Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1932-02-01 · Nr. 2 - Februar/März (2.1932) · p. Seite 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 2 - Februar/März (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 19 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6727475-6029206-6074863--2753-4869332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

I Die Winterhilf^ der Berliner Logen U.O B. B. Von Br Der Anregung der Großloge, Winterspeisungen für die bedürftige Bevölkerung einzurichten, folgend, hat der Wohlfahrtsausschuß -der Berliner Logen sofort nach Kenntnisnahme eine eingehende Erörterung aller Möglichkeiten mit den Präsidenten der Berliner Logen im Logenverband herbeigeführt. Der Gedanke, an einer möglichst umfassenden Bilfe zur Überwindung t^er Winternot seitens der Berliner Logen beizutragen, fand Sofort freudige Zustimmung. Schon bei Bekanntwerden dieser Absichten hatten einzelne Logen vor der Beratung im Logenverband von sich aus spontaii Büchsensammlungen veranstaltet, die gute Ergebnisse erbrachten, so bei zwei Logen in der ersten Sitzung Beträge von 75 RM. bzw. 40 Rl{. Neben diesen Büchsensammlungen, die fortgesetzt bzw. neu aufgenommen wurden, verpflichteten sich die Logen zur Zahlung einmaliger oder monatlicher Beiträge. Hierzu kamen. Einzelspenden, so daß der Wohlfahrtsausschuß gegen Ende November 1931 über eine Summe von etwa 2700 RM. verfügen konnte. Bei einer solchen Gebefreudigkeit, die um so höher einzuschätzen ist, als alle Logen mit der Not im eigenen Kreis 'außerordentlich schwer zu kämpfen haben und die Finanzkraft teilweise bis zur Erschöpfung angespannt ist, konnte der Wohlfahrtsausschuß an die Arbeit gehen. Der ursprüngliche Plan, Feldküchen aufzustellen und mit einer großen Geste jeden Hungrigen einzuladen, mußte fallen gelassen werden, weil die Schwierigkeiten der Organisation zu groß waren. Dagegen gelang es, nach Überwindung verschiedener Hemmungen mit dem Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde Berlin, eine Vereinbarung.zu treffen, wonach dieses den Berliner Logen Räume, und zwar Küche und Speiseraum, im Mittelpunkt der Stadt zur Verfügung stellte, die es ermöglichten, am 1. Dezember 1931 mit der Speisung zu beginnen. Aus den Listen zweier angrenzender Stadtbezirke des Wohlfahrtsamtes wurden zunächst die Bedürftigsten (Arbeitslose, Familien mit großer Kinderzahl usw.) ausgewählt lund in Bertho d Kotz den ersten 10 Ifgen tagessen täglich v|erabfol|;t. Nachdem die jOrganii ation ii Gang gebracht war, konn ten schon von Mitte Dezember ab ausgegeben werdest. Es jwird W dürftigen ein schjnackhaftes, besonders aber nahrhaftes Essen feu reiclien, uni zjvar völlig ert darauf g siegt, den Bekräftiges und kostenlos. F|ür;'ekocht und zürn Sonnabend wird am Freitag besonders Mitnehmen nach |Hause am Freitag airsgegeben. Ursprünglich war vorgesehen, die Speisang etw« 2' bis 3 Monate durchzuführen, um. überldie seid ministen Win termonate hinwegzuhelfen. — Es wird ajier m »glich sei a, die Einrichtung mindestens 4 Modale aufrecht zi halten, nachdem jetzt bereits der dritte hjonat begonnen hat. Neben dieser allgemeinen. Wintcthil e, welche in der Hauptsache vorf den Logen und aus Log snmlitteln getragen wird, haben die Brüdeil, der Aufförder ing der Großloge folgend, wo dies «»gängig erschien, auch Mittagsgäste in ihr Haus aufgoiomm^n, bzwj. werden Mittageisen von ihnen verabfolgt. ( I j . '. ■ Schließlich sbi noch erwäh lt, daß < as Logenheim der Berliner Logen ii^ LicKttrfelde täglich el wa 20 Bedürftige, die ihm vom zuständigen Bezirksamt z igewiesen werden, speist. Hierbei handelt es sich nur um Andersgläubige. Die Berliner! Logen! wissen, daß angesichts der großen Not und des furihtbarch Elends weiter Kreise unseres Volkes zwar noch ni :ht genüg ge tat) wird, ai er sie dürfen doch das Bewußtsein laben, etwas zu,1 leisten, ndem sie ungeachtet der sonstigen vielfachen Anforderungen täglich 100 hungrige Menschen tpeisen und ihnen den Glauben an Bruderliebe und Menschlichkcij erhalten.. - Die Berliner Logen wollen durch die mentieren, daß der erste Begriff unserer .i... keif4 eigener Sorgen Und Nöte. etwa 50 Mit- 100 Portionen Winterhilfe doku- Devise ,-,Wohltätignoch immet in deh Herzen der Brüder wach ist trotz Briefe an den U.O.B.B. I . , Wir erhielten folgende Zuschrift: Treubrüderschaft ln einer der Berliner Logen fand kürzlich eine Sitzung statt, in der über die Erfahrungen bei der allgemeinen Einrichtung einer Treubrijderschatt berichtet wurde. Die'Berichte und das Ergebnis der Aussprache dürften auch für die Schwesterlogen von Interesse sein. Über die geschichtliche Entwicklung der „Treubrüderschaft" in unserem Orden ist folgendes mitzuteilen: Im J^hre 1911 hat die w. Loge „Praga"4 ein „Komitee für brüderliche Fürsorge44 eingesetzt, das die Aufgabe hatte, seine Aufmerksamkeit auf die Interessen jedes einzelnen Bruders zu richten. Diese Fürsorge sollte sich auf, freudige und traurige Ereignisse in der Familie eines jeden Bruders, insbesondere aber auch auf sein wirtschaftliches Ergehen beziehen. Im Januar 1924 hat der tschechoslowakische Distrikt in seinen Monatsblättern (III. Jahrgang, Januar-Nummer 1924, S. 7 „Brüderliche Fürsorge*4) auf diese Einrichtung der w. „Praga44 nochmals hingewiesen. In der Mai-Juni-Nummer 1923 (S. 51) „Der Orden Bne Briss44 w»r^c auf die Einrichtung von Jungbrüder-Komitees bei den tschechoslowakischen Logen aufmerksam gemacht. In ein solches Komitee wurden 4 ältere Brüder hineiui. gewählt: ein Obmann, ein Schriftführer und ihre Stellvertreter. Dieses Jvomitee hatte für ständige '(wöchentliche) Instruktionsabende für [neu cingetretene Brüder zu sorgen. Auf ein Jahr wurde jedem neuen -Bruler für die Logensitzung ein älterer Bruder (TreitbruderJ zugeteilt, der dem Betreuten zur Seite stehen sollte und alle auf das Logenleben sich beziehenden Fragen zii beantwortet! hatte. In der Dezember-Dummer 1924 „Dir Orden Bne Briss44 machte Br. Expr. Max Baumauii-Dauzig unter dem Titel „Der Nahbruder'4 (Nachbarbruder ) den Vorschlag der ständigen Betreuung eines jeden neu eintret'inden Brtiders durch einen älteren Bruder, j In den Nebenges^tzen mancher logen des deutschen sich die Bestimmung Bruder eine Tre'ubruierschaft einzurichdaß für 'jeden neu Distrikts befin auf genommene ten ist. Die Brüder Expr. Dr. Willy Cohn und Expr. Martin Jaffe (Sp.L.) haben lieh daür eingesetzt, diß nicht nur die neu anfgenommenen Brüder,^sondern älli Logenbrüder einen Treubruder zugeteilt erhalten sollten. Über diese allgemeine Einrichtung 'der Treubrüderset aft, deren Durchfürung Br. Jaffe zu danken ist, liegen ninmehf die Erfahrungen von 1% Jahren vor Die Treubrüderschaft hat einen coppelfen Zweck: Di« freundschaftlichen Beziehungen zwisc und-dem betreuten Bruder sollen gewe ten dem Treubrudei :kt, bestärkt und ver I!»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.