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Der Orden Bne Briss · 1932-12-01 · Nr. 10 - Dezember (12.1932) · p. Seite 143

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 10 - Dezember (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 143 (sequence 7)
Language
German
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fingen, Stettin, Frankfurt a. 9., Dresden, Plauen, Wir verweisen auf die ausführliche Berichterstattung, die wir seinerzeit gegeben haben. Verkäufe hielten sich angesichts der Schwere der Zeit in naturgemäßer Begrenzung, i Wir waren in der Lage, gelegentlich von Werken aus t|em Kreise der Künstler des Ordens durch Bildwiedergabe berichten zu können, so anläßlich des SO. Geburtstages von Stanislaus Bender-München, ferner von den Schöpfungen des Frankfurter Künstlers Benno Elkan, dessen Befrciungsdeukmal in Mainz wir in Verschiedenen Reproduktionen Wiedergaben. auch von seinem großen Bibelleuchter gaben wir djurcli mehrfache Abbildungen Kenntnis. Anläßlich des 6l>. Geburtstages unseres Br. Jacob Pleßner-Bcrliu konnten Wir daran erinnern, daß wir vielfach auch von seinen Werken unseren Brüdern Reproduktionen vor Augen geführt haben. Das Schaffen des gleichfalls npninchr 60 jährigen E|r. Jakob Nußbaum-Frankfurt a. M. würdigen wir durch einen Aufsatz von Br. Karl Schwarz unter Wiedergäbe einiger Illustrationen. Von unserem Br. Heinrich Schalit ist eine Freitag-" Abend-Liturgie mehrfach vor einer großen Hörerschar in d}r Synagoge Lützowslraße zu Gehör gebracht worden. j Auf dem Gebiete des Kunstlebens sind insbesondere unsere Frankfurter Lagen zu nennen, die in verschiedenen Jahren Chanukkah-Kutistaiissteilungen mit Erfolg veranstaltet haben, so wie sie auch einen sehr gelungenen musikalischen Abend als Heinrich Schalit-Abend ihren Zuhörern boten. | in letzter Zeit Trat der Kunstausschuß int Großlogcuorgan mehrfach Appelle an die Logen und Brüder herausgeilten lassen, auch in schwerer Zeit Kunst und Künstler nil'lit zu vergessen. Den Logen wurde nahegelegt, Bildvcrkäu fe mit den Chanukkah-Messen zu verbinden. j Angesichts der eingeschränkten Mittel, die dem Kunstaulsschuß zur Verfügung standen, mußte der Wunsch, dmcli materielle Mittel etwas Positives zu schaffen, zurückirdten. Wir begnügteh uns damit, die vorhandenen Mittel Künstlern als Anregung für ihr künstlerisches Schaffen zu überweisen.! 1! Judentum und deutsche Kultur Von Br. Professor Dr. Erich Stern, Mainz Noch vor wenigen Jahrzehnten glaubten »viele, ilalJ das jüdische Problem gelöst sei. Nachdem das Gesetz den Juden die volle Gleichberechtigung gewährt hatte, galt es lediglich, die W iderstände zu überwinden, die deren Verwirklichung noch entgegenstanden. Diese Widerstände nahm man nicht recht ernst, man gFauhtc, Der gegliedert it t, ist die Ge sehen in und eines eines \ o der Linz iuander was verknüpft uns mit dem Deutschtum? Um diese Frage‘beai tworten zi können, müssen wir einige allgeijieinerc Bemerkungen vorausschicken. Der Menscjh ist cjin Lebewesen uiid bildet einen Teil der Natur, deren Gesetzen er unttrlie;t. Die naturwissenschaftliche Forschung bemüht sich, den Ursprung des Menschengesjchiechts, seine Entwi'cl .lung lind deren Abhängigkeit vjii den verschiedensten Bedingungen, ebenso aber auch Entwicklung ind Bedingtheit ch‘s Einzcliudividiium» zu irrklären. Hier liegt die Aufgabe der Anthropologie, der auch die Behandlung, des Rasseprobkniis zufäHt. fasst bezeichnet eine Gruppe von Individuen, (h-nen bestimmte Merkmeie (z. B. Haut- und H^agfarbe) gemeinsam i ind. Die R; ssenciuteilung bezieht s^cli zunächst iiuf e ie. Verschiedenheit körperlicher Eigenschaften, und es bleibt eine Frage, oh diesen'auch in jedem Falle seelische Unterschiede entsp timg der vc vollkommen grüße st »Hei i ‘echen? ■ J ede Bewcrrschiedenon Hassen liegt der Anthropologie fern: Haarfarbe», •.Viigensttdlungj, Körper* au sich eine l W ert iil erhaupt nicht dar. ite Ztrsamme tliatig, iii vellschaft. Gr ippen zusammen, wobei die Zahl der Grup- - pen, in (lenen ein Mensch .lebt, groß ist-; er ist Glied der weiteren Familie», eine- Berufs- und Standes* nin leskreises, Hü Ike 1 usw. Mit a l ein; in Beziehui etzjen. iterliin: wir sehen gibt, auch .eine Kultur ist. Kult vorhanden ist, vom Menschen gesc müssen dar; Hier hang gan: «halfen. Wir wissen, us die Folger ditigutigcii für das Kid tut »chaffen erheben sieh 1111 1 zwei, i besonders wie Wesen dcp>»;ii, was wir a s' Kultur bezeichnen und wie entwickelt »ich sie würde« vorübergehen, upd es würde endlich eine fassimg, die Zeit kommen, in derniemand mehr seines Judentums wegen unterdrückt, beschimpft, geächtet wcrde»n würde». Wir wissen: die Entwicklung ist nicht diesen Weg gegangen, sondern meljr denn je ist heute der Jude bedroht. Dabei bleiben ihm selbst die tiefsten Ursachen dieser Abneigung freund und unverständlich: wenn man dem Juden die Schuld an allem Übel zuschreibe»n will, so Weiß er selbst sich unschuldig, uiiel wenn man ihm vorjiält, er sei ein Frjemder, so fühlt er selbst sich doch durchaus als Deutscher. | Diese Situation jnuß uns erneut die Problematik unserer Existenz zum Bewußtsein bringen und in uns liäuser und also auch < den jassfli Wunsch nach gedanklicher Klärung wach werden Sind wir Juden Deutsche und was'.verbindet, 'cmeiiischaf t, eines Bekenntnisses, riiicr sozialen Schicht, rge»r eine» die«e»n amiH'ii s; den der. Mensch ein- Imnier leben Men- Stadt, eines Staates, Gemeinschaften stellt g, mit jlinen linier sich anse»i sch das einzige,, das es Vermocht hat, cim daß alle Kultur, die I taffen wurde»,'und wir iing ziehen, daß iii ihm tlie Begegeben sind. 11 unserem Zusäininenrtige F'rngeti: worin liegt das Me ihn zum Kulturerlebcn und Kiilturschalfen befähigt. Alle Kultur ist rielle gebui den: das fcjild Kultgeräte. doch in kcineA Weise dus Weser. gewinnt erft dadurch Leb heil Jet zunächs: isf mit gemalt, »las wissenschaftlie he W erk mit Druekerschwärj'»;nif Papier gedruckt, zur HeligionsÜbung gehören Gottes- Äber dieses Materielle macht en, daß loht, gedacht, gefühlt, empfunden wird. Alle Kultur hat ine psychische geil, daß, «0 es Men- \ 011 allen Lebewesen e 'eigentümliche ,Vcr- einmal an das Mate- ’arlien auf Leinewand der Kultur aus; sil: . -r sie von Menschen er- Seite'; Bie inuß daher immer wieder in Jie Seele der Menschen eingebildet werden. Aber weiter: in Kultiirgeiilden ist ein Sinn, eitle Idee verkörpert, und diese besitzt ihr;" Geltung auch dann, wenn das |Werk im Augenblick von keinem Manschen gedacht, gefühlt, erlebt wird. Eie Normen, dije unser 143

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