Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 9 - November (11.1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- Seite 133 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Karl Marx’ Vater und das napoleonische Ausnahmegesetz ■ gegen die Juden 1808. Von Adolf Kober, Köln 1932. (Sonderabdruck aus dem 14. Jahrbü^h des Kölnischen Ceschic litlvereins E.V.) Man kennt in weiten Kreisen die von der französischen Nationalversammlung am 27. September 1791 den Juden gewährte Gleichberechtigung; weniger bekannt ist die am 17. Mär: 1808 erlaesehe Verordnung, die die bürgerliche Gleichstellung der Juden völlig aufhob. Der Unterz'eichner dieses „schändlichen Dekrets“ war kein Geringerer als Napoleon Bonaparte, für den die Juden wegen der Einberufung des „Grdßen Sanhe«: ripns“ schwärmten und ihn für einen von Gott gesandten Messias hielteu. — Gegen die im Dekret enthaltenen Ausnahmebestimmungen haben sich die in Frankreich soiVie die in den früher deutschen Gebieten wohnenden Judön zur Wehr gesetzt, darunter Heinrich Marx. Advokat am Appellationsgericht in Trier, dessen Eingabe und Bemerkungen über .das Napoleonische Dekret hier veröffentlicht werden. Dieser Kämpfer, der später, um iiu Amte zu bleiben, dert Väterglauben verließ, ist der Vater von Karl Marx. Die vorliegende Broschüre, die die Kämpfe der Juden gegen da» drakonische 'Dekret schildert, wird man wie alle andern Arbeiten des bekannten Verfassers mit Nutzen und Genuß leisen. F,. F. Esriel Carlehach: Exotische Juflen. Berichte lind Studien. Großoktav, Granzl., Pr. RM. 6,—. Weltverlag, Berlin. (Eine Parallelausgabe erschien für die Mitglieder des Heinebundes, BtHin.)| ' Die glückliche Hand^ die der Heinebund bzw. der Welt- vcrlag hei fast allen sefnen Publikationen der letzten Jahre bewiesen hat, hat ihn! auch bei der Herausgabe des vor liegenden Bandes gefüjhrt. -Man denkt immer, daß man so im wesentlichen über die jüdische Welt Bescheid weiß. Wenn man aber dies Buch gelesen hat, so erweist sich dies als ein entschiedener Irrtum. Wir hören vom Lehen der sephardischen Juden in Saloniki, die heute noch naeh fast einem halben Jahrtausend die Erinnerung an ihre Heimat Spanien bewahren und die es doch abgelehnt haben, trotz der Aufforderung der j spanischen Republik, in das Land zurückzukehren, das sie einstmals vertrieben hat. Gewiß, von den Sephardim in Saloniki wußte man auch so ^chon einiges, aber w>r kannte die Wüsjenjuden in Tripolis, die als richtige Beduinen leben und die doch die gemeinsame Herkunft nicht vergessen haben, wenn auch der Umfang ihres jüdisch-religiösen Wissens ein sehr geringer ist? ' Auch Höhlenjuden gibt es njoch in großer Zahl ln Nordafrika, die. wenn ein Kind heiratet, das „Haus“ dadurch erweitern, daß sie eine neue HöhlO ins Erdreich graben. Die Dönmehs in Smyiina bewahren noch heute die Erinnerung an Sahhatai Zwi, und sie begehen den Tischaheaw als Festtag. Im Osten Europas leben die Karäer, auf der Mitte zwischen Christentum und Judentum. Ihnen gegenüber hat sich die groteske Sitte 'erhalten, daß ein Karäer nur dann ins Judentum aufgenoipmen wird, wenn er vorher einem anderen Glauben angehijrt hat. | 4>n erschütterndsten; wirkt die Darstellung der Marannen, um deren Wiedergewinnung für das Judentum ‘man heute bemüht ist, die aber doch trotz aller Erinnerung an ihren jüdischen Glaubcm eine so geringe Vorstellung bewahrt haben, daß die meisten von ihnen wohl ‘ihr Liehen ^zwischen den beiden Welten. Christentum und Judentum, führen werden, ohne den Weg zu einer entschiedenen Rückkehr. I Fürwahr, ein eigenartiges Volk, aber heute doch so zersplittert, daß gerade nach der Lektüre dieses so sehr fesselnden Werkes einem erneut die Frage kommt, ob es jemals wieder eine Einheit bilden kann. Auf eine sehr kluge Bemerkung Carlehachs sei hingewiesen. Er schildert eingehend die] Lage der verschiedene! im nordfrajizösisclien Kolonialreich überall dopt, wo die Franzosen he gibt, jegliche Unterdrückung voir i ..D i e Krise der Juden' ha! j Krise des Judentums beg die Beobachtung, daß in dem Auge: jüdischen I iinzelmenschen besser v daß er den Judentum entfremdet '■ jüdischen Gasse ist häufig der ers des Judentums. auch diesem Buche, Man kai geschrieber daß es dem über exotische sind, folgen ist. sehr viele Leser Verlag .ermöglicht wi Juden, die .über alle lassen. Dr. W i Menorah. indisches Famillenhlut t und Literatur. Wien-Berlih Aprl 1932 Nr. 3/4. 10. Nr. 5/6. Die beiden Hefte enthalten Äiffi literarischer Bedeutung. Die versc Teil Ahliat dlungen über Kun^tfrafe enthalten eine Reihe schöner IIlusl jüdischen Stämme,, die leben. Er betont, daß rrschen, man/ si ch Mühe len Juden fern Inhalten: t aufgehföit, die Inn t“. Afo i Uch dort nblick. wo (die Lage des ird. die Gefall! besteht. 7 tt ird. . Die Auflisiing der! Schritt zur Auflösung das flüssig und ünschen,/so vie noch/ weiter Teile der Erde I ly Cohn (B ird, gewandt le Leser, e Bände zerstreut feslau). für \Xiksenscha I, 10. I Jahrgal Jjahrganfj Mai/J t, Kunst Märzni 1932 sätze von bei chtlicher hiedenpn Artikel n, Architektur rationen. Wissenschaft r/^s Juden- Monatsschrift für Geschichte und tumi. Von jüdischer.Sitte in Ost lind West handelt ein sehr lehrreicher Aufsatz des t ekanntc'n Berlifrer Rabbiners und Historikers J. Bergmani im neuesten Heft der MGWJ. Er weist insbesondere naci„daß der sieh intägigen Trauerzeit und der Hochzeitswoclu auch eirie sie lentägige Festzeit ap äßlirh der Gehurt, eine: Sohnes entspiach, und verfolgt dii'se Sitten vom Altertüri /bis in die Gegenwart hinein. Auch sonst enthält (Res-H< ft manche Bei räge, die den Freund der jüdischen Geschielte interes'sierei werden. ( herdies sc lildert I. Heinemann da /gemeinsame Fingen jüdischer. und nicht jüdischer Gelehrter um das Verständnis der großen Denlier des jüdischen Mittelalters^ Insbesondere rückt, die Gestalt Gahirois, des Menschen/und des Dicht« rs, durch diese Forschung in neues Lieht. Di_e Gesellschaft zur Förderung, der Wissenst\haft det Judentums f ß i g j ä h r i V. blickt am 2. Novdmher d. J. auf efn d r e i.l g e s Bestehen zurück Sie hat während der Wissenschaft (|ei Judenien. erfolgreich gelöst. Von dem ..Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums“ sind bisher 13 Bände von dem „Corpus Tanuaiticiun“ ist (eben der Zeit ihres Wirkens die Aufgabe, tums zu diei [■rschie dritte Band in den Druck gegeben. Die"..Germania! Judaica“ |haf wird vollendet. Außerdem hat/ die Gesellschaft 3JT ..Schriften“ heraus;egeben. Etwa 1500 Mitglieder in all?n Teilen Welt zeugen davon, daß es’ner Gesellschaft gelangen ist trotz der Ur gunst der Zeit nicht nur kulturfördert d zu wirken, sondert auch zur Annäherung -und Verständigung zwischen dep -einzelnen Ländern bei. sutragen. Romain Rol'and: Meister Breugnon. gebunden RM. 3.50. /Verlag Frankfurt am Main. Das Werk fällt'mit seiner/iinverw aus dem Sei affenskreis des [Dichters, leben der K riegsjahre sich / in die flüchtete. Ein einziger Ilymhns auf i Ein fröhli Rütren und cäes Buch nissen der Zeit leiden. Goethe-Kalen Frankfi buch! Der Juhili n des Trostes für alfe. stlichen Lau deiAliier au|» befreiende ie Lehensbej i e unter der M. Simpi Buch, Loening. so ganz dem Erpichtkunst hung und Geschehn-Tilsit. der auf dasl- Jithr 19&, urter Goethe-Museum, hjandlung Leipzig; 272 S. iimskalender im Vorjahr 3, herausgegeben vom Diederich’scHe Verlagsgeb. RM. 4.-K ist durch das Preis 133