Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 3 - April (4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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f , Aus Amerika. XllC. (92k /AB. Magazine", Nov.-Dezbr. 1931. Eine dankenswerte Neueinrichtung: jede unseres Ordensorgans bringt fortan auf einer „ tenseite" Aufrufe und Mitteilungen aus der F res (^rdenspräsidenten, Dr. Alfred M.' C o h läülieli des Erntedankfestes, das in Amerika Donnerstag im .November alljährlich als ’ed;r P iiinrmcr Präsiden* unsen. Aliletzten ta|atlicher n, daLl *st derika iiischen am ilara 1 ZU Land und .. Br. Ordens Union ysdruck: regeli, son- Cohen bisheri- . Vme- Br. .Natur^chendes seilten tri ‘ben „dies det ui! d d 's Feiertag begonnen wird, erinnert Br. (..oben dies Fest nur das in der Bibel gebotene „■ Ährenlese“ fortsetzt, und schärft den ameri Juden ein, barmherzig zu sein und sich durch d?n auch im freien Amerika wuchernden JudenhaB und dt rch die Ungunst der Zeitverhältnisse die Staatsgesinnui <i, aber auch den Willen zur Selbstveredelung nicht lassen, sondern ehrenhaft zu leben und bürgerlicher und religiöser .Freiheit" zu stützun für die kommende Generation besser zu machen ~ ('oben gibt andererseits der Befremdüng des über'die"von den verschiedenen Parlamenten geplanten verschärften Einwanderungsgesetze A Michigan verlangt nicht bloß Registrierung mäßige persönliche Meldung der Eingewanderl ei «lern sogar Aufnahme ihrer Fingerabdrücke! Bf, verlangt deshalb schleunige Einbürgerung der gen ..Fremde^'' und läßt durch einen besonde rikani: ierungsausschuß“ des Ordens (.Direktor Ku .--worin' die Logen zur Propagierung. ralisierungsg!v;dunkens aufrufen. Ein eutsp ..Handbuch“'' stellt der Orden jedem Inte kostenlos zu. -- , Der Ordenspräsident teilt erfreut mit, daß ihm aus Pooua in Indien die Bitte um Installierung einer Loge in jenem fernen ()stcir zugegangen ist, und daß die Gründung einer Arbeitsstätte unseres Ordens in Paris (der France-Loge Nr. 1151) unmittelbar hevorstchl. Frankreich ist das 26. Land, in welchem der Orflen Verbreitung findet. . Eine schöne Aufgabe fällt der Buenos Aires-Logc zu: in dieser Stadt wohnen nahezu 200 000 Juien, die über 12(T~prganisationen jeder Art verfügen, die sich aber bisher vergeblich heipüht haben, sich zu einer Kinlieitsgemeinde zusammenzuschließen. Nunmehr geht die Loge an die Schaffung dieser notwendigen. Aufgabe. Im Irak i Mesopotamient bildet eine neu gegründetete Loge ß.B. den Stützpunkt für das "in jenem weltabgeschiedenen Gebiet verflachende jüdische Leben. ..Die Brüder hungern nach jüdischer Bildung“, schreibt unser Ordensorgan, „aber es ist schwer, geeignet« Bücher . zu bekommen.“ Die Ordensleitung bittet dringend, ihr i durch unsere liocliw. Großloge) Bücher jüdischen Inhalts — gleichviel in welcher Sprache —- für «lifse laige in Basrah i Irak > zugeben gu lassen. Die "Betrübenden Kurfiirstendammerpigniss i auch in unserm Ordensorgan ihr Echo. Es ..Das eltgewissen blickt auf diese Pogrome größerem Abscheu als auf jene, die das zaristis« finden Schreibt: gar mit le Ruß- Slgl land zu entehren pflegten; «leim im dunkelsten Rußland waren sie zu erwarten. Aber in Deutschland! Im lanule hoher Kultur, im Mittelpunkt der Zivilisation! Dieser Pogrom schien die endgültige Besiegung Deutschlands darzustellen; Deutschland ist auf das abgrundj tiefe Niveau des alten Rußland hinabgeglitten.“ Die Dezembemummer bringt einen ' ausführlichen Aufsatz des holländischen Journalisten Peter van P a a s s e n über „Hitler auf der Rednertribüne“, nachdem er diesep Demagogen während dessen 14tägiger . Rheinlandtour in den meisten Versammlungen hat' sprechen hören. Angesichts des zunehmenden Juden-“, hasses in Amerika, der/ sich namentlich den Arbeitsuchenden gegenüber auswirkt, verdoppelt der Ordensausschuß zur Bekämpfung antisemitischer Übergriffe (Anti-Defamation League) seine Arbeit. Er hat sich mit unserm deutschen „C.-\ .“ in Verbindung gesetzt, in dessen N amen Frau Dr. R e i c h m a n n - J u n g m a n n über die Arbeitsgebiete und Methoden des C.-V. ausführlich berichtet. Nachdem die Tätigkeit der Anti- Defamation League bereits von katholischer Seite als vorbildlich gekennzeichnet worden ist, hat sich jetzt - einer der ersten Anwälte der Union an die Ordensleitung um Material über die wirksamste Art, Angriffe auf große Bevölkerungsgruppen abzuwehren, gewendet. Unter dem neuen Chefredakteur des Ordensorgans, Br. Dr. I. M* R u b i n o w , hat sich diese vornehme Revue in eine Monatsschrift für alle jüdischen Interessen gewandelt. So finden wir ausführliche Würdigungen des Lebenswerkes von Paul Nathan. un«l Baron Hirsch, von Arthur Schnitzler und •Stefan Zweig, von James S i ino n uiid Moses G a s t e r. Sie eignen sich fast alle zu Referaten in unseren Logen. Von allergrößtem Interesse ist ein über beide Nummern sich erstreckeiuler Aufsatz von Joseph Leftwich, „Die Wahrheit über Hans Ilerzl.“ Der Verfasser, Direktor der Londoner Jüdischen Telegrafenagentur, war mit dem unglücklichen Sohne TheodoF Herzls befreundet. Aus seiner genauen Kenntnis-der Verhältnisse heraus weist er nach,, daß Hans Herzl ein ungewöhnlich edler, zartfühlender, aber schwacher, allen Einflüssen zugänglicher Mensch war. Auf dem Umwege über Baptisten, Quäker und Katholiken hat er schließlich zum Judentum — das ihm eigentlich niemand recht vargelebt hatte-zurückgefunden. „Religion ist für mich notwendig“, bekennt er, „ich bin kein Vernunftgläubiger“. Leftwich schreibt: „Sein Lebelang war Hans Herzl Jude; untl wer die geheimsten Regungen seiner Seele kannte, dpr wußte, daß es für ihn außerhalb des Judentums kein wahres Glück gab.“ I.eftwich behauptet, daß Hans Herzl von der Mutter her mit Melancholie erblich belastet und somit zu den mehrmaligen Übertritten prädisponiert war. Auch auf politischem Gebiet hat er keine Heimat gefunden. Obwohl er in England erzogen wurde und 32