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Der Orden Bne Briss · 1932-11-01 · Nr. 9 - November (11.1932) · p. Seite 129

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 9 - November (11.1932)
Date
1932-11-01
Page
Seite 129 (sequence 5)
Language
German
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niilzigkeit, die aus jedem Satz hervorleuchtet. Jeipes wunderliche Wort: „Wer Gott recht liebt, muß nicht verlangen, daß Gott ihn wiederliebe“, mit allen den Vordersätzen| worauf es ruht, mit all den Folgen, die daraus entspringen, erfüllte mein ganzes Nachdenken. Uneigennützig zu sein in allem, am uneigennützigsten in Liebe und Freundschaft, war meine höchste Lust, meine Maxime, meine Ausübung, so daß jenes freche, spätere Wort: Wenn ich dich liebe, was geht’s dich an? mir recht aus dem Herzen gesprochen ist. übrigens möge auch hier nicht verkannt werden, daß eigentlich die engsten Verbindungen nur aus dem Entgegengesetzten folgen. Die alles ausgleichende Ruhe Spinozas kontrastierte mit meinem alles aufregenden Streben, seine mathematische Methode war das Widerspiel meiner poetischen Sinnes- und Darstellungsweise, und eben jene geregelte Handlungsart, die man sittlichen Gegenständen nicht angemessen finden wollte, machte mich zu seinem leidenschaftlichen Schüler, .zu seinem obrer. Geist und Herz, Verstand mit notwendiger Wahlverwandtscb; i kam die Vereinigung der, verscj stände.. (Ans ..Dichtung Vi as‘wär’icin Gott, der nur v >n en ^chiedensten Ver- Siim suchte sich |und durch i cd sten Wese iid Vl alirlieil“ — 11 Im Kreis <|as All um Finger lauf *n\ ließe! Ihm ziefftt's, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in S|ch, Sich in Natur;u l egen, So daß, wßg in Ihm lebt und Nie seine lyraft, nie Seinen G . .' Äu-: Lol ■ „Ethik“ Spinozas: bet mich ernstlich bemüht, •lachen, .mich ’ern sie zu v< Aus 'der „Ich habe Handlungen nicht zu verlachen, .nicht nicht zu verachten, sondern sie zu vt Ali Ben stieße. diese 1 zu- Kiuli) \yel>t und ist,- vermißt.“ I Welt — l’ronfciiiioir. diel ftwnsch liehen zu helraueryi und r.stehen“ Spinoza-Ausstellung Die Bibliothek der Jüdischen Gemeinde zu Berlin veranstaltet aus Anlaß ijer 3 0 0. Widder kehr des Geburtstages Barucli Spinozas in der ersten Hälfte des Monats Dezember eine Ausstellung im Gebäude der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Str. 20. In der Ausstellung wird in Bildern, Drucken und Handschriften Spinozas Leben und Persönlichkeit, SpinoZii und seine Zeitgenossen in Holland, Spinoza und das Judentum, Spinozas Eijifhiß auf die allgemeine Gcistes- Briefe an den O. B. B. Die Forderung unsere$ Ritiials: Kunst zu unterstützen. Zu den vielen Aufgaben,#die unsere Brudergemeinsch^ft zu unterstützen verpflichtet ist, gehört auch die Förderung von Kunst und Wissenschaft. Leider vergessen wir in dier jetzigen Notzeit mit ihrem Kampf um die nackte Existenz, für solche Aufgaben ßpfer zu bringen. Groß ist das Elend unter den Künstlern, Malern, Bildhauern, Musikern, Schauspielern und Schriftstellern. Sie alle haben schwer zu kämpfen'. Doppelt schwer gestaltet sich die Lage dieser Berufe Für unsere Glaubensgenossen, da sie neben der allgemeinen Wirtschaftsnot noch durch den antisemitischen Boykott betroffen werden. Wir müssen deshalb auch von Logenseiten aus, soweit | es irgend möglich ist, zu helfen suchen. Unsere Mittel 'sind leider* sehr beschränkte. Fs ist deshalb nötig, ändert Wege zu finden. Jedes Mitglied unserer Gemeinschaft muß sich mühen, zu helfen. Wir brauchen in den| jetzigen schweren Zeiten geistige Auffrischung. Besucht güte Theater und Konzerte! Ihr habt daran nicht nur Freude, Ihr gebt dadurch auch vielen Künstlern Brot. Das Lesen wertvoller Bücher läßt uns die Misere des Alltags vergessen: j Kauft Bücher jüdischer Schriftsteller und helft ihnen int. Kampf ums Dasein! Schöne Kunstwerke zu kaufen ist heute auch schon dem Minderbemittelten möglich. Bei der jetzigen UnterbeVertung aller Dinge kann man Bilder für Preise erstehen, die weit unter ihrem wirklichen Werte liegen, und sich dadurch oft Vermögensanlagen schaffen, die.besser sind als zweifelhafte Börsenpapiere oder Grundstücke. Den Künstlern ist auch schon durch kleine Preise gedient. Sie werden mehr bekannt und können hoffen, allmählich bessere Erfolge zu erzielen. Daß hierfür selbst in jetziger Zeit noch Geld vorhanden ist, er-;<‘schichtc (jarjjestellt werden. Die Preußische. Staatsbibliothek in Berlin, cli< . Universitätsbibliotheken Berlin, Halle, Königsberg i. Fr., die vorm. Köuij;!. j und Provinzial-Bi filio Lek in Hannover, die StadtbiLjliathek litt Breslau u.Ja: aiwie Gelehrt*, darunter der.S|j>inozn-Fjor8chec Dr. Gurl Gehharilt in ] frankfurt/Main, paßen sich bereit .erklärt, die l-Vusstjellung zu-1 ordern. durch Übprjasiung von Material ' L ' ." - t hellt am bepfeni aus dein schönen ßrgel nis,' das der, Reichsverband bildender Künstler' in Berlin in verhältnismäßig kurzer Zeit erzielte, Innerhalb wenige r Wochen! verkaufte er 60 Bilder im Durchschnittspreise von 100 Mk. pro Stück. A Käufer, die ni rht lauf einmal d« n Pr *is zuhlen konnten, durften ihn ratenweise begleichen. I Sollte es nicht möglich sein, iinsern jüdischen Künstlern in ähnlicher W rise zu helfen? - In den Logen stehen Räume niit au sreichender Ausstelluiigsmöglichkeiten zur Verfügung, Ladet die jüdischen Künstler ein, Werke bescheideneu Umfanges in d n Logen zu kleinen Pre sen zum Verkauf1 zu stellen. Kauft solche Werke! Wie oft habt ihr Gelegenheit, Geschenke zu machen. Ein Jubilar soll eine künstlerische Adresse erbalter. Denkt dabei an die notleidenden Graphiker, üs gibt außerordentlich viel Möglichkeiten, den Künstler! zu helfen] Nicht Almosen wollen sje, nur Schaffen und I -bcn. Sollen unsere Glaubensbrüder nicht auf unsere Hille rechnen können? Der Kunstausscluß gibt die Anregung, im Anschlußlan die Chanukkamesseii äuchW'erke' jüdischer K ünstler znm Verkauf zu stellen. Un tosten dürfen ihnen dai aus nicht entstehen. Die geringen Ausgaben für Versicherung usw.- wärep von den Logen aufaubringen. Wir wollen Loffen und wünschen, daß dadurch ähnliche Erfolge erzielt werden, wie heim Reicpsverband bildender Künstler. In der nächsten Nummer unsereV „R itteilungen“ :w;rden wir Zuschriften veröffentlichen, die un|s zugingen. Sitzungen dort Brüdern Gemeinsame In der Groß ögentagung des Jahres aufgetragen worden, mindestens einmal s zu diesem Thema Bärwald, B.A.L. und Schwestern. 1920 ,i$t den. Logen in] Monat ein<( ge- 29 i

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