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Der Orden Bne Briss · 1932-02-01 · Nr. 2 - Februar/März (2.1932) · p. Seite 22

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 2 - Februar/März (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
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kommen des Gemrindepsflzes 1928 und im Kampfe für die Einheit der jüdischen Gemeinden 1929 entfaltete. Niemirower. welcher seit 1898 im Orden Bne Brissj tätig ist. bekleidet seit 1920 das Amt des Großpräsidenten Ides mmanischen Distriktes. Als Zionist pimmt er seit 1898 in Rumänien eine führende Stellung ein und repräsentierte den rumänischen Zionismus hei verschiedenen Kongressen. Seit 1900 betätigte er sich als Vorkämpfer der Judenemanzipation in Rumänieti. Seit der Gründung der. Unionjder rumänischen Juden 1909 arbeitete er auf den verschiedensten jüdisch-kulturellen Gebieten. — Bruder Großpräsident Niemirower. der einer der Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft der außeramerikanischen Distrikte ist. hall allen Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft, an denen teilzunehmen seine voll besetzte Zeit es ihm ermöglichte, mit tätigstem Interessen beigewohnt und mannigfache Anregungen gegeben. Dem verehrten Jubilar, der dem deutschen Distrikt besonders nahe steht, sprechen wir unsere Herzlichsten Glückwünsche aus. Mögen ihm noch viele Janre segensreicher Tätigkeit beschirden sein! Br. Großpräsident Nieniirnwer hat in deutscher, rumänischer. hebräischer und jiddischer Sprache Festpredigten, Essays*, biographische Skizzen, ein Buch über Chassidismus und Zaddiki-mus veröffentlicht. Die B.B.Loge JNoua Fraternitate Teran«taltet eine Herausgabe seiner S|chriften in rumänischer Sprache. Zeftschriften anderer Distrikt« B'rtni B’rith. Monatsblätter-der. Großloge für jlen cechoslowakischen'Staat. I.O.B.B. Januar 1932.1 Universitätsprofessor Dr. Emil Stark enstejin schreibt über Instinkt. Intuition und bewußtes Handeln. Kranz Burg, über die Stellung* des Juden in der Volkswirtschaft. Die beiden beachtlichen Aufsätze haben insofern eitle innerliche Beziehung zueinander, als Starken«tein die plifb«nphischpsvchologischen. Grundlagen zu (lern mehr I praktischen Thema von Burg gibt. Burg stellt den Typ ..Händler“ nach Somhart oder, wie er von Schumpeter bezeichnet wird, den ..Wirt schlechtweg“ dem Tvp Unternehmer geeeniiher. Die Leistungen der heiden Tvnen werden gepanklich abgegrenzt. ihre Funktionen und Wirkungen aufgpz.eigt. Dabei werden die Beziehungen zu Geistig-Jüdischem behandelt. Da« Heft enthält u. a. auch statistische. Notigen über die Juden in Karpatho-Rußland. B'rtni B’rith Mitteiluneon für Österreich. Htft 1. Januar 1912. Jahreane XXXII. Br. Professor Dr.?Ludwig Singer-Wien gibt in ausführlicher Darstellung eine Erinnerung ..zur Gesrjiichte und Bedeutung des Toleranz.patente« vom 2. Jänner mehr auf eine Dauer von 130 Jahren zurück Bücherschau 82“. das nunn icht. Das geschichtliche Dokument wird immer eine unve-gängliche Erinnernng an Jo«ef II. ..den Menschenfreund at f dem Thron“ sein, der sein Dokument der Menschlichkeit licht nur verfügte. sondern ernsthaft über seine Ausführung wachte. — Br. 'Ehrenvizegroßpräsident Dr. Wilhelm“ Knöpfmacher bringt eine Entstehungsgeschichte und Chron k der Vereinigung ..Wien“ B'nai B'rith in Wien, zunächst mit einem einleitenden Vorwort beginnend. Es schließt s ch der Jahresbericht 1931 des Vereins zur Versorgung lilfshedürftiger israelitischer Waisen, erstattet vom Präsidenten Br. Richard Petscheck. an. 22 J. G. Frazer, Mensch, Gott und Unsterblichkeit, Gedanken über den menschlichen Fortschritt. . Autorisierte Übersetzung aus dem Englischen vpn^ Dr. H. Frank und Dr. A. Thalheimer, Anmerkungen von Dr. H. Frank. Mit einem Bildnis des Verfassers. ^XVI und - 361 Seiten. (C. L. Hirschfeld Verlag), Leipzig 1931. Kartoniert 6.80 RM., Leinenband 8,50 RM. Frazer, einer der maßgeblichsten Autoren auf dem Gebiete der Anthropologie und Völkerkunde, gibt in diesem Buche einen Querschnitt durch sein gesamtes Lebenswerk. Es isf eine kurze, in prägnantestem Stile geschriebene Geistes-, Sitten- und Religionsgeschichte der Menschheit, fußend auf ilcs Verfassers Forschungen an primitiven Menschen. Wie aus der Wildheit die Zivilisation entsteht, aus Zauberglauhe die Religion, aus primitivsten Todesvorstellungen der Glanbe au Unendlichkeit^und Unsterblichkeit, wird an zahlreichen Beispielen dargestellt. Das Buch ist nicht nur ein aufschlußreiches Quellenwerk, sondern auch eine ungemein fesselnde Lcktii re. Dr. B. B e r 1 i n e r. Otto Heller, Der Untergang des Judentums. Das Buch will gegenüber der ,.bürgerlichen“ Literatur über die Judenfrage den marxistisch-kommunistischen Standpunkt präzisieren. Es ist also ein — religiöses Werk. Religiös in der Bedeutung, daß ein unerschütterlicher, ein dogmatischer Glaube an gewisse Urtatsachen alles Lebens und Denkens des Gläubigen beherrscht. Marx und Engels werden übertrumpft. Der Jude ist von Uranfang an Handelsmann. Seine Mission, wenn man so sagen darf, war von seinem völkischen Ursprung her. ja wohl gar schon zur Zeit der nomadisierenden Patriarchen Pflege der Warenzirkulation. Das bestimmte derart das jüdische Wesen, nein, war derart identisch mit dem jüdischen Wesen, daß. wenn da irgendwo* in Zentral-Asien ein Splitterchen des jüdischen Stammes! von seiner Masse abgesprengt, hauste ohne etwelche Berührung mit ihr. ja gar nichts von ihr ahnend, diese paar tausend Juden natürlich auch ihrem Kern gemäß nichts andres sein konnten wie Schacherer und Trödler. Die Juden sind also schon seit geraumer Zeit kein Volk, sondern eine Kaste gewesen, deren, funktioneller Sinn im Haushalt der Umwelt sich in dem Maße verflüchtigte, als die natürliche Entwicklung ihrer Wirtsvölker sie ihrer monopolistischen Stellung beraubte. So wird im Westen, was von ihnen übrig geblieben, aus der Kaste die Klasse mit dem absolut gewissen Schicksal der völligen Aufsaugung durch die Umgebung. Warum es eigentlich im Osten, im Sowjet-S)aat, anders sein sollte, warum die Juden hier wenigstens! einen Teil ihrer Scharen in autonomen Republiken zu einem gewissen Eigenleben zusammenfassen sollen, das geht aus der Ideologie des Buches nicht hervor. Heller weiß prächtige Bilder von den Siedlungen in der Ukraine und in der Krim, vor allem vom paradiesischen Biro-Bidjan zu malern jenem gesunden Lande an der Amur-Grenze, wo zwar ein Teil des Bodens noch über dauerndem Grund-Eis sich Erhebt, die Mitteltemperatur im Januar aber doch ca. — 40; nie unterschreitet. Das Gebiet, reichlich doppelt .so grpß wie das heiß umstrittene Palästina, nahezu leer, bietet nichts von den Schwierigkeiten, welche die palästinische Kolonisation so gefährden, die ja zum Tode verurteilt ist, weil alles, was von kapitalistischem Materialismus schmeckt, daran stirbt. - Daher aus reiner Menschenliebe ein fanatischer- Haß gegen den Zionismus. Gegen religiöse Metaphysik ist wie gegen Gläubigkeit überhaupt ein - den Frommen überzeugender Gegenbeweis nicht zu führen; denn „der Fromme lebt in seinem Glauben“. M. Wiener. i

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