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Der Orden Bne Briss · 1932-04-01 · Nr. 3 - April (4.1932) · p. Seite 31

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 3 - April (4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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Sowjetrußland verschwinde der Judenhaß nicht. Die Ursache liegt zum Teil in dem niit Klassenkampf nicht notwendig verbundenen maßlosen Klassenhaß. Erste Frucht von zweckgebundenem Klassen- und Menschenhaß sei stets der Judenhaß. Auch kulturell sieht Steinberg in Rußland noch keine Lösung der Judenfrägd. Zwar habe man jüdische Zeitungen und Schulen und sogar jüdische Rayone geschaffen. Die „Kultur“ sei aber eine nicht autonome, Sondern bloße ÜberseUungskuItur. In der Schule werde ‘jüdische Geschichte nicht jüdisch bodenständig gelelrrt, unjd die jüdische Presse diene nur Propagandazwecken. All dies sei Juden überantwortet, die bewußt djie Auflösung des Judentum^ betreiben. Der Fenier sei, daß man glaube, die wurzel- Etliik, seinem historisch b edingten Treue und Zähigkeit ein - bau der sozialistist hpn Ge Entwicklung des jüKlischen geschichtlich erhärteten sc; an ein Abschneiden seiner histor wicklung denke, dies aber dem Judentum zumute. Also auch hier wie zu allen Zeiten hei einseitigen Versuchen zur Lösung der Judcnfragr: Opportunismus statt freier Genius zur Erfüllung seines zialen I. ehensprogramnis. echte Eingliederung der jüdischen Kulturwerte verhiritdern zu sollen. Auf dem Boden seiner Enlwieklun .wäre das Judentum mit seiner sozialen Geschichte uni Rebellentum, seine wertvoller Faktor beim Au: sellscljal t, während es jet; t verkümmere. Der Sonder« haraktei und die Tragik d<s Judentums in Rußland li|egcn «la:'in, daß kein Rüste isch-kulturellen Entec m ßiisf? I £ Ce | ' Seitenfigur aus Benno Elkans Croßem Bibelleuchter I! - Hell.er leimt jede nationale Lösung der Judenfragej ab, da sie das jüdische Proletariat an der Einord- - nung in die Klassenfront hindere. Er hält jede zwanglose Assimilierung einer kleineren an eiiie größere Gruppe für einen ‘sozialen Fortschritt. Sowjetrußland stelle die jüdische Arbeiter- und Bauernschaft vor die freie Wahl, sich zu assimilieren oder $uf jüdischem Territorium und sozialistischem Boden in jüdischer Sprache und Form sozialistischen Aufbau zu treiben und so zur Nation zu werden, da die Sowjetunion den sozialistischen Aufbau in nationaler Form als förderlich ansehe. „Nation“ aber gebe es hier nur auf dem Boden eines Territoriums. Für uns -r so schließt Heller — r |!.*; 4d> .rveinr?» hrth Jona und der Fisch - i . Religion oder Nation. ~ Dis Judentum geht unter, die Juden aber leben |als freije Natioq in der klassenlosen Gesellschaft. Steinberg bekam]»ft iii seinem Schlußwort die pseudo-neutrale, sclieiiibtr fatalistische) Haltung des Kommunismus zur Juder frage, <lie si^h mit seiner sonstigen Aktivität nicht vertrage. Den Grund sieht er in dem auch dort wohl geahnt *n Unvermögen, mit nicht autonom > ge borenei 1, ■ dem Sondercharakter ei es jüdischen Phänomens nicht gerecht werdenden Lösun;smöglichkeiten der Juden’ und J;identutnsfrage heiaukommen. Er beendet die Aussprache mit einem IBekenntnis zum Soz gibt es keinen Tausend-Jahr-Plan“ der Geschichte, des jüdischen Gei ites und Volkes ialismu i und der autonomen Ro' in' ihm. le 31 i

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