Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 10 - Dezember (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 144 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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I Handeln bestimmen, sind im Bewußtsein'gegeben,'aber sie werden von diesem doch deutlich als etwas leben Gegeniiberstehendes empfiiiulen. So reidien also alle Kulturgebilde, wie Springer treffrtnl hervo-gehoben bat, durcli drei Schichten hindurch: die physDchi*. die psychische und die Schicht der ideellen Geltun :. Kein wirkliches Kulturgebilde verkörpert d e in ihm liegende Idee in ihrer vollen Heinbeit. Das äßr sich vielleicht an der Religion am deutlichsten zeigt n; schon Lossing bat dies in der Ringfabel <l<>s*..Nathan" iiberzeugentl tlargetan. Jeder der Brüder glaubt zwar im Besitz des echten Ringes zu sein, aber in W ahrheit existiert der echte Ring überhaupt nicht mehr, er ist den Menschen abhanden gekommen, und an seiner Stelle sind null drei Ringe vorhanden, tlie dem echten Vehr, nalie ,ommen. aller ihn »dien doch nicht ganz erreichen, \linl ch«*s gilt für alle alitieren Knltnrgebilde. Daß dies der Pall ist, i-t men-chliehes I.os. Der Mensch findet bei seinem Eintritt ins l.theil eine Kultur vor. mul diese Kultur muß er sich alle guen. er muß in -ie hineinwaclisen. Immer ist diese K'd :ur liisltsri-cli geprägt, das heißt, sie hangt in ihrer konk •eten Gedern Ers sind es Trübung ngehalles rfll.ilb ein * j un,»*Ä ^ietl n i unter eile >|»j»‘ii. tlie 1 ationa- Leineswegs auf eine einzige „Rasse“ j beschränkt geblieben. NX enn von gewisser Seite dig Überlegenheit einer Kasse betont wird, so ist das ein Unternehmen, das wissenschaftlich nie begründet werden Auffassung, daß Reinrassigkeit di» (ann. Auch die es heute wohl -talt von raum-zeitlichen Einflüssen all. Di» auch, tlie mit Notwendigkeit immer zu einer dein Tallen Kulturgebilden steckeiuhm ble« führen müssen. I.ehendig ist tlie Kultur immer Hur ion /.einer G»,jiieiiischaftsgrupp«‘n. deren Kultur« -cheidi’ii sich voneinander. si«**zeigt*n ein«1 ver: inhaltliche Forinnng und Höhe, Als «,lie (»1*11 als Träger der Kultur auftreten. findenwir <1 i len Gemeinschaften, und somit kann man ai cli sagen, . /»laß j«-«le Kultur national geprägt ist. Wir sahen, im .Menschen liegt die Fälligkeit zum Kulturerh-lx-n und zmn Kultnrsi'liaffen. Ixlr iliese Fälligkeit i-l bei der Geburt inx-h nicht ausgeliildet. -011d«*rn -ie muß erst entwickelt werden. Sie kann aber nur daihirch entwick»>lt wcr«len. daß der Mensch die Ix'reils vorhanden«* Kultur in sieh aufnimmt. Nur ai il»r kann er di«* in seiner S«*ele steokeiulcn Fähigkeitei lind Anlagen entfalten. Die Aufnahme der Kultur di«“iit also einem ilopp«*1t<-u Ziel: ihrer Erhaltung und ihr Bildung «Ie- Menschen. In welcher Richtung die Bildung «*iin*s Menschen, »lie Entfaltung »1er in ihm liegenden Anlagen /geht, «las hängt immer von den ihm zuY \ erfiigung -teilenden Kulturgütern ab. Die Aufnahme national geprägter Kulturgüter muß ihn selbst also immer in nationalem >imn* bilden, zum Glied der Kiilturg« mepischaft machen, in der er lebt. | , Non <l»*n hier kurz erörterten Grundlagen Uns wird «'s uns nun möglich sein, die Stellung »les Judtn z .ir «leut- -chen Kultur uinl zum Di'utschtum zu betnehlen. Das NN «'seu ein»*s Menschen macht nie seine anim ilische E\ist«*nz aus. nie'seine Haarfarbe. s»'ine Körpe grölte »xler sein ßrustiimfaiig. sondern «las. was w ir als h ultUrbereitscliaft und Kiilturerfiilltheit bez«'ichneii köi nenL Diese aber sind, das zeigt uns die Geschichte ganz « iiiilringlich. überhaupt nicht mehr gibt, zum mindesten nicht in Heutschland —• der schöpferischen Leistung b«*sonders günstig sei, ist bestritten worden, ^o bcjtout Kretscbim'r in seinem Buch „Geniale Mensehen“, da'ß «las Genie sich gerade bei Rassenmisebungen finde, ein Moment, «las Springer in seinem Buche „Die Blutmischung" mit zahlreichen Beispielen belegt liqt.! , Daß »lie Ju«len einmal eine eigeiu|, und zwar eine sehr hohe Kultur hatten, wird nur von dem v carkann l werden können, der aus Parteivoreiiig^nomnieiihieit 1»«*- wußt oder unbewußt »lie Wahrheit entstellt. Siej haben der Menschheit eine Reihe von religiösen Genies gesehenkt w ie kein amleres Volk der NN e|t, un«l «li«i Bibel bildet einen nicht wegzudenkeiuleu B(*s|tandteil aifch <]er abendländischen Kultur. ' Es muß auflallen. »laß dieser überhaupt die eigentlich religionshildcjndc Kraft! bislx-r versagt geblieben ist: alle großen Religionen stammen «aus d«‘in Osten, und das Abendland hat immer wi«*«ler aus «len »lort fließenden .Quellen geschöpft^1 | Der Jude des' Ghettos hielt an der Überlieferung fest, und s»*in ganzes Leben faitil einen Halt in »1er Pfleg»* «ler religiösen Überlieferung. '“An d«im Studium «ler Lehre bihh'te sieb immer wie«ler der gleist, schulte sieb auch das Denken »ler Menschen. Einje profane Kultur lie in der Ihn weit eit von «len Juilen gab es nicht, man schloß sich von ihr, bestand, ab, genau so wie sieb die Umwk absebloß. NN er in die Welt der allgemeinen Kultur einzudringeu versuchte, stieß noch bis in das letzte Jahrhundert hinein auf Mißtrauen. und W iderstand, nicht etwa nur in der niclitjüdiscben IJingeh ing, sondern auch hei den eigenen Glaubensgenossen. Als «lie Ghettoriiauern fielen und «ler Jude die lang«* ersehnte staatsbürgerliche Gleichberechtigung fand, änderten sich seine L«*bensbe«lingungeii auch in geistiger Beziehung vollkommen. Die Gemeinschaft, in der <*r lebte, war nun nicht mehr die jiidis.-hc, sondern die deutsche, er wollte Deutscher sein, er wollte am Leben der Nation, ihrem geistigen Ringen Anteil haben. Begierig nahm er die deutsche Kultur aluf, und er fühlt«* sich ungemein tief von ihr berührt. Er konnte «la^ um so mehr, als er in seinem religiösen Leben am überkomnx'iicn f«*sthielt, auf allen anderen Grbieten aber vollkommen frei und ungebunden war. Un:l auch «lie B«*«leutiing «les religiösen Momentes trat in « er zweiten1 Hälfte des vorigen Jahrhunderts unter dem Einfluß «ler allgemein geistigen Strömungen ständig mehr zurück, und «lamit auch das, was den Juden vom N chtjuden trennte. Es mag hier bemerkt sein, daß auch «lie körperliche Entwicklung in hohem Maße voii den Bedingungen «ler Umwelt abhängig ist. Die Jutlen haben sich überall in ihrer körperlichen Erscheinung an die Völker, in deren Mitte sie lebten, angeglichen. Grundlegende Unter- 144