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Der Orden Bne Briss · 1932-10-01 · Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932) · p. Seite 102

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 102 (sequence 10)
Language
German
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* Von nicht geringerer Bedeutung war sein Nachfolger auf «lern Breslauer Rabbinatseitz. Jakob Guttmann I Nach lTjähriger Tätigkeit als Landrabbiner in llildeslieim wurde er 1891 in die schlesische Hauptstadt berufen. In vortrefflicher Weise setzte er die mit Abraham Geiger be; ginnende wissenschaftliche Tradition auf diesem Rabbinats- »itz ' fort. Ein hervorragender _Keuner der Beziehung zwischen jüdischer und christlicher Religionsphilosophie des Mittelalters, hat er dieses wichtige.Gebiet der Wissenschaft durch meisterhafte Darstellungen erhellt. Die Tiefe seiner Gedanken wijrde für seine Gemeinde in dem Gehalt seiner Predigten sichtbar, die einen seltenen Reichtum und eine vollendete Meisterschaft in Form und aufwtisen. In dieser Kanzelberedsamkeit bat er mit fruchtb Iren..Anregungen auf zahlreiche Schüler dos Breslauer Kabbinerseminars gewirkt, die mit stärkstem Intereese zi Hörern seiner geistlichen Reden wurden. Wer dieser Persönlichkeit uäher kam. beugte, sich vor der Reinheit der G ‘sinnung. der tiefen Religiosität und der vornehmen Charakterfestigkeit. die ihren Reiz unwiderstehlich austibte. So war dieser Mann von Format mit innerem Recht der Führer lies ..Alb gemeinen deutschen Rahhinerverbandes“ und t er N ersitzende der „Gesellschaft zur Förderung der \\ is Seilschaft des Judentum-". Fr gehörte zn den wenigen < eulsehen Rabbinern, die von der preuliischen \ orkrie^sj egierung durch Nerlrihung des Professortitels ausgezeichnet wurden. Geh. 22. 4. 1845. gest. 29. 9, 1919. I.e-sing-Loge 1892:i—1919. Ähnlich wie Jakob Guttmann hat sich Philipp Bloch ch i« frühzeitig philosophischen Studien zugewandtT" halbes Jahrhundert hat er an der Briider-Gemeindt al- Rabbiner amtiert. Fine gründliche philosophi hing verband sieh hei ihm mit humorvoller geistige digkeit. Nebel» den Denkern des jüif?-chen Mittel M-häftistrn iIm die Proldeme der Kabbala, der < »e!i» imlelire. und auch jr»*>rliichtlirh<» SUniirn zü" kreU *rin»‘r w i^ni’icliaftliclieN Arbeit.- So hat er Monographie über *t*ii»en Lehrer, den proüen lii-toriher Meiurieli Graetz. veröffentlicht. Gele .30. 5. 18 41. gest. 1.4. 3, 1923. Berthold Timendorfer-I.oge 4021 —1923. Fast ein in Posen Scliur l.eben- Iters hcdischen r in den lieh eine iiiii'chcn i» Auf einem völlig anderen Gebiet, bewegte ‘kielt das siei-tiue Schaffen von ■ Nathan Porges i Nachdem er zwei deutsche Rahhiliate ( Nakel unfd Mannheim I und zwei böhmische I Pilsen und Karlsbad) 'lickleidet hatte, kam er 18J58. iiarb Leipzig, wo er nahezu 30 Jahre amtierte. Durch den Weltkrieg verlor er ^drti Söhne Die-csharte Schick-al machte ihm. der bereits im alter stand, jede weitere Wirksamkeit unmöglich /og «ich nach W ürzhurg in« Privatleben 2urürk; war ein hervorragender Forscher vor allem in den der jüdischen Wissenschaft, die die Grammatik ihr hebräi-i heil Sprache und die Rihelexege«c des M ttelalters betreffen. Im Besitz einer der größten jüdische i Privat-' des W is- Fr war komitees rden hat gung. gehihliotheken in Deutschland hat er allen Gebieten «eil« da« ungeteilte intensivste. Interesse ztigew an((t ein am-rkauiites. stark tätiges Mitglied des Zentra der Alliance Israelkte Lniverselle und auch im C er «eine 'hingebungsvolle Kraft stets voll zur N erfi -teilt. Ff war einer der Gründer der w. Leipzig-Loge und Greise iiiiikI er Porges Zweigen gehörte zu ihren Expräsidenten. Nach seiner Übersiedlung nach Würzburg hat er der Franken-Loge angehört und in der Arbeit für sie auch die Beruhigung seiner letzten seelisch schweren Lebensjahre gefunden. Geb. 21. 12. 1848, gest. 27. 8. 1924. Leipzig-Loge 1900—1922, Franken-Loge 1922—1924. Wenn wir an Heinemann Vogelstein denken, so sfeht der Kämpfer für die liberale Richtung des Judentums vor uns. der durch eine 32jährige Amtstätigkeit mit der Gemeinde Stettin aufs innigste verbunden war. Die Stadt hat seinen. Namen durch Benennung einer Straße verewigt. Ein unermüdlicher, ehrlicher und unerschrockener Verfechter seiner jüdisch-religiösen Lebensansicht. die auf den Grundlagen der Geigerschen Gedankenwelt errichtet war. gehörte er zu den anerkannten Führern des Liberalismus und setzte sich durch Woijl und Schrift für diese religiöse Anschauung ein. In einer vorzüglichen Abhandlung hat er die systematische TheologiV Ahraham Geigers ilargestellt und im Aufträge der Syuagogeiigemeinden Westfalens rin zweihändiges Gebetbuch jfiir den liberalen Ritus geschaffen. Bei dieser Kampfstellung war Vogelstein ein grundgütiger Mensch, stets hilfsbereit und voll starker Lehenshrjahii ng. Geb. 13. 2. 1841. gest. 4. 8. 1911. Aleinania-Logr 1884—1911. \ iele Logen in der Provinz werden sich der Förderung in intellektueller und sozialer Richtung gerade in diesem Juhiläumsjahr dankbar erinnern, die ihnen von den Rabbinern in der Bruderschaft zuteil geworden sind. 4 nn diesen seien erwähnt: Siegfried Freund-Görlitz Geh. 3. 6. 1829. gest- 16. 11. 1915. Viktoria-Loge 1892—1915. Moritz Peritz-Liegnitz Geh. 19. 11. 1856. gest, 11. 7. 1930. Silesia-Loge.1899-1930. Moritz Ackermann-Brandenburg Geh. 31.10.18<>7, gest. 18. 7. 12. Montefiore-Loge 1905—1912. Philipp Schönberger-Nordhausen Geh. 2.10.18.5h. gest. 19. 12. 08. Jakob Plaut-Loge 1907—1938. sowie der kürzlich heimgegangene Arnold Lazarus-Frankfurt a. M. der für den Orden immer das lebendigste Interesse zeigte und auch hei den Freimaurern eine hohe Wertschätzung genoß. j. / Geh. 9. 1. 1877. gest. 14. 6. 1932. Frankfurt-Loge 1905—1932. ' Die Reihe der Rabbiner im deutschen Ordensdistrikt sei mit der kurzen Hervorhebung der Persönlichkeiten beschlossen. die ihre W irksamkeit der Berliner Gemeinde gewidmet haben. Die Größe dieser Gemeinde mit ihren vielfältigen Aufgaben hat es oft verhindert, daß sich die Berliner Gemeinderahhiner so stark in den Dienst des Ordens stellen konnten, wie es im Reiche überall der Fall war. Aber Männer wie l Petuchowski mul Löwenthal, Rosenzweig und Stier haben das geistige Lehen der Loge durch mannigfache Anregungen gefördert. Besonders: hervorztihehen aber sind .zwei Berliner Rabbiner, die , unserem Bruderbünde 'einen starken Teil ihrer Krdft hingegeben haben: O *

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