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Der Orden Bne Briss · 1932-05-01 · Nr. 4 - Mai (5.1932) · p. Seite 47

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 4 - Mai (5.1932)
Date
1932-05-01
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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; 1 I Der Sederiisch in unseren Tagen Betrachtungen; zu der Sammlung vqn Dr. Guggenhe Von Dr. phil. Martha Wertheimer, Frankfurt am Main In hunderttaiiseitilen von jüdischen Häusern wird der Seder in jedem Jahr., zur Stunde des Sonnenuntergangesjin der ganzen Welt, gefieirrt. Daß hier von einem Hause pie Kode sein soll, in deflij er seine besondere, gegenwärtige j|in Deutschland heimatlich^ Form hat, das soll nur so gewertet werden, wie es dort der Hausvater seihst meint: ihr alle habt die Kraft in euch, die; Bräuche unserer Väter in frommer Liehe zu pflegen und ihren Sinn in der Weise zu verdeutlichen. wie es eurer Oemeinschaft, eurer Lebensführung, eurer Liehe zu einander und zu eurer Umwelt entspricht. Lebendiger Seder! Sieder der Haggadah und Hatachah, der Gastlichkeit und der Hoffnung auf die Strahlungskraft von Liehe und Glaube, das spürt, wer von diesem Seder weiß. Das atmen auch im profanen Jahr die Geräte, die eigens für diesen Abend von Künstlern geschaffen wurden, die dPm Hausvater als Freunde pahestehen. Für seinen Seder hat Dr, Guggenheim' in Offenhach a. Main sein Haus schmücken und Geräte fertigen lassen, so daß im Laufe von Jahren sich in seinem Hausteine Fülle von Köstlichkeiten angesammelt hat. die {man heute schon allgemein qls seine ,.Sammlung'4 bezeichni|t. Die Sammlung vun Dr. Guggenheim in Offenhach. am Main ist eigentlicl gar keine „Sammlung*4. Sie hat kein Programm und keine i.Linie". Sie ist «infach geworden, weil Dr. Guggenheim ein Hreiund der Künstler um Rudolf KocI^ null des Meisters seihst itt. weil er mit ihrem Schaffen lehtey che sic berühmt war<ii,j weil er die Freude an dem Werk batte und schöne Stücke,1 die er liebte, für sich haben wollte. Von den schönen Büchern und Schriften sind viele erst auf seine Anregung hin entständen; die S e d e r geräte aber sind wirklich auf seine Besiedlung hin gemacht, und gerade an der grauen Grundfarbe, in ei ruhigen Blau. Die gestickt* und blauen. Reihen in der grundfarhigen in dunkelstem Kaum schließen in starken tcr in der Anordnung reicht wird, ijaß die Grundfarbe schmäler gehaltei m, Cffe n ti a c h iiolz gen Schrjift ist auf grauen Grrundfi Braun gi'halten. Blichst« heu tlcr Quadratschriflj die S mnwortd des; Fe tes -..Pcssach, Mazzr Moror"4 ah. ijer andere Teppich ist; wie seit Text, beweg. der-Bänder teelu lten. w farbigen Zejlen breiter ii sind. scheinen die (icutschen Worte def ~Ps ilms 11 aus Ägypten z|og . . die huntjen Ränder die Schaffens. Wie ei dfe Mitglieder dr jüdischen Wisspns uni Fühler ihnen wird deutlich, v freund lebt, forinschaf Es ■ ist von einem ie hier der Geist, in dem der Kunsteuil auf den Künstler gewirkt hat. unsagbaren Reiz, wenn man Kunstgegenstände fernab von allem Part pour Part nicht in einem Museum, nicht in einer Sammlung, sondern lebendig an dem Ort sicht, für den sie geschaffen wurden. An einem hellen Mittag im Februar wi rde mir die stille Stunde im Hause Guggeiiheim geschenkt, in der ich allein zwischen den Büchern und Geräten saß und in mich aiifnehhien durfte, was sie mir sagen solltep. Der volle Klang, der durch diese Stunde tönte, kam mir von der S e d e f s c Ii ii s s e I, die ich als erstes von! all den Geräten sali, die liebevolle Haiisfraueiibände aus Ader Umhüllung schälten, und vor schrägte und gjesclu Reinheit Berthold Wolp'e, kirnst handwerklichen Werkstätte Rudolf K >chs hären.; mit Bri uriT'und einem am Mail den braune rbe, auf dci I)en untere r hebräischeh is dadurch ei die in der Auf grauem Grund er s verbindet, hat der 4: ..Als Israel jubeln in de ' und trage heiligen Sprache „Hai du Paduunoi.ki taufe . . . ...... als Sinnschmuck ein Hand mit vier -Tr tuheii. Idem Gleichnt: für die vier Becher Wein «le$ Sedertbends | und als Ab Schluß eine R^nke in t fünf Sraiifatäpl ein als Gleichnis für die fünf Büchär de.r Thora. und Wahrhaftigkei der In gene Forn| der Greift dankt der Seder g»beeide Hausvater nach dem K i d d u s c h b je c h e t . so fallt rir die iltc Form des Sturzbechers, der keinen Schmuck hat als* sich seihst und rin zartes Schriftbapid der Worte t us idetn Scb'inah ..Mit ganzem Herzen — mit ganze- Seele- Hausmarke dfg-Hausei Guggi und auf vielen Hand, die eine zeichnet den Br ■irr Form eineng ISO J|ahre all sclia in Worms, Gerät« Gewüizb eher all Weihegerät.' D gebildet, auf drm' die mich binstellten. Siegst, nach Angaben von Rudolf Koch Guggenheim verzeichnet Steher 1019 durch Carl Schüfet in einem schwärzlichen it| Holz geschnitzt worden. Dunkel. Grün, schwingt ihr vollkommenes Kreisrund, das die Maroth umschließen soll, unter einem Deckel, der sich geheimnisvoll über sie legt. Die zarte Riefelung in einer Art aufgelöstem Palmettenmustrr, die strenge vertikale Gliederung der äußeren Träger, die zur 'Aufnahme der Schüsselc lieti für das Moror, dag Ei und den Knochen, Salzwasser und Meerrettich usw. bestimmt sind, geben zusammen mit dgm 'Schwingen des Gefäßes und des Deckels und mit der Farbe der ganzen Erscheinung das Pflanzliche, die Illusion ilesj Gew achsenseins, das Unbedingte und Wahrhaftige, das gl leb diesen Geräten’ anhäftet. Da hängen an der Wand[ zwei mächtige T e p p i c h e , die ebenfalls aus der Werks ättc stammen: auf rauhem, handgewebtem Leinen von jg -auer Grundfarbe sind mit handgefärbten Fäden Spruchib ander in Blockanordnung 'gestickt, die die ganze Fläche überziehen. Auf dem einen steht in deutscher Übersetzung der 118. Psalm: „Aus der Enge rief ich zu dir . . die Söhriftbänder wechseln als Reihen in teilt heso der l'eimatstidt alleres nigkeit seinei die Teppiche wundervoller entworfen, ist auch d<y Schöpfer Schüssel uiid Kanne für dai feierliche Händewaschen des Hausherrn zum Anfang ler Feier. Rotlouchtendes ge tiiebeiies Kupfer trägt um die reine Kieisform der Schüssel den hebräischen Seg« nssprucli l ach dein Händewaschen und es ist wundervoll tu schon, w e sich die^.Buchstahen de allen Schrift ginn edlen Orft unent g«stallen ließen. Die Kanne wiederholt die Kreisfi rm iiu ii rem h -eiten Henkel und bereitet seinen I hytlunus ilUreli ilie nach hinten geiwu lgen Kannenöffnung vor. —| mit ganzer Kraft44. Die nlij-iini d e in allen Büchern n wiec erkchrt, zbiiehse auf'*eii Silber» < Becher, den sieh die Silherhi autleute schenkten, sechs glänzrnde Fliehen, dilr wie hlätter eines gefaden Kelches leicht augeinan zwei schmale gijdviertc Ringe, die seinen FiB abgliedern,, und auf ihm in, liehräischer- Spräche* daß jeile Fläche des Fußes nur zweij der orte trii£p|, die ■'Stelle 2. 2: „Ich gedenke dir die HuIdl deiner) Juge , .... _ ilrinrr Brautzeit^ als dt mir-n; erfolgtest in die Wjiste. ins iinhehaute Land.' geschmiedet h'at ihn Kurt Jobs .! des K dduschlieirhers kehrt;,; als stärkster ■ Für E ijaliu if die behandschuhte einem Pokalstiel trägt, r,Becher ist in sei- Bechi r der Cbewra-Kadi- Dr. Guggeiiheims. nach- Namen vjon Vorväteri des.: Hauses dem ha-Nowi aber Tisch: der |Guggc ulieiin selbst die Bluinenderschw ingen. Entworfen bat'-den Bjecli^r,Rudolf Koch. Der Spruch Ausdruck der Sehnsucht und Geuinniiug dessen, dem diese Dinge eignen, als Giplel jüdischen. Lei ens überhaupt im Bildblatt wieder in der „Awödtdi“ Kippur-Liturgie, " " die Ralibiner Ilr. bearbeitet bat und die Friedrich Ferner als 1. Blich der Hannov« rsclieu Schrjdherwerkstatt 1930 schrieben. Dort umranken ihn Früchte aller Art aus dem einäm Stück der Jom Diene! nannj in Offenbach Heinricbseni und Minuie 47

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