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Der Orden Bne Briss · 1932-02-01 · Nr. 2 - Februar/März (2.1932) · p. Seite 20

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 2 - Februar/März (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
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tieft werden. und durch dieses Freundsehaftshand soll der betreute 'Bruder (gleich dem Treubruder) der Lo;e näher verbunden werden. Der Trcubrjider soll sich um i las Wohl und Wehe des ihm anvertrauten Bruders bekümn ern. Er ist der Loge gegenüber dafür verantwortlich, daß diese von . freudigen und traurigen Ereignissen in der Fai lilie des Bruders, .gegebenenfalls auch von der Notwendigkeit brüderlicher Fürsorge rechtzeitig unterrichtet wird. Die organisatorische Einrichtung der Treubri derschaft, wird w ohl am zweckmäßigsten in folgender V ei ie vorgenommen: Der von der Loge bestellte Generalti euhruder bittet in einem Rundschreiben, in dem er die Zwecke und Ziele der Treubrüderschaft auscinandersctzt, alle Logenbrüder, ihm binnen einer bestimmten Frist mitzuti ilcn. wclejreii Bruder sie aTs Treubruder wünschen. An diejenigen Brüder, die diesen Brief nicht beantworten, wird in weiteres Schreiben gerichtet, in dem ihnen ein bestimmter Bruder als Treulrruder vorgeschlagen wigj. Die Vorschläge erfolgen nhch- Rücksprache mit dem’ Propagandaausschuß, der die persönlichen X erhältni*se der einzelnen Briic er näher kennt. In allen geeigneten Fällen wird derjenige llruder als Treulrruder vorgeschlagen, der den -zu betreuend» n Bruder für die Loge vorgeschlagen hat. Bei' der.' Aus* ahl wird darauf. Bedacht genommen, daß nur solche Brüdei zu Treuhriidern ernannt werden, die regelmäßige Loge lhesiieher >ind und die Gewähr dafür gehen, daß sic sich d-s betreuten Bruders ernstlich annehmen. Iji manchen Fi Ilcn wird die Treubrüderschaft eine gegenseitige sein. Iii «er Praxis - läßt es Sich aber leider nicht vermeiden, «laß viele i Brüdern mehrere zu betreuende Brüder anvertraut werde i müssen. In kleineren Logen wird es möglich sein, daß dei General- IrCuhruder vo,r Einrichtung der Treubrüderschaft mit allen Brüdern Rücksprache nimmt. Dieses Ideal lällt s eh in den großen Logen leider nicht verwirklichen. Br Zi Bei der Aussprache über die Erfahrungen -mit biiidersehaft wurde von einigen Brüdecn das Hai auf die seelischen und freundschaftlichen zwischen Treubruder/ und betreutem Bruder w urde beklagt, daß die ideale brüderliche \ erli in den seltensten Fällen vorhanden sei. wurde von anderen Brüdern betont, daß inan' von Brüderschaft nicht Unmögliches verlangen diirfi hei studentischen Verbindungen sei das ähnliche zwischen Leihbursch und Leihftirhs erfahrungs in einer Minderheit der Fälle ein innerer Frei .blind für das ganze Leben. Dabei sei noch zu. tigen-.daß junge Menschen sich viel leichter anei schließen als gereifte Männer. Es sei 'schon v wenn im Treubruder und im betreuten Bruder gegenseitiger \ erantwortliehkeit entstehe'.und w die Treubrüderschaft die Brüder .der Loge nähr und diese über das Ergehen der Brüder unterricl te Die hohen idealen Ziele der Treubrüderschaft nicht au* dem Aiige verlieren; man solle'es abe - eine Herabwürdigung der Einrichtung ansrhen. die Treubrüderschaft auch nur zunächst die Propaganda-, des WohWahrts- und des Kranken erleichtert werde. der Treuptgewicht iehungen I;elegt. Es undenheit egenüber der Treu- Selbst Verhältnis maß nur ndschaftseriicksichander anerreicht, as Gefühl un durch r’gebracht t werde, ürfe man nicht als nn durch Arbeit des lusschusses t ie I t Aus dem Büro der Großloge v. Br. Dr. Finkei konnte am 15. Februar d. Js. auf eine t 25jährige ■ Tätigkeit im Büro der Großloge zurücksehen. Die herzlichsten Glückwünsche für unseren lieben Bruder Finkei seien auch an dieser Stelle zum Ausdruck gebracht. Kurze Übersicht Aus einem amtlichen holländischen Bericht geht die'erschütternde Not der etwa viertausend jüdischen-Diamantar beiter Amsterdams hervor,! die infolge der Weltkrise schon seit längerer Zeit beschäftigungslos sind. i i / Als eine der ersten Veröffentlichungen de* neuorganisierten spanischen Akademie der Wissenschaften erschien mit Staatsunterstiitzung eine Bibliographie der judeo-spanisclien Literatur des Mittelalters. Mit dieser Geste scheint die junge spanische Republik zeigen zu Wollen, daß sie das Unrecht vergangener Epochen verurteilt. * Auf der landwirtschaftlichen Ausstellung der brasilianischen Regierung in Porto Allcgre erhielten die dortigen jüdischen Siedler mehrere der höchsten Staatsauszeichniingen. In einer amtlichen Denkschrift: wurden die landwirtschaftlichen Leistungen der jüdischen Siedlungen öffentlich belobt. ' »‘ * In London starb, 74 jährig, der Berühmte englische Historiker Sir S i d n e y Low, ein überzeugter Jude. Seine ..Englische Staatsrechtsgeschichte“'ist eini Werk von dauerndem Viert. -An seiner Beerdigung nahmen die bedeutendsten Gelehrten Englands teil. In Wien starb, 60 jährig, der Universitätsprofessor Leo Fleischmann, Ordinarius für Zahnheilkunde, der verschiedene neue, besonders in Amerikg vervollkommnte Methoden in die Zahnheilkunde eingefüh^t hat. * j Erst 46-jährig starb in Amsterdam der ord. Professor für experimentelle Psychologie an der holländischen Staatsuniversität zu Utrecht, Dr. A. A. G r ü n b a u m, ein in Odessa geborener Jude. In Soroca in Rumänien wurden von rumänischen Grenz- Polizisten sechs junge, abends von einer Festlichkeit kommende Juden an die Grenze gelockt, erschossen und beraubt. Die Täter bezeichnten de(| Vorfall dann als eine infolge verbotener Grenziiherschreitung j begangene Amtshandlung. Erst später ptelite sich heraus, daß es sich., um vorbedachten und planmäßig ausgeführten Raubmord bandelt. Die untersuchenden Behörden versuchten die Angelegenheit zu vertuschen. * Die Erfahrungen von l3i Jahren halten jedenfalls gezeigt. daß durch ilie Treubrüderschaft der brüll erlichb Zusammenhang gestärkt, daß viele bisher abseil s stehende Brüder zurückgewonnen werden konnten. Wir Sind uns freilich bewußt, daß wir noch völlig am Anfänge unserer 'Arbeit stehen. Wir würden uns sehr freuen, wi nn wir mit anderen Logen unsere Erfahrungen austauschei und auch von ihnen Günstiges über ihre Tätigkeit auf dieiem Gebiete hören könnten. Bei der Testamentseröffnung des großen jüdischeu Philantropen Julius Rosenwald in Newyork zeigte sich, daß der größte Teil des noch 20 Millionen Dollars betragenden Vermögens wohltätigen Stiftungen vermacht ist. * Mach amtlicher Statistik wurde von 1921 bis 1930 4 107 209 Personen die Einwanderungserlaubnis nach Amerika erteilt, darunter 339 054 Juden. 20

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