Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 10 - Dezember (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 147 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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jls Jakob Nußbaum 1923 im Frankfurter Kunst- Schon in seinen Frühwerken bt-die impressionistische verein einen Überblick über sein bisheriges Schaffen gqb, Anschauung, der er in konseqi ei ter Weise treu geblieben fand dieses reiche i|nd in seiner einheitlich konsequenist, gekennzeichnet. Eine geride Linie führt von ihnen ten Wjeise ~entwicke|te Oeuvre ungeteiltes Interesse.und zu den Schöpfungen «1er letzten Jahre, anerkannte Würdigung. Inzwischen sind 10 Jahre da hingegangen. Das volle Haar des stattlichen Manne dessenj kluge, durchdringende und zugleich gütig blikkende Augen so fas: linierend wirken, ist weiß gehleicht. Wären die Zeiten andere), würde nicht die allgemeine Not alle künstlerischen Bestrebungen und jede tiewegungsfreilieit hemmen, so würde! sicherlich i eine Aiisstellung des NußbaUmschen Lebcnäwejrkes anläß-1 lieh seines 60. Geburtstages die schönste Ovation für den | Künstler sein. I Jakob Nußbaum.zu seinem 60. Gebur Nußbau - " ■ ' - ' »erbljck i stag malte Nußbaum ini Odenwald, mäßig im Herbst-und Früh ja meist einlache Naturausschnitt|e, Jahren ziemlich gleich. Der Bereits 18‘H er auch jetzt regel- DeUn wenn man in seinem Atelier in der Paul Ehrlichstraße diese ausdrucksstarken, einer gesunden sinnlichen Freude an allem Naturhaften entsprossenen, ohne jede Pedanterie und ohne alle Modekönzessionen,aus tiefem Erleben entstandenen Bilder betrachtet, hat man die beglückende. Gewißlliiuplvifiir im Schnee 1901 (SUdt. Galerie) heit, daßKunst eine(yabe ist, die den, der sie so zu nützen weiß, begabt und gesegnet hat. Man empfindet, daß jedes Werk das Bekenntnis eines hierzu Berufenen ist, der Kraft seiner Intuition, seines Blickes, seines Fühlern und Gestaltungswille:iS schafft (und gerade so sehafft, weil esihn dazii drängt und er nicht anders kann), daß es aber darüber hiniius wirkt und wirbt und jeden in seinen Bann zieht, der dem Künstler in seine Welt folgt. Nußbajum ist voi allem Landschaftsmaler. In Rhina (Bez. Kassel) am 8. Januar 1873 geboten, besuchte er von 1893 bis 99 die Münchener Akademie und lebt seitdem in Frankfurt. Weite Reisen führten 'ihn nach Tunis, Teneriffa, nach Ägypten und Palästina, dann zu wiederholten Malen in die Schweiz. In Nordwyk knüpfte er 1908 besonders enge Beziehungen zu Liebermann. den aufsucht. jDie Motive bleiben sich in all den Naturfreund findet do immer wieder n Anregungen, der -Künstle:' .'vertieft sich imitier mehr in diese Formenwelt Und gelangt zu stets überzeugenderer Vereinfachung und großzügigerer Malweise. .Neben den Gemälden entstehen unzählige Zeichnungen, oftmals schnelle Eindrueksskizzeii, dann wieder sorg- . lältig durchgeführte Stiulienblätter, die manchmal mit besonderer Sachlichkeit das Gcsehaute notieren und den .-Weg weisen,der.Nußbairm zum Architekturmaler führte. Aber die aus diesen Übungen entstehenden Gemälde, vornehmlich von be- -kanntenStraßen und Plätzen Frankfurts, werden au groß gehen* mit dem in ihm Jakuh Nulslt^utn schauten Visionendes Großstadtk i pulsierenden Fluidum hastigen Getriebes. Das Städelsche Institut besitzt 5 große Gemälde besonders die beiden Frankfurter wache und Jes Schillerplatzes De voll in den Wäldern ist und auc (jts Meisters von denen \nsichten der Hauptk umente einer geradezu grandiostn visuellen Darstclluii p^kraft sind. W as ihn au dieser 8) selbstverständlich ’virkenden Einstellung in den Stadtbildern, den Gemähhi aus W ald und Flur, aus dem Orient oder der Gebirgsvielt begabt, ist ein besonders feines Empfinden für die cie. Dinge einhüllende Atmosphäre, die klar und durchi i chtig; in den ,Bergen, ..sonnendurchflutet und magisch flimmernd im Süden, fiiebelverschleiert und oftmals' schwer und bedrückend in den Straßen der Städte und vertiäumt und geheimnisimmer wieder neue 147