Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 105 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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I Gleicherweise schufen wir beide. Was unsere Seelen mit Sehnsucht durchquillt, i Keinem zu Liety und keinem |zu Leide, j Haben wir unsere Sendung ijrfüllt.“ I In Morris Rosenfelds „Lieder |des Ghetto*j hob der Zeibhner den mit dem: Stoff und ileij Form ringenden Dichterizu gewaltiger Wirkung: tiefste Ljebenstragik,i Bitterkeit. Lei|df — Kunst, Verklarung. Schönheit: „SturmK, „An der Nähmaschine“, „Die Träne auf dem ] Eisen“. Ajus vier l’alästinareiseii erstände^ die Zeichnungen zur Bibel: Geist. Sccjle, Herz, Liehe, Eitinnerung wird Kunst, Vergangenheit widd Gegenwart.! 1 Es ist nicht leicht, aus der Fülle der vortrefflichen Zeichnungen, Radierungen oder sonstigen Werke einige hervotziiliehen, denn die Auswahl fällt schwer. Es möge hingeWiesen werden, auf' die geistvolle Zeichnung, jenes so unsagbar tief erfaßte tragische Kunstmotiv im — Ulk des , ..Berliner Tageblattes“! „Väter und Söhne":*) *) Gegenüberstellung der in den russisdi-japani ziehenden jüdischen Militärärzte, deren Väter ausgewie weil ihnen nach brutalen Bestimmungen t gerade du Wesenheit der Söhne ins Interesse itußlands — der Err ipehen Krieg en werden, rdi die Ahnälirer fehlt. Wenn ich;ihn da ..Wohin des Wegs, ihf Kinder?“ ..Gen Osten — das heilige Rußland schickt uns, Und ihr Väter?“ ..Gjen Westen —■ das heilige Rußland verjagt uns.“ Ein Schaudern erfaßt uns oh der Infamie des zaristischen Rußlands und der Größe des jüdischen Leids. Als uns besonders interessierend sei — neben der ßibelillustrieruhg des Künstlers — auf die 'Glasmalereien tler drei Fenster im Hamburger Logentempel: „Leuchter", „Rabbi Hillel und der Heide", „Moses" hingewiesen. Gibt es eine jüdische Kunst? Künstler' und Kunstkritiker verneinen diese Frage. — Mit Recht! Reinbrandt, inalte in höchster Vollendung jüdische Menschien und jüdische Stoffe und war kein jüdischer Künstler. Es gibt jüdische Künstler und jüdische Stoffe. Wenn I man jedoch wie Lilien als jüdischer Künstler so mit dem Herzen Jüdisches malt, dann haben wir das, was wir indem überhaupt möglichen Sinne nennen können: jüdische Kupst. ' Geh. 23. 5- 1874, gest. 17. 7. 1905. Leopold Zunz-Loge 1921—1925. Arthur Sakheim Von Emil Bernhard Cohn-Ilerlin Es sind nahezu 20 Jahre her, daß ich Arthur Saklieint in Hamburg kennenlernte. Er war damals Dramaturg und Regisseur der Kammerspiele, dein ausgezeichneten Erich Ziegel ein treuer Helfer und bedeutender Weggenosse. Der kleine Mann mit seinem sprühenden Geist [und seiner wahren Feuerseele stand damals im jungen liulim einer Doktorarbeit über E. Th. Hoffmann, die, weil über den Rahmen einer Dissertation hinausgehend ihm mit einem Schlage wissenschaftliches Ansehen geschaffen hat. Daneben, das wußte ich, Iwar er ein Dichter, der sic i vor allem der Bühne verschrieben hatte und mitten hinein gesprungen war in den Sturm des damals gerade aufgekommenen Expressionismus. W'ir tauschten unsere Werke aus ui d in regelmäßiger Wiederkehr flogen auf meinen Schreibtisch seine manchmal barokken. Vielfach krausen, immer nber hochinteressanten Stücke, die mich stets erregten, selten meiner eigenen Wesensart entsprachen, aber iinikier mm Nachdenken und zur Bewunderung des Denkdichteru zwangen. später nach seiner Uhr geistige Berater des öfters traf, we«l er mi geworden war, -|— hatte zwar aus zweierlei G ein wundervoll ianrege ging wie mit dem, Flor lieh die Beweglichkei : kleinen Manne», der d|a sprang und große Sa propagierte. Zweitens scher geworden1. Von —“ brachte er ^a alles er geistig ist, :tum Rüs Senkung in die jüdisc i liebte,' und brennende tum haben es glicht i profunden Wissen zrn ment in'der Weltliter das glühende Bekennt dichtet hat, an dem letzten Jahre hing, o da? Stück je aüf der )hi Außerdem igilit . es Sakheims, der.beinahe verschwiegen vferden seines Lehens geben w Sakheim war eine gan seines alten Vaters, w Sohn finden wird, h Kinde, die er allzu f ihn hinweggeriafft, -i von ihiiK-'schuf, ist ein Lebens, ein Gesicht v hoher Schädel thront, und. zeugen wird, der bewegte und ein Stück heim als ein treuer K Gel>. 27. Nehemia leheiJ. ii Rjeit i in nach einer Meile wnedersah. und rsiedlung nach Frankfurt, wo er der tüchtigen Richaid Wcichert wurde, r vom nähen Bcnn aus erreichhpr-r ich meine helle Freude an ihm un.l runden: Er war auf der einen Seilt qder und aufweck endet Plauderer, das ett gefachten hin und her. er-taununtl Zielsicher icit des lebendigen im ZimmeT voi einem hin und her ilien groß und klug Verteidigte und aber war. er von Jahr zu Jahr jiitli- Hause aus -—1 et stammte ^iis I.iban luit, was der jüi ische Mensch, wenn tzeug halten mi ß. Alter tiefe Vcre Literatur, du er leidenschaftlich Liehe zu seinem Volks- und Gcistcsur dahin geltrac it, daß er das nun i sende Buch übet „Das jüdische Eiestur” schreiben k tunte, sondern auch lis seines' Dramas s-Der Ziyldik“ geilie Liehe u.nd.die Sehnsucht seiner e daß das Schicksal es ihm erlaubte. Bühne zu sei noch einen Rjei t im Leben Arthur Schweigen istj der alter doch nicht darf, wenn mau einen Schattenriss rill, wie ich cg hier versuche: Arthur z zärtliche jüdische Seele, ein Solip e man selten wii der einen jüdischen ingegehen seiner Frau und' seinem riih verlassen mußte. Der Tod hat ie Totenmaske, die, ein Künstler letztes ergreifen! e<t' Dokument seines ojll Schmerz und üeist, über dem ein der von dem i wigen Geiste zeugt ie jüdische Welt durdli Jahrtausende des Wellgcistes Ist, dpin Arthur Sukmpfer gedient hat. 10 . 1884., gest. 24. Nobel-Loge 192 Sascha Simchowi Mer kannte ihn halsigen. nicht gerade ligen Doktor Siinchowseiner lebendigen Spr gen und amüsanten Arl’ Z Von Emil Bernhard Cohn-Berlin nicht Köln. rt? Oh man ihi ihn am Vortragspu.lt Schauspielhaus besuchte oder oh man des Redners sah, es |;ing immer das lebendige Lehen von ihm aus und das Amelien, das er .gei oß, der Zulauf, den ei hatte, das Verträu m, das man' seine rischen Wissen, ebenso wie seiner 4 8. 1931, —191 5|1. den kleinen kurrbeleihteü, aber i och rin bischen völtz„ mit seinen le ihaften Bewegungen,;chweise und •sefner Schnellen, witziin seinem Büro im in immensen literaarstellungsgahc und daß man es hei ihm Von seinem Gedankenreichtum eutgrgenhra :hte, "begründete sich immer nur in.-alcr ein rächen Tatsache, mit einem äußerst h hendieen Geist zu tun hatte. Hause aus Arzt,-in Königsberg groß geworden, hat ihn die Leidenschaft fürs Literarische bald von seinem Berufe abgeführt und mitten hinein in das. gesellschaftliche und geistige Leben der rheinischen Haup städt geführt. Doft ist er jahrelang der dramaturgische Berater des Schauspielhauses gewesen und hat mehr als einen Intendanten gehen er seihst der ruhende Pol im Ablauf und kommen gesehen veränderlicher Einflü ise, und Strebunf nenlehen nun einmal en, wie sie das ßühmit sich bringt. So hat er durch mehrere Jahrzehnte las Theater* fühlend beeinflußt, man- 105