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Der Orden Bne Briss · 1933-04-01 · Nr. 4 - April (4.1933) · p. Seite 39

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 4 - April (4.1933)
Date
1933-04-01
Page
Seite 39 (sequence 3)
Language
German
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L Zeitgemäße Aphorismen Von Bell Im Verlorenen und sc/ieinhar Vrersunkenen ist doch noch Gott. Die lässig machende Demutreligion sagt: Wir sind nichts vor Gott, dem Ewigen. Die stark machende, erhebende sagt: Wir sind ein Teil: des Ewigen und leben in Gott. Das macht ni :ht stolz, sondern vielmehr verantwortlich. Die Heiligung besteht, darin, uns so zu bilden, daß unser Wille mit dnn göttlichen Geset-zc eins ist. Ein Volk, nicht hochhält leugnet. rthold Auerbach (je Kein Mensch ist w Reinste, dessen Hand u Größe, die nicht auf ti r Keine Phantasie niederträchtig und ja lebens ist, aber auch groß, heilig und erhalte: ki öf'< ist das so kann der e öffentliche Star rechtschaffen » iirdig zu wirken für das Höchste und nd Herz nicht rein ist.. Es gibt keine ahrer Sittlichkeit steht. Liebe ist G Wer sich der ist im Rec ines Mensehen kann ausdenken, wie n^mervoll dos Gewirre des Menscheniner kann ergründen, wie schön, wie n trotz aljedem. das die grolle Mann ist wie eifi Mensch, entliehe, allgemeine inzelne noch’ rechtschaff: tslehen rechtsthgffen. erden. seiner Geschichte er seine Eltern veratslehen verdorben, n sein, ist aber das muß der einzelne de» Herzeins. ] sagen kann — ich liten. darf ganz wahr spin — Die höchste Aufgabe der Bildung ist Erziehung zur Pflicht. de Die' meisten Menschen gehen daran zu Grunde, daß sie, wenn Ungemach und Unruhe sie heimsucht, lahm und lässig alle ihre Oblieg« nheiten verabsäumen, und so neues unverschuldetes Mißges :hick auf sich häufen. Wer nichts nach der Welt fragt, nach dem fragt die Welt am meisten. Die Dummheit hal daß sie. ebenfalls unheiec Aufgabe über allen Vö gäbe der natior rechtigung zu e r religiösen kerschaften alen Bildiiu :. -halten und. Es gilt die Lebenspfliclit zu « rfiilli lebe und wiederum als ob inan' stündli mit der Genialität das gemeinsam, chenbar -ist. Wenn man Leiden nicht lei mit beständigem Jakob V/assefmann zum 60. Geburtstage von Kurt wait.>r eLdschmidt Wassermanns Lebeiswerk, dtas ja nun, bei Vollendung seines sechsten Lebensji hrzehnts.j zu umfassender und überblickbarer, wenn auch noch länge nicht abgeschlossener Fülle gediehen ist, bediirf heute {kaum mehr der kritischen Ergründung und Wertung. Stärken und Vorzüge, Grenzen und' Schwächen seiner \rt und Kunst sind schon tausendfach erörtert und unter den verschiedensten persönlichen und sachlichen Gesichtswinkeln abgeleuchtet worden. Wirklich neue, letzte, vom Scheinwerfer der Kritik noch nicht getroffene Winkel seine) Wesens und seiner Dichtung sind heut schwerlich noch Zu entdecken. Heut, zu festlichem Anlaß, zwischen Manncishöhe und Greisenreife, überwiegt das rein menschliche Gpfühl der| Freude und Dankbarkeit für das, was er uns mit| seinem Kesten gegeben hat. Vielleicht ist es dagthn auch richtig und reizvoll, einmal bei dem Menschlichen des Dichters zu verweilen. Nicht, als ob damit dies Menschliche vom Künstlerischen abgetrennt werden sollte: ^as ist beim Künstler gar nicht möglich; denn seine Menschlichkeit wirkt sich gerade im Schaffen und Gestalten laus. Unjd sie ist eben darum sinnfälliger, weil sie in Äußerung und Formung faßbar wird. Ich darf hier, wonl eine persönliche Erinnerung an meine erste geistige Bejgegnung Imit Wassermann einschalten. Er war damals noch ein jjunger, im Aufstieg begriffener Autor; dessen Ruf sich jejien zu verbreiten begann. Von größeren Werken lagen bereits die „Juden von Zirnglaubte ich — meines damaligi rische Einleitun ten lassen zu ko einen — Dank! bescheiden auf Hoffnung künfli Diesen Brief habe ich rischer Menschlichkeit wortet sonfit in nahezu ablehneiji Recht als ein m kum empfunden dieser mit heilig: gefühl der Sach« düng erfüllte, u gende Geist, der konnte, sich abr kontrollierten, bewußt blieb. en jugendlichen Kritizismus —nur die liisto-;snovelle zu den ..Juden von Zirndorf*4 gel nnen, Kurz'darauf rief, der mit Wü dorf“, die „Renate Fuc und der „Moloch“ vor. Uber den Dichter und diese I Werkgroppe, einschließlich dieser oder jener kleineren Novelle, Veröffentlichte ich damals einen etwas ausführlicheren Essay in „Nord und Süd“. Ich’ war um ein gerechtes Urteil bejnüht, ohne der kritischen Strenge etwas zu vergeben: der! Befund war leider überwiegend negativ; als ^anz reifen und bleibenden Wert Die gleiche erschienenen läumsgabe, die Beschenkter, seii^ er davor zurück, Vollwert zuzerki steiler gelten moderne Roman ins Kunstgewe so stolz-beschei nehmen: die Gr4 ins Dichterische S«l la ii >ap a eipl t letdei zu jenen 1 wenige i Bildung ist, .das Allgemeine, nie iu entwickeln, Auf- Elcsonderheit in ihrer Be- Endzirl entgegenzufUhren. . als ob man ewig ch stürbe. jung igt, en zu könnt ii Leid leben glaubt man in Wenn mit dem geringsten in alt ist, lernt liban vielleicht in einen gewissen Überschwang ein stetes $.trehcn erhielt ich vom Dichter r«Ife und Wärme stolzzum Höheren und die ger, vollkommener*^ Leistungen wies. ein Do auflewahrt. [uini-nt nobler künstle- . Welcher Autor antsolchem Tone auf eine in der Hauptsache de Kritik? Ich habe ei schon damals mit :nsChlicjhes und besonders literarisches Uni- Der ganz« Wassermann ist schon darin: m Ernst, mit fanatischem Verantwortungs¬ und Aufgabe bingeg in hohe ethiiche und wohl künstlerisch r ih seinem di Inkien Drange doch d:s rechten Weges wohl stolze Besch« i bstbetrachtu 4er Dichter, em Publiku sich den stola cjnnen, und wi sen. Nun als solcher et i,che hat — nen Dichter mzen sind fli heben •-u neueren A ebene, von seinef Senästhetische Ziele riniiren und entgleisen cm wachen Verstand idenheit a ngen“ — - ein Sehen gewidni en Name i i II sich nu ist es wol was Zwiti e aber npan in gegen si eßend; d^i gerade >lil ic i i d .utoren, d tmen auch die eben lie weTtvölle Jubinder mehr als ein hat. Hier scheut ,Dichter“ in seimim als Roman-Schriftrichtig. daß der rhaftes, einen Stich uß den hier wieder selbst in -Schutz Roman kann sich ’ Vassermann gehört zur dichterischen 39

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