Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 97 (sequence 5)
- Language
- German
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«chriften waren ihin entscheidend, sondern die ethische Zielrichtung. Die Formen so Iten nicht in Formalismus erstarren.» j. Wenn Maretzki amtierte, ging eine priesterliche Weihe von .ihm aus, eine Andacht ge »ietende Stimmung übertrug sich auf die Brüderschaft. Die Würde, die Höhe minderten nicht die Vertraulichkeit und Herzlichkeit seines Umgangs. Er, unser aller Meister und Lehrer, der weise Patriarch, war ein liebenswürdigcjr, zugänglicher, gemütvoller Bruder, ein fesselnder Plauderer, zwanglos au jedem Meinungsaustausch bereit, von Wohlwollen gegen ledermann beseelt, ein wahrhafter Menschenfreund. Gemessen in seinem Eifer, nachsichtig in seiner Kritik^ verstehend in seiner Strenge, duldsam in i seiner Gerechtigkeit. Ein willig folgte, ein Mann laute- ¥ seiner Festigkeit, einfühlend i zuverlässiger Führet, dem man ren Charakters, erfüllte Maret :ki das von ihm ausgestellte Logenprogramm, dqrch „Lehre; und Beispiel“ zu wirken. Seine Aufsätze und Anspiachen zeigen die Auffassung bsterziehung, als Schule der geistiges Zentrum. Geistige vom Orden als Organ der Se^l Ethik und Humanität, als ein und sittliche Werte waren il m identisch. Ihm war die jüdische Überlieferung Tragpfi iler des Ordens. Er sah im Judentum keinen Fjartikularis nus, sondern eine universal gerichtete ethisch kulturelle Gemeinschaft und im Orden deren Widerspiel. Maretzki betrachtete alle Probleme in erster Linie votn^soziologische i Gesichtspunkte. Höher als der Kult des Einzelnen oder s< Ibst der Gemeinschaftsgruppe stand ihm das allgemeine Mei schheitsideal. In den Feierstunden der Logenabende, in der Gedankenschule des Ordens sollen Fraget Raum finden, die über materielle Tagesinteressen hinaus uns bewegen. Maretzki suchte in den Brüdern ni^ht | nur geistig Empfangende, sondern Gebende, Handelnde, tätige Mitarbeiter am Logenwerk. Durchdrungen vo|n einem starken Verantwortlichkeitsgefühl, von unbestechlicher Sachlichkeit, frei von jeder selbstgefälligen Eitelkeit, stan I Maretzki über den Dingen, beherrschte er sibh und die Situation. Es gibt keine „Maretzki-Loge“, weil; Maretz tis Bescheidenheit sich eine solche Ehrung verbetein hatte aber der Orden in Deutschland weist die Geiiteszüge Mai etzkis auf. Seine Ideen gaben dem Orden Inhalt, Schwung, Auftrieb. Sein Wirken hafte etwasl Monumentales. Das ho le Niveau in der Art unserer i Logeiiverhandlungen geht auf Maretzki zurück. Eine geschlossene, in sich gefestigte^ liebenswerte Persönlichkeit, genoß er die ungeteilt^ Ehrfurcht der gesamten Brüderschaft. f ' Das edle Pathos Maretzkis, seine Ideologie mögen von den Realitäten teilweise übe'rholt erscheinen, die Entwicklung der Logenarbeit mag im Verlaufe der Zeit eine etwas andere Richtung angenommen haben, die Grundsätze, die Maretzki aufgestellt, bilden n unseres Ordens.! Geb. 6. 1.11843 ich wie vor den Katechismus gest. 8. 1. 1918. Deutsche Re|Chsl< ge 1884 bis. 1918 Berthold Timohdorfer Eine fast fünfzigjährige Zugeh 1883 bis 1931 eine über gin ernde Tätigkeit als Großpräsident dem dritten Fühl er des Ordens ir und Schulestern eine .Erinnerung löschlich ist. Berthpld Timendorfer steht des Ordenb, der Leiter und Führ' der im Gejdanken des Bfuderhundfi lässig Tätige unc Rührige, der der sich j^dem Bruder gern eröff i Bruder gern erschloß. In tiefei chrung verlieh ilim die Bruderscli seinem langjährigen mit so großem den Titel gines Ehrengroßpräsident Wir lassen an dieser Steife mit denen sein Nachfolger Br. mendorfers 'ersgnlichk zeichnete: Timendorfer besaß eine ganz Liebenswüi digkeit etwas gäbe so dünkte nicht bloß der Mensel lenbehai lörigkeit zum Orden -— Vibrteljahrhundert dau- - 1898—1924 — haben den Herzen ifcr Brüder geschaffen, die unausuns als der Mehrer r durch" die Jahrzehnte, s Aufgehende, der unab- I;ütig-freundlichc Bruder, ete und dem sich jeder Dankbarkeit und Veraft beim Scheiden aus Erfolge geführten Amte 17orte in uns 1 güfklingen, Großpräsident Baeck Tie i t zeichnete und. auseigentümliche Gabe der Er schien keihem fernzustehen, jeder konnte meinen,,di ß er ihn kannte,'ihn sah, ja,- daß er ihm Und es war kein bloßer Schein, wenn es allen Br/ Timendorfers,' liebenswürdige Würde war eine K* nst des Zusammenseins mit Menschen und ndlung. Sie ~wai die Wirklichkeit seines Wesens un^ ‘daher ungesucht 'und . ungewollt; sie war ein wahrer Aufdruck leiner Güte, der' herzlichen Wärme seiner Natur. Es] war ihm ein innerstes Bedürfnis, die Menschen, zu erwärmen, ihnen Liebes zu saget und Liebes zu tun. Alle seine Redgn, auejh die feierlichs;en, waren Von diesem innigen Vejrlangenl bestimmt. ' Die Freude, die er an sich hatte, wollte er. dem Menschen auch geben. •_ Er war darum liebenswürdig, sondern auch liebenswert, das sich in ‘die Formen des Daseins erheides: nicht nur Sowohl dieses eint streckt, wie das andere, das dem Anmutige |vie das Seelischen, zugehört, das Wohltuende, wiir ihm eigen. Was Br. Timendorfer geschaffen hat. welch Arheit und Mühe er, ohne es je w-ahrne Innen zu lassen, Jahrzehnte hindurch um der Gesamtheit willen guf sich legte, welch Opfer an Zeit, an ErwJrb |und Besitz er ihr braclr e, das' ist ein Stück der Geschichte ' unseres Ordensideals. Aber ebenso hat in dieser Geschichte den bleibenden Platz das, Was Br. Timendorfe r war, Nur in in einer Rei dieses Bild seiner Persönlichkeit.. kurzen ihe vo O. B. p. 1923, jubiläums; }925, N patrone (m|t Bild Nr. 10, Tinzendorf: Geb. Bertho I Zügen umreißer l Würdigungen Nr. .V4 anläßli;1 r. 10 Festnumme * 1928, Nr. 6 zn rs Persönlichkeit l. 9. 1853, gest. . d-Auerbach-Loge wir hier sein Bild, das >r uns steht: :h des 25jäjirigen Amtszpm Ordenstag, Logenm 75. Geburtstag; 1931 von L. Baeck. . 10. 1931. 1883—1931. 97