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Der Orden Bne Briss · 1932-11-01 · Nr. 9 - November (11.1932) · p. Seite 130

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 9 - November (11.1932)
Date
1932-11-01
Page
Seite 130 (sequence 6)
Language
German
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tneinsame Sitzung mit den zugehörigen Schweiternv* Reinigungen abzuhalten. Erneut ist die Anregung an uns gelangt, nochmals die Aufmerksamkeit hierauf zu lenken. Ei darf festgestellt Werden, daß einzelne Logen, erheblich tVeitergehend als der Wunsch von 1920 in ausgedehnter V eise offene Tagungen unter Hinzuziehung der Schwestern veranstjdtet haben. Eine Reihe von Logen hat nur in aesonderen Fällen hiervon Gebrauch gemacht. In manchen Logen haben sich diese Tagungen zu beiderseitiger Zufriedenheit gestaltet. — Aus Schwesternkreisen ist nun der V unsch ausgesprochen worden, solche gemeinsamen Tagungen in stärkerem! Maße aufzunehmen, um Logenfragen, die beide Geschlechter! interessieren, gemeinsam zu behandeln.- Es wird dabei mehl auf eine Aussprache über aktuelle Fragen XX ert gelegt als auf das gemeinsame Anhören eines X ortrages. Das X erhältnis zur Jugend. Fragen der Arbeitsbeschaffung, der SiejdLung, der Berufsumschichtung, der Mitgliederwerbung sinjd bei- spielsweise Solche, die eine gemeinsame Aussprache! nicht bloß rechtfertigen, sondern dringend erheischen. Wir bitten die Logen, ihre Aufmerksamkeit hierauf zu richten und sind gern bereit. Äußerungen, die uns zu dieser Frage zugelicn. au dieser Stelle zu veröffentlichen. Kurze Übersicht Angesichts des skandalösen Vorganges, daß im I erliner Rundfunk anonym hetzerische Ausführungen antisein tischer Art ausgestreut werden konnten, hat der Genträlverei i deut- . scher Staatsbürger jüdischen Glaubens durch persönlich entsandte X ertreter stärksten Protest beim Intel danten Dr. D u s k e eingelegt. Der Intendant bedauerte d is X orkommnis außerordentlich und erklärte, dafür Sorge tragen zu wollen, daß ein<derartiger X organg sich nicht wiederholen solle. Die Angelegenheit werde nachgeprüft. ,Jm ". November 1932 jalirte sich zum 100. ‘Male (der Geburtstag des 1895 in Breslau verstorbenen Professor Ij a c o b Gottstein. Gottstein gehörte zu den Begründrrn und ersten Xertretern des. Spezial-Gebietes der Kehlkopf- und Ohrenkrankheiten. Sein Lehrbuch über KelilkopTItrankheiten. das vier Auflagen erlebte, gilt allgemein* als das beste seiner Art. Sem Sohn. Prof. G. Gottstein ist Chirurg und Primär-Arzt am jüdischen Krankenhaus zu Breslaj I bejeinen Atelierbesuch bei Br. Jacques Sternfqld (..Mas- ' sadah") berichtete im ..Neuen Wiener TagblattTl der Sektionsrat im Bundesministerium für Kultus und Unterricht: er hat den diesjährigen Förderungspreis des ..Eckartsbundes zur Förderung der schönen Künste" Br. Sterilfeld [als einem der Sendboten des Bundes überreicht und sich ülipr das Gesehene ungemein, anerkennend ausgesprochen. Die gesamte deutsche Presse, vor allem die geistig interessierte. feierte den 70. Geburtstag des bedeutenden Philosophen Konstantin Btunntr (Pseudonym für Leopold Vertheimer). der grundlegende Werke über Spinoza und verschiedene andere soziologische Probleme) veröffentlichte. | i Der Tf irtschaftsausschuß des Preußischest Landesverbandes jüdischer Gemeinden trat erneut zu einer Sitzung) zusammen und beriet über Ausbau des jüdischen DarJehnskalsenwesens, eine umfassende Branchenenquete, ferner über jüdische Handwerker-, Siedlungsnnd Hilfeleistungsfragen. Der hervorragende Kopenhagener Internist Drl Erik Warbürg, der einer alteingesessenen dänisch-jüdischen Familie entstammt, wurde zum ordentlichen Professor an {der Kopenhagener Universität und Hofarzt ernannt. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten halt die Vorarbeiten zu einem jüdischen Gefallanen-Gedenkbuch, dag Namen und Stammrollenaiiszüge aller jüdischen Gefallenen enthält, fertiggestellt. Dr. Theilhaber- Berlin ermittelte in seinem' Buche über „Jüdische Flieger im Weltkriege“ 168 jüdische Aviatiker, von denen 31 den Heldentod fanden. Der Bundespräsident der schweizerischen- Eidgenossensthdft, Dr. Motta, hielt bei der 600-Jahrfeier der Stadt Luzern einej Rede, in der er auch auf die europäische Allgemeinpolitik zu sprechen kam; dabei bezeichnete er den nach dem Kriege wieder um sich greifenden Antisemitismus als eine widerliche Kulturschande. rJftrch polizeiliche Ermittlungen wurde festgestellt, daß die Sprengstoffattentate auf das jüdische Lehrgut in Groß- Gaglow von fünf Nationalsozialisten verübt worden sind. Zum Präsidenten des neunten Kongresses där Völkerbundsligen in Genf wurde der Jurist H. Jacqpes Kunst e n a a r, ein Schweizer Jude, gewählt. Bei Ausgrabungen in Cordova wurde eine aus dem frühen Mittelalter stammende Synagoge mit außergewöhnlichen kulturhistorischen und künstlerischen Merkwürdigkeiten nnd Schönheiten entdeckt. Die spanische Regierung bewilligte 10 000 Pesetas zur Restaurierung des interessanten Baus, der als Kulturdenkmal erhalten, nicht aber als Andachtsstätte wiejder verwendet werden soll. I Ir» Siebenbürgen wurden Steine mit jüdischen Inschriften aus der Zeit, in der Dacien nöch eine römische Provinz walf; geflunden. t)ie wertvollen Sammlungen des Jüdischen Museums in Worms wurden von J. Kiefer neugeordnet. Die Synagoge in Worms ist 900 Jahre alt, die Glanzstücke des Museums sinn die mit Handmalereien geschmückten Gebetbücher aus dein Jahre 1272. Sehr viele alte kultische Silberg^räte zeigen di« hohe künstlerische Ghetto-Tradition. Anläßlich des hundertsten Geburtstages des großen schotchen Romandichters W a 11 e r .S c o tt wurde in Cleveland Bronze-Relief für die jüdische Philantropjn Rebecca etz enthüllt, deren Wirken Scott in seitjem Roman „Ivanhoe“ schilderte. An der Hebräischen Universität in Jerusalem wurde ein neper Lehrstuhl für „Archäologie des nahen Ostens“ errichist: nnd mit Dr. E. A. Mayer besetzt. Dr. Mayef war jahrelang Universitätsbibliothekar an der Wiener und Berliner Staatsbibliothek und hat -eine große Reihe wissenschaftlicher Arbeiten zur Übersetzung orientalische^ Texte veröf Fentlicht.*. Professor Ernst Sellin von der Berliner Universität hielt in Jerusalem einen vielbeachteten Vortrag über glie von ihm geleiteten Ausgrabungen in Sichern, die die hohe architektonische Kultur der Israeliten 2000 Jahre vor ,Chr. Geburt zejigen. j |Dem bekannten russischen Arktisforscher Professor Samoiloscitsch gelang die erste ununterbrochene Nordumschiffung gänz Asiens mit dem Eisbrecher „Sibirjakow“. Aus Amerika Bnai Brith Magazine Nr. 93. Mai-r-Jiili 1932. , Wir erhalten Nachrichten über die Logen in Paris, Schanghai, Honolulu. Der Präsident der Schanghai-Ljoge, Br. Reiß, betonte in seiner Rede hei der Übernahme keines Amtes, w(ie sehr die Loge um die Erhaltung des Judentums bemüht s^i. Der Loge ist es gelungen.— nach amerikanischem Vorbild — die abträgliche Schullektüre des „Kaufmann von Venedig“ auszumerzen, wie auch in Amerika der Film „König d|er Könige“ von den Lichtbildbühnen teils ^bgesetzt, teils vbn aufreizenden Streifen-gereinigt wurde. i : Die Honolulu-Loge veranstaltete während der vorjährigen flohen Feiertage zum ersten Male Gottesdienste. Am tis eir Grs 130

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