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Der Orden Bne Briss · 1933-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1933) · p. Seite 47

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 47 (sequence 3)
Language
German
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zen nur von Vorteil sein. Audi im Jüdischen war cs so — in seinen Gruppen, seinen Bewegungen. Erkenntnis und Eigen-Bewußtsein wjaren Früchte im Maßvollen. Auch das Judentum hatte seinen Teil daran und beanspruchte seinen Anjfeil im Allgemeinen. Oer Begriff der „Auserwähltheit“ spöttelte dabei gern — im Sinne eines Vorwurfes der Überheblichkeit — von außen herein. Im Orden, d. h. im richtig verstandenen Judentum, aber darf es .— inj sehr sittlicher Auffassung — nur „Auserwählte durch jVrbeit, durch Pflichten“ gclien. Im- Sinne solchen Verstehens wurde auf der Großlogentagung des Jahres |l92fl das Wort vom „jüdischen Menschen“ geprägt — jedes der beiden. Worte den gleichen entschiedenen Ton tragend. Das humane Ideal bleibt vor |uns. Es beginnt in uns mit dem richtig verstandenen; Worte: Jude. „Logen in unserem Vaterland werden so Logen jüdischer Menschen, Stätten der Erziehung zu j ü d i s c h e n M e nsehen. Njcht von uqserni Judentum fort, sondern il 11 r c h f ii h r t der Weg So bedeutet i der Gemeinde um Auf der letzt war die besondere Frage der Jugend winnung der Jugen die uns umgibt, Wochen in völlig Die Formulie sich auf die Gewi: für die Jugend bezi Um so stärker hlei sal nicht als Fatum, sondern dem Sehijcl wje es Juden stets Erfüllung dl H »i s e r J .u d e n t u ih h i n il u rch!uj unserem Meincliciitiii nsere Vereinigung „Gemeinde sein in der Gemeinde willen.'1 n Februar 1933 ienistelluiig der ugenjl, der Gegik per Dingtf, Laufb weniger en dj zugewandt. Iiajt dies Problem im a u f r i c h t u n g , Lehren und Lernen „Lehren und Lernen“ bildet den Rahmen, innerhalb dessen sich die Entwicklung de« Judentums seit alter Zeit vollzieht. Auch unser Orden hat sich als ein wenn auch junges, so doch bedeutsames Glied 9er- Entwicklung in diesen Rahmen eingefügt und ist vor allem im deutschen Distrikt eine Stätte des Lehrens und Lernens geworden. Wer ih die Tiefen der gesamt jüdischen Entwicklung blickt |lund Inhalt und Methode des Lehrens und Lernens, sowie Wesensart ‘ von Lehrern und Schülern betrachtet, ^vird das wohl verstehen. Den Inhalt des jüdischen Lehrens und Lernens kennzeichnet das Freibleiben von jeder Einseitigkeit, die Einbeziehung alles dessen, was in der W elt vorgeht, in den Gedankenkreis des Judentums, die Erfassung alles Lebens und Geschehens aus einer jüdischen Itlee heraus. Bibel und Talmud als maßgebendste Erscheinungsformen der jüdischen Geistigkeit, als sichtbarste Ausprägungen des; Lehrens und Lernens tragen ganz gewiß aufs deutlichste diese Kennzeichen der Vielseitigkeit des Inhalts, des Umfassens alles Geschehens und seine Durchdringung mit jüdischem Geist. Die Idee freilich, die alles durchblutete und durchflutete, war immer und das kann nicht abgestritten werden — eine religiöse. Am Faden der jüdischen IW 1 i gi o n rollt sich die gesamte geistige Entwicklung des Judentums ab; das erweist wiederum die jüdische Literatur von den ältesten Schriftwerken an durch alle Jahrhunderte hindurch, und auch in der Gegenwart kann nichts im geistigen Leben der jüdischen Gemeinschaft zutage treten, ohne daß es irgendeine Beziehung zum ^Judentum“, also zu seiner religiösen Struktur gewänne. Jedoch gerade der Umstand, daß die Methode des eigentlichen religiösgeistigen Lebens selber die des Lehrens und Lernens, ja i gehende Freiheit der Einstellung zu Olli Großlogentagi ng v | Beton im g der' Prob' cier Einstellung ,zur . Die Tri; Dunkel getaut lit. •ujig der Februartage iinjung eines gesicherten i^lit — bedarf einer ibt die Forderung besä als etwas Gegebenei kjsal 'einen Willen getan haben.“ T Forderung ese: weg zur H i h p. Von Br. Mai Freudenthal sogar durch Jahrhunderte bloß Lehrens und Lern en» war, veijh nderte glaubcnsmäßigen Zwang, gestatte! < n der Behänd] Dingen und der i ciei den den fundamentalen jüdischen Ideenkreis des ,eb »i i L Einsc ehen hin: ritgege;oweit sie nsraumes Kränkung. Scliickaunehmen, nzusetzen. bedeut?t: WiederiU ii n d 1 i c h e n jede: l starren e vielmehr-eine Weitung der P*b»lerne, in Dinge gelbst in Diel Religion selber wurde flüssig innerhalb dieses Kreises, der von den natürlichen K em|stücken des [jüdisch en De ukens gebildet wurde: von d^r Erkenntnis des einzigen Gottes, der Überzeugung voni der Göttlichkeit [des* Menschengeistes, der geschichtlichen Tatsache der Auserwählung Israels, der Gewißheit der - Zukunftsgestaltung der Menschheit durch die Lehre ■ vo n Sina i. Selbst diese Kernstücke waren dcij freien Erö ■terunji nicht entzogen. Sie wurden als vernunftgemäße oder hfsorisoh fundierte Überzeugungen gelehrt, im Hin und Her der Betrachtung abgewandeldoch niemals formelhaft als Katechismen gelernt. Es war ein uii.iufhör iclies und unbe, scliränktes geistiges Spiel, das sicli um alle diese Grundgedanken Wand n nd iiyiner neue Ideen; ms ihnen heramslioltc oder in sie einf^ihrte. Es war wie ein Ballspiel; einer warf dem anderen den'■Geistesball zu und jed^r, der hinzukam, wußte mit neuer Lust und neuem Wurf sich am alten Spiel.au beteiligjen, IVfan braucht nur, um den Weiten überschauen, an Geistesarbeit zu denke)] Rationalismus, an die Kreis i der gegebenen Möglichkeiten zu die drei äußeisten Exponenten dieser in: ändert Hala< hisnius, an den Mvstik, drei so unendlich gegensätzliche Geistes):ebiete, die der noch allesamt ihre hervorragenden Veitreter im Judentum besitzen, und die,' so merkwürdig «s grsclleint, manchmal sogar in ein und derselben Persönlichkeit zum Versuch einer Harmonisierung sich Zusammenhalten. [Auch dgs ist begreiflich, 47

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