Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 114 (sequence 22)
- Language
- German
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1 I *-ine bedeutende Stellung dadurch, daß er sich als einer der ersten aus streng konservativ-jüdischen Kreisen an die Spitze der Logenbewegung gestellt und durch seine ditarbeit und seine Persönlichkeit das süddeutsche Judenlum für den Logengedanken gewann. i Auch außerhalb jüdischer Interessen wir Benjamin Hirsch hei allen öffentlichen Betätigungen in erster Keilie. Kr war jahrzehntelang Stadtverordneter in iriner V ater- -tadt. war Mitglied der Handelskammer. Referent in Eisen hahnfragen. Referent im statistischen Büro für Deutschland. Nach seiner politischen Stellung war Benjamin lirscli gemäß den Anschauungen der damaligen Zeit natioi alliberal. Im jüdischen Lehen betätigte er stets, den Gedaiken der Gemeinsamkeit aller jüdisch-religiösen Richtungei . Das W ort ..Klal Jlsroel" war für ihn eine Devise. Benjamin Hirsch starb am 11. Mai 1911 in Karlsruhe auf einer Reise und wurde am 14. Mii in seiner Heimatstadt Halberstadt auf dem alten jüdischen Iriedhof heigeset/.t. Geh. 7, 9. 1810. gest. 11. 5. 1911. Bereinl I.ehmann-Loge 1887—1911 Sigmund Fraenkel, rler -einen Wohnsitz in München hatte, war der Manne-, der traditionelles Judentum mit deuts und W irt-chaft-hew ußtsein verband. Auf dem \\ irtschaft. des Steuer- und 3 erkehrswe-ens hat risrlien Regierung große Dienste erwiesen, -jder iuiierjiidischen Politik-' namentlich Ge hi achte er tätigste- Interesse entgegen. Sein c I. Typus eines em Kultur- Gebiete der er der ltaye- .illen Fragen eindefragen. eter Kampf ‘ i ' galt dem Antisemitismus. Es iit bezeichnend, daß er einem überfall ausgesezt war, der itym Verletzungen eintrug. — Ein begeisterter Logenbruder -— hat er öfters bei Logenfesten Ansprachen gehalten, die die Aufmerksamkeit: nicht nur der Münchener Logen fanden. Verwiesen sei auf das Wefk: „Sigmund Fraenkel Aufsätze und Reden. Ein Spiegelbild deutsch-jüdischer Geschichte aus dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts"4, herausgegeben von Professor Dg. Adolf Fraenkel. Geh. 19. 12. 1860, $est. 30. 9. 1925. Berend Lehmann-Lbge 1888—1896. Miinchen-Loge 1897—19J3 bzw. 1918—1925. , ' I Ein W irtschaftsführer von I ungewöhnlicher Bedeutung war der Geh. Kommerzienrat j Ludwig Max Goldbergerj der seine Tätigkeit und Tüchtigkeit in einer Reihe allgemeinöffentlicher hervorragender Ämter, aber auch im Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde und im Kuratorium der Lehranstalt für die W issenschaft des Judentums sowie in der Deutschen Konferenzgemeinschatt der Alliance Israelite Universelle ^iir \ erfiigung stellte. ] Sein anf Grund einer längeren Studienreise in Amerika verfaßt es Wirk ..D as Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ weltbekannt, sein Titel sprichwörtlich geworden. Goldbergers Bild brachten 4ir in der Festnummer zum len-lag ..W irtschaftsfrageu" 1930. Geh. 17. 5. 1848. gest/22. 10. 1913. Bertliold Auerhach-Löge 1906—1913. i«t O Brüder, die sich im tätigen Loben der llogen bewährt hajben Gustav Tuch M. A. Simon, Eugen Roseristiel, Alfons Jpcobson Von Alfred Lisser-Amsterdam Lin Fünfzigjähriger. de--cn Haupt schon de- Alterdeckte, tritt am 1. Januar 1887 in < gründete Henry Jone—Loge in Hamburg ein. eil im privaten und politischen* I.cIich -einer \ a \iifinerk-amkeit auf sieh gezogen hatte und al- -eher Kampfgefährte Bismarck-, al- Chefr ..llainhurger Nachrichten“ den Au-chliiß seiner an den Zollverein propagierte und erreichte, der »ich in -elh-teigenem Studium vom Kau Philosophen, vom Baukleiter zum soziologi-e ■entwickelt hatte, war in den jiidi-ehen Krei-e kannt. Aber jetzt, wo er durch die- Loge de Miilterhodi-11 berührt hatte, erwachten in ihm -eine- 'Stamme- und steigerten -ich in einem einer Intcn-ität. aloh verlorene Jahre eingel sollten. I) Auf allen Gebieten jiidi-chen Lehens sicht mau Tuch, d.-r bald zum Prä-identen seiner Logt* gewä llt und zu die-em Amt immer^und immer wieder berufen wird. führend und bahnbrechend wirken: -in der Loge, in de1 Gemeinde -einer \ ater-tadt. in der Grollloge. deren Generalkomitee er viele Jahre hindurch angehürte. und hesond ‘rs in allen Organisationen. ilie die innere Kolonisation der Juden, ihre Iliiifiihriiug zum Ackerbau und zu'n Gärtnerin* uf an-treht< 11. liier begegneten -ich -eine Bestrebungen mit (Ionen uii-ereiiuverges-enen Br. Konsul M. .1. Simon in Hannover * stell. 2,. 11. 181.. ge»t. 29.. 1. 1905. Zion Loge. Auf ilie-er Linie bewegt sieh auch die in seinen let: teil I.ehens- II t ler Schnee ie elieu he- Mann. der er-tadt die journali-tillikteur der \ ater-tadt -er Mann, mann zum en Denker 1 kaum be- 1 jiidi-ehen die Kräfte I empo^ und olt werden jaltren erkennbare Hinneigung zu liational-jiidischeu Bestrebungen und zum Aufbau Palästinas. Eine kurze Aufzählung der durch Gustav Tucli ins Lehen gerufenen Organisationen zeigt die Vielseitigkeit und die unermüdliche Tätigkeit dieses Mannes: Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Heim für jüdische Mädchen. Israelitischer humanitiärer Frauen-Verein. Gesellschaft für jüdische 4 olkskuiule.' Jüdische Kinderhorte. Jüdischer Jugendbiind. \ erciii für Knahen-Handfertigkeit und Jugendspiele, Verein für Arbeitsnachweis. I Auf dem letzterwähnten Gebiet ' fand er 111 Engen Btisvnsticl (Montefiore-Loge), von dessen Verdiensten die Kinderheilstätte Eimen, das Fürsorge-Erziehungsliaus Repzih Kunde gehen, einen Gefährten, mit dem ihn herzliche Freundschaft verband! Auch der Mitbegründer der Leipzig- Loge. AJfons Jacobson, der Begründer des Kurheims. stand mit Tuch im regen Gedankenaustausch. Tuchs Lirhlingsschöpfung war das Gemeinschaftsheim (Toyiihee-Halle). Wer die aufrechte Greisengestalt unter deji alt en-Mütterchen des Gemeiuschaftsheims gesehen hat. ritterlich um ihr Behagen bemüht, wer ihn, den feinsinnigen Mi|«iker. dort am Flügel sah. wer sich seiner vom Chanuka- FcM seiner Loge erinnert, wie er den Kleinen und Kleinsten strahlenden Auges das Banner vorantrug, der weiß, daß in ihm einem kühnen, männlichen Geist das Herz eines Kindes und die Einfühlungsfähigkeit einer Frau gesellt war. In seiner jüdischen Arbeit war Tuch das Kleinste nicht gering, das Größte und Kühnste nicht zu gewagt. ..Wo ein Wille ist. da ist auch ein Weg", mit diesem Wort trieb er die Zweifelnden an. riß er sie mit sich. Und wenn auch nilht alle Blütenträume reiften, und wenn Tuch, wie die meisten Reformatoren, die Saat nicht hat aufgehen sehen. e»