Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 2 - Februar/März (2.1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- Seite 23 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Professor Karl Jaspers, „D ie geistige Situation der Z e i t“. Sammlung Göschen Bd. 1000. Berlin 1931. Walter Gruyter & Co. Preis geh. in Leinen 1,80 RM.! Es gibt selten ein Büchlein, das, krie das vorliegende, geeigneter wäre im Tempel unserer Loge zur Grundlage suchender Aussprachen gemacht zu werden, ein Buch zugleich, das so ganz hält, was sein Titdl verspricht. Der Heidelberger Philosoph Jaspcfrs sieht den Beruf des Philosophen scheinbar in jenem droßen Sinn platonischer Welterfassung gegeben, die behauptet, «daß Weder Staat noch Verfassung es zur Vollendung bringen werden, ehe nicht jene wenigen Philosophen, die jetzt zwar nicht als bös, aber als unbrauchbar verschrien sigd, durch eine glückliche Fügung sich in die Notwendigkeit versetzt sehen sich des Staates anzunehmen, und der Staat suh genötigt sieht sich ihnen unterzuordnen“ (aus Platos {„Staat“ Übersetzung’ von Otto Apelt, Verl. Felix Meiner 19^1. p. 249). — Diese Notwendigkeit gebietet die geistige Situation der Gegenwart in einem noch nie dagewesenem Maßjt. Aber erst, wenn man, wie in dem vorliegendem Büchlem, die ganze Wirrnis der Gegenwart plötzlich erhellt sieht ,^on dem edlen Licht philosophischer Klarheit, weiß man, wie sehr diese Gegenwart des Rufes klärender Philosophie bedarf. Karl Jaspers ist ein Rufer der Zeit, dessen Stimme nicht ungehört verhallen wird! — Wer wieder zum Glauben kommen will, daß der „Mensch Geist |st und die Situation des eigentlichen Menschen seine geistige! Situation ist“, greife zu diesem Buch. Wer zur Erkenntnis kommen will, ob „die wirtschaftlichen Mächte und ihre Hervorbringung die einzige und alles beherrschende Wirklichkeit des Menschen sind“, suche hier die entscheidende Antwort! Die Wucht dieser Antwort und die'Eindringlichke t der einander übersteigernden Lebensbilder vermitteln d e Betrachtung eines Querschnittes der geistige^4-Situation unserer Zeit, dessen Wahrhaftigkeit die Logik eines unbeirrbaren Denkers und Sehers aufbaut. Wachgerufen wird hiep der Mensch zu dem „Ethos, in den Machtkörpern mitzulehen, ohne von ihnen aufgesogen zu werden.“! Das Buch ist populär im besten Siine des Wortes, wenn auch die Unverrückbarkeit eines philosophischen Gedankens, wie so oft, auch hier, häufig eine akademische Ausdrucksweise bedingt, die den Laien leipht in der Aufnahme des Gedankens behindert. Aber diesejs Buch will ja nicht als Lektüre behandelt werden. Es verlangt Philosophieren „als .ein Denken, mit dem oder als das ich selbst tätig bin.“ Ein solches „Seinsbewußtsein in der Welt“ will Erarbeitet und errungen werden. 1 j Dr. Davin Schönberger (Aachen). Verlag Paul Zsol* Schalom Asch: „Die Kinder Abraham, nay, Berlin, Wien, Leipzig. ,Eine Scelentragodie tiefer Art is| die Erzählung „Der Mann mit den zwei Frauen“, die eiuen armen, jüdischen Mann, einen Pogromflüchtling in Siqnen- und Seelenkonflikte stürzt, aus denener sich unschuldig-schuldig nicht retten kann. — Ein armer Held! — 4- Die Titelnovelle ist erfüllt von jüdischem Optimismus. Sie zeigt, wie ursprünglich auch der Jude als Ansiedler im Urwajdstädtchen als Kamerad mit Recht geliebt und geehrt wufde. Wie er sich das Land und die Achtung erringt .... Noch ein Lied von der dampfenden Ackerscholle, die der Jude dort zwingt, von den Sorgen und Leiden des jüdischen Ansiedlers,- singt Schalom Asch in „Ruf der Stadt“, Der Sohn, der Stolz und die Hilfe dis Vaters, erliegt dem Rufe der Stadt^ der zu ihm dringt, betäubend, lockend und d< betörend durch eine Fr-ip. Als wäre der Jahre bodenständig, so Eächt sich'die v dem Jurigen. Bis er e 'kennt, daß er seinem Felde ui^d zu s< inem Vater gehe ihn wieder mütterlich iiQ sich gezogen. Der kleine Agent Karfunkel ist-ei in seinem gehemmten Schnorrerdasein, funkelnde Geschäftsprojekte jagt'. Sein los aber hell fundiert. So kann er ei Iren, einen Bäcker, mit Lebensmut crfiil liehen Aktionen glücken zuerst, und dernd die Kraft- und dis Geschick des Juden atf. Dann mißg ückt „Die große kleine Jude ist Voll utepischer’Widerst immer der bewanderte Held des christ dumpf zwischeneiner Blutsabneiguug dieses ihm unerreichbaren Intellektes Sp siegt der kleine Jude Garfunjkel, wem liegt. --Die letzte N >velle „Der rote los, wenn auch der Held ein Jude, ist.- dieses Leben mit allen lockenden BegierI und verbrennen.,.| Schalom Asph beweist in i dem N< Jude schon tausend ■rlasseni! Scholle zf seinem Pferde, Scholle ört. Die ergötcliehe Fifiir das ih a immer in Ungestüm ist zielinen un;eseldachteu ne geschiftr Ire sieht bewunrerachtften klciren aber der iehen Häckers, lind e1jn< hin apidskraff und hleilit Iler r Anheti ng - und 1 erscliwan kt. er auch am Bo< ut“ ist heziclnm gs- Aueh luden lei en und Sinnen dichterische Romanen. vellenhpnd staryce, Kraft, f^st konzentrierter als R Heft 6 des, JWORGji 100. Todestag den 7. lehnung an ein Gedicht von Prof. Dr. R. A. Gießener Universitätslql wärtigen Vergangnes“, heit führt Dr. Gustav I* Pazifismus“ in eine de^ hinein. Von ihlten wi ,'rung von J. Heintm griechische Weltansehai) der Gedanke zwar wiedp Vergangenheit, in der Erscheinungen unserer Gegenwartsdenken biete und Politik Betrachtun „Die theologischen Vor« angehahnten Kritik an Nachwort Recht und Bf kens entgegengesetzt. Aufsatz „Zwischen Wi H e I 1 p a c h s' gleiehnaia Strömungen im Protest i: Abhandlung von Herber Unglaubens. Ein typolc „Morgeu“-Tradition, ein Max Dienemann be zur Gegenwart. Glaube tik in neuen Büchern“ Neuerscheinungen, die v< Verbindung mit Geschici referiert über drei Büch; ihre Lebenserinnerungen EIS, dai um die Zeit Jahrgang besehlie 1t. wird shs dijm West-Ostlfchep ritz sehe. Olierbihli lilothek ringele tet: Von dem Gedenjk e f f I el r s Abha umkämpftester ederum kehrt sich a n n s groß angt 1 ungslehfe hei Ji r zur yergange f Schrift und i deutlich wirq. Ignaz M a y b Herrmann Abrahq der Senior der Berth 5 eit a u m s iren zu Alfred du Querfi Politik en 2 ur ussefzungen der liberalen Ged deutunf deslib« Leo B a e c k tenlierg- und igem Buch iinj ntismus auseina Grabibert gischer1 Versuch Weg ziir Glaub •ichtet unter de Judentum. Gcü Uber, eine Reihe >n Glauben und te und Politik r, in denen Män niedergelegt i nd m . -1 old Au^rhach-Lo;i T 11. März d. Js. das 85. Lebensjahr. Herrmann Abraham charitativen Werken. Er ist dor Begründer des Israelitischen H nmathauses und Volksküche, Berlin, das seit 1891 besteht und reichen L 1 123 Chance’ de ind t nke s *«tzt R )m“ sich on Goet — in An- Diwan ifthekar Im Gegei Verganpen- .Heldisc ic hen an idlung. Gegenwartsfragen mit egter den U qheit, aqtt die r Fortf i Arbeit ,. )je Röme -nt4 ler er zu e ^rallele —Unmittelbar t „Theolc ains Der i >er Bii rl st in eir zu es pe h: lier ralen ftaatsgedan in eir em Mt des der gleich mit bestimm ten ader. Mit.ehier Psychologie wird, | getreu gkeit gebahnt. Titel „Von „Ur“ -schichte und Policharakteristischer . [udentnm. in ihrer 1 andrln. S. L g v i ner deri Gegenwart halten. — vo 1 endet am widmet .sein Lehen seif 40 Jahren