Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 5 - Juni (6.1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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J - jüdischer junger Menschen i/morlia b der Umwelt heute von aktuellster Beleutung ist. Gerhard Colin, Berlin, si:ht die „Krankheit der Jugend“ darin, dal das Feuer jugendlicher Begeisterung, das wertvolle Privileg der Jugimdi heute allein in den Dienst politischer Ideologie gestellt wird, daß die jungen Menschen dadurch die Freiheit verlieren, gerecht und liebevoll zu denken, daß durcli die Unterstellung unter eine beherrschende Idee das V ira itwortungsbewußtsein der Welt gegenüber verloren gdie, das Beste zu leisten. Max Hahn, Gottingen, fort er. für die J ugend Aufklärung über die politische Ertwicklung und den Abwehrkampf des Judentums, lic Schaffung geistiger Waffen gegen die | Anfeindung d?s jüdischen Schülers und an Stelle der Erziehung zun Zurückhaltend- und Unauffälligsein Ermunterung zu entschiedener Abwehr jedes Übergriffes. * Otto Reis, Nürnberg, wendet sich mit Entschiedenheit gegen das frühzeitige , Keilen“ der jüdischen Jugend durch die verschiedener Gruppen innerhalb des Judentums, das dem Heranwachsenden das Recht nimmt, frei seine Entscheidung unpolitischen Lebens noch mit zu Geien Fäden am Bürgertum festgehaltcn sind, schließt sich ein großer T :il der heutigen jüdischen Jugend be\Cußt der sozialistischep Bewegung an. Die güten Lebensl>cdingungcn, die den jungen Menschen. d,es Bürgertums vom Proletariat trennen, können dabei .als willkommene Gelegenheit betrachtet werden, - sich die Ausbildung anzueignen, mit der er später dem Proletariat.im Kampfe beistehen u id mit ihm eine gerechte Weltordnung erkämpfen will.! Nur eine politische Jugend, schließt Aronade, iiei imktande, die Zukunft zu forme», die wir ersehne»: eine Zeit der Lieb: und Gerechtigkeit. I Es war ein wertvoller VersucI, aus dem Munde der Lagensöhne und -töchter selbst zu hören,, was sie v >n dek' Loge erwarten und was sie sei »st der Allgemeinlu;it geben möchten. Die Jugend pflegt im allgemein;n stärker als das Alt^r den Gegensatz der Generationen :u betonen. Es wäre eine dankbare Aufgabe, die vielfachen Anregungen, die diese kurzen Aufsätze geben, aufzugrpifen und in einer Fortführung der Diskussion von beiden Seiten Mißverständnisse apfzuklären und eine zu treffen, wenn er im- Brücke zu schaffen, auf der sich_aü;h Vertreter verscliiestande ist, die Probleme wirklich geistig zu durchdunster Anschauungen in gegen: eitigem Verständnis Interessicrung für das außerhalb des Judendringen. Er fordert frühzeitige öffentliche Leben innerhalb und tums, aber ohne einseitige Beci lflussungsversuche und damit Begeisterung nicht für eitjuelne jüdische Gruppen in erster Linie, sondern vor alle* für die ganze jüdische Gemeinschaft. Unter dem Tlientä ,Jugend und Politik“ setzt sich Franz Aronade, Berlin, mit den gegensätzlichen Einflüssen auseinander, jlie Eltemh. us und Umwelt auf den heutigen jungen Menschen ausiib m. Während beim proletarischen Jugendlichen beide gl dchmäßig in der Richtung stärkster Politisierung wirken, steht die Jugend des jüdischen Bürgertum; unter dem Einfluß der im Geiste der Jahrhundertwende aufgewacjlisenen Eltern, die ihren Kindern das Gleichgewicht .des VorkriegsmenSchen erhalten möchten un)d deshalb versuchen, sie von Politisierung fernzuhaltpi und sie der - Beschäftigung mit Religion, Kunst und Wissenschaft, d. h. mit Dingen zuzuführen, die inehy Ewigkeitswert besitzen. Während die Eltern damit das Erlebnis! der Kriegs-, Nachkriegs¬ und Inflationszeit jau szuschaltjenl versuchen, wirkt der Einfluß der Umwelt in entgegengesetzter Richtung. Die Jugend erkennt, daß Jas heut gej System der Bedürfnisfunktioniert, 1 und aus der Einsicht treffen könnten. I)r. E r n a- ★ ' G o 1 (I s c li in i d t. „Sagen, was ist“ oder zum mindestens: sagen, int* man sieh denkt, diß es sei —. bedeutet schon viel Sinne der ersten Möglichkeiten ein Klärung, einer Verständigung. Illältern für interessierte Brüder suchende jtingc Menschen die Fortsetzung* der Auispräche freigestellt. Mit einigen Gegenbemerkungen sei hierzu der Anfang gemacht. Die äußeren Formet der Loge sind — int Gegensatz* zu anderen-ähnlichen 1 befriedigung nicht der schweren Auswi ergeben, aus der Mensch heute ein geworden, „der Sqt: net im er Aussprache, eintr Parum sei in diesen l6der für Klarheit rkiingen, ie sich aus diesem Fehler -J Erkennten der Tatsache, daß der Sjtielball gesellschaftlicher Kräfte vom höchsten Glück der PerereinigungCn :— aüf ein so geringes Maß beschränkt, daß von irgend einem Überwuchern auf c'as Sachliche kiine Rede sein kann. I)as sogenannte Ritual enthält im wesentlichen nicli s teeiter als das Programm und die. Aufforderung ihm |fmchzuleben. Wenn man die Jugmd als die Trägerin :des Werdenden bezeichnet, so brtutcht man die LofC — in einem gedachten Gegensatz yu ihr —- noch nicht als die Trägerin des Bestehenden zu charakterisieren. Treffender wäre die Bezeichnung ä s Trägerin des Wandelnden auf dem Gebiete ewiger Fiederungen. Loge ii t kein starres Prinzip, sondern Anpassung des Guten ät die Gegebenheiten des Tages. Wann Politik — heute sönlichkcit, der die pevise von Generationen war“, heute seinen Inhalt verlogen habe, entsteht der leidenschaftliche Wunsch, „an |der Umgestaltung des jetzigen Zustands in eine besse re Zukiml t teilzunehmen“. Während viele Jugendliche nach die Bequemlichkeiten des bürgerlichen Lebens nicht gegen die;tändige Spannung und Erregung des politischen Kinrpjfes aufzugeben wagen, andere bei voller Erkepntnii dej Minderwertigkeit des so vielfach ein Anreiz der Jugend‘ das jeweils Vergängliche erkannt Orden und die Forderung, die in zeitlich nicht Bedir. gte, als das- Etjt den. Wenn Jugend Politik treiben mand verwehren wird — so müßte im Extremen — als wird, so darf Logg, ihnen ruht, als dO/i ige empfunden werwill —Was~ihr nigauf dem Wege zum Leben Loge und Orden irgend wann einmal als das Regulierende empfunden werden — so zeitig als möglich, wenn Erkenntnis der Ausführung triebhafter Wünsche voranstehen soll. 5!