j sonst so gefahrdrohenden religiösen Gebiete die Loge, die Stätte echten „Lehrens und Lernens" werden, und ist es tatsächlich geworden. Der geistijJPh Vi eite dieses Lehrens und Lernens, -nie sie in der talmudischen jiml in «ler spanischen Zeit bestand und «lort «lie griedhische, hier «lie arabische Kulturwelt einbezog, entspricht es, «laß wir die deutsche Kulturwelt, zu der viir seit Moses Memlejssöhn vollen Eingang gefunden ■' haben, ganz besonders,in «len Kreis «les -Geisteslebens der Logen unseres «I e u t s c'h e n Distriktes einbeziehen.’ Diese «leutsehe Kulturwelt verkörpert sich für uns noch immer in der klassisch e n Periode des deutschen Schaffens auf «len Gebieten «ler Philosophie, «ler Literatur, «ler Kunst. un«I an ihnen messen wir «lie -.moderne Zeit und «lie nicht immer erfreulichen Stimmungen «les Tages. Das gibt reichen Stoff^zum Lehren un«l Lernen, und für viele unserer Brü«ler wir«l «lie Loge die einzige Lehrstätte sein, die ihnen die Einführung in all diese Geist«*swelt vermittelt und ihrer Allgemeinbildung reichen Gewinn zufölirt. Selbstverständlich werden diejenigen. «lie «las Geistesleben «ler Logen tragen, wie einst «lie Lehrer in den Lehrhäusem aus allen Berufsschichten stammen. Jeder, «ler ein issen hat. wird darüber in «ler Loge sprechen können und sollen, der Kaufmann wie «ler Aka«lemiker und ganz gewiß nicht bloß «ler Theologe. In «liesem H«">rsaal. in «lern Menschen «ler verschie- «lensten Berufe und «ler verschiedensten Anschauungen sich zusammenfimlen und sichgegenseitig in voller Aufrichtigkeit. aber gebunden durch «lie.Disziplin der Loge, zugleich in ürde und "\ omehmheit aussprechen können, werden die alten orte, «laß «lerjenige «ler eise ist, der von jedem lernt, und daß man viel von seinen Genossen und am meisten von seinen Schülern lernen kann, zu einer überaus lebendigen Wahrheit. I In Gesellschaft lernen, einer sich am anderen schärfen und ahschleifen, ist nicht auch diese alte Vorschrift etne köstliche Zeichnung für das Ziel tles geistigen Lebtag in der Loge, die erfolgreichste Methode zur Erweiteiung der Kenntnisse, zum Ausgleich def Lebensanschauungen und zur Stärkung «ler Charaktere! Und derjenige wird «ler!><‘ste Lehrer für seine Hörer in der Loge sein, der aus gründlicher Kenntnis seines Stoffes heraus, a|>er ohne* je«le Selbstüberschätzung so spricht, daß er jejdem 'verständlich wir«l und je«lem etwas bietet. Das bl<^ße Geis'trcichsein. «las ..Zuhochsein“ verfehlt in «ler Löge, noch .dazu, wenn es Aus«lruck einer Eitelkeit ist,j gänzlich s«'iiien Zweck. . In «ler Popularisierung alles \\ isseiir. auf allen Gebieten muß ein Hauptziel «les geistigen Lehens in «ler Loge liegen, und sicherlich hat der Orden hei uns in Deutschland sich darin bereits <pn groß«*s Verdienst erworben, besonders auchl der rejn jüdischen issenschaft gegenüber, die [sonst nur eine unbekannte Blume im verschlossenen Garten «ler G«dehrtenschulen gehlieben wäre. j So ist .^Lehren un«l Lernen“ noch immejder Rahmen für die Entwicklung des Judentums, uml die Logen helfen mit, ihn auszufüllen. Im deutschen Distrikt stehen, sie noch dazu unter der Führung eines Mannes, der selber Lehrer un«l Gelehrter ist und andere zu Lehrern uml Gelehrten heranbildet, der voll is^ «les reichsten Wissens auf allen Gebieten der 'Kuhufuml «loch unermüdlich bestrebt ist, weiter zu lernen uipl weiter an sich zu arbeiten, der in wissenschaftlicher Arbeit Wesen uml Entwicklung des Judentums oft so dargelegt hat. wie wir es oben geschildert liahen, der in Sehrift uml' Wort immer wieder meisterhaft zeigt, wie «ich alles Große und Edle in der Welt in den Kreis jüdischer Ideen uml damit auch in den Kreis der Ordensideev einfügen läßt, der 'Wissen pml lebendiges Betätigung immer miteinander verbindet und trotz ausgeprägter Eigenart menschlich den Einzelnen — wteleher Richtung sie auch angehören —- brüderlich nahesieht. Dieses besonderen und seltenen Glücks wollen wir Brüder «les deutschen Distrikts uns dankbar und her^Iichst immer aufs neue freuen. * 50

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