Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 11 - Dezember
- Date
- 1931-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Er unterstreicht mit besonder Wert der passiven religiösen Durchsetzung des Friedenszustand übersieht aber ganz, daß' die P: Frieden als ein Gebot vor die als eine Forderung, die verwirkfi i fern der Mensch den Auftrag ern> ter des Gottesreiches auf Erd|e einen Gott kann nur die.eine, in heit entsprechen. Unrecht dulden einwandfreier als Unrecht turi. , es, dafür zu wirken, daß Unre: schehen darf, nicht mehr geschehe ven Kräfte des Sittlichen müssen inacht werden, um den Siegeszug Welt zu ermöglichen. Die Friede^ nent pädagogische Angelegenheit, an die Menschheit, wahre Geiiiqi werden zu lassen. Nachdruck den Tugenden für die es in 1er Welt. Er rbphete l Israels den Mensch;n hinstellen, ht we: den muß, sot nimnt, Wegberein 'zu sein. Dem aich geeinte Menschist sicherlich ethisch 4ber noch größer ist ht nicht mehr gen kann. Alle aktideshaab mobil gedes Friedens in der sfrage ist eine emi- Sie ist der Aufruf nschafi auf Erden Wer Passivität in dieser Frage predigt, oder der zeitlichen Undurchführbarkeit dieses Zieles allzulaut das Wort redet, der trägt selbst viel zur Vereitlung dieses Planes bei. Wer fatalistisch daran glaubt, daß Krieg vorläufig sein muß, der bewirkt mit, daß Krieg sein yird. Nur das ethisch fundierte Wunschbild des ewigen Menschheitsfriedens wird die sittlichen Kräfte wecken und wachhalten, die notwendig sind zur Ueberwindung des »Unmöglich«, das Schon so manchen Kulturfortschritt gelähmt hat. Erziehung zum Frieden, das isf die Aufgabe, die gerade unserem Geschlecht, das die Nacht des Krieges geschaut hat, gestellt ist. Der Weg, den Max Scheler von sei- ’nen Kriegsbüchern bis zu feiner nachgelassenen Schrift über den "Frieden zurückgelegt hat, ist erfreulich und für den Friedensfreund vielverheißend. Aber der Weg muß weitergehen bis die Höhe .erreicht ist, auf der der »Genius« des Krieges endgültig seine Fackel senkt vor dem Genius des Friedens. | Br. Expräs., Sanitätsrat Gustf v Olle ndorff. |- Ara 21. November 1931 isi einer liehen aus dem Ordenskreise der fast ein ganzes Menschenalter fiir den Or densgedanken sieh 'eingesetzt Sinne gelebt hat. Br. Gustav Ollendorff, geboren am 11. August 1864 in Bergheim, war einer der Mitbegründer der Bergisehen-.loge (ü1». 5. 1902). Als- Präsident leitete er die Loge in 1906—1908. sowie 1912 bis 191 dahin und der Treffjesch ieden. in seinem den Jahren 4. Seit 1913 war der Zersetzung die harmonischen insbesondere vom er Mitglied des Generalkomitees. Sein Name ist mit einer der Werbeschriften des Ordens verbunden, die von. ihm »Ordens! larmoniec betitelt worden ist. Dem'von einer nifigäi stigen Umwelt ausgestreuten Vorwurf durch das Judentum stellte er Kräfte, die vom Judentum und Orden ausgehen, gegenüber. —. Als sich noch während des Krieges die/Not wendi;keit ergab, die materiellen Hilfskräfte, iur dis bedrohte Judentum nicht, zersplittern zi lassen, sondern sie zu konzentrieren, war Br. Ollendorff in unserem Kreise der erste, der neben anderen, die den gleichen Gedanken in anderen jüdischen Organisationen faßten, die Initiat ve zur Gründung der Zentral wohlfahrtsstelle der deutschen Juden gab. 7 Mit ihm ist eine Persönlichkeit lahingegangen, die es verstand, in allen Kreisen der Betätigung ihres Wirkens sich Sympathie und Liebe-zu verschaffen. So war auch «ein Wirken innerhalb des Generalkomitees, — Die außerordentlich große Beteiligung aus allen Kreisen der Bevölkerung bei de Bestattung zeugte von der großen Beliebtheit, deren sich der Verstorbene in seinem Wjirkunj skreise erfreute. Wir werden dem ausgezeichneten Bruder das herzlichste Angedenken bewahren. L. Gdt. Kurze Uebersicht. Der berühmte Mathematiker der Universität Rom, Professor Tulio Levi-Civita, Ehrendoktor mehrerer Deutscher llochschulen und Voistandsmitglicd der jüdischen Gemeinde in Rom, wurde vom Vatikan zum ordentlichen Mitglied der päpstlichen .Akademie der Wissenschaften ernannt. * Nach der soeben veröffentlichten amtlichen Statistik der Stadt New York leben dort 1 875 521 jüdische Seelen; auch in dieser Stadt ist. wie überall, der jüdische Bevölkerungszuwachs im letzten Jahrzehnt alljährlich bedeutend geringer als bei den anderen Bevölk’erungsgruppen. Daß mit den wirtschaftlichen Wirren der Zeit die antisemitische Gesinnung allenthalben zuniinmt, ist an vielen Symptomen nachweisbar: in Wien fehlten die Behörden bei der Beerdigung des repräsentativen östereichischen Dichters Arthur Schnitzler, sowie bei einem Vortrage Einsteins, in Frankfurt a/M. wurde in der Nacht das Börne-Denkm a 1 derart beschädigt, daß es nicht mehr repariert werden konnte und fortgenommen werden mußte. Die englische Fliegerin Miss Peggy Salomo i) stellte mit ihrem dreitägigen Flug von London nach Kapstadt einen neiien Rekord auf. * ■ - Der hervorragende deutsche Literarhistoriker Professor Eduard Engel, Verfasser vieler Werke zur deutschen Philologie, vollendete am 12: November seinen 8 0. G e b ü r s t a g. Professor Engel entstammt einer alten, früher * in Stolp ansässigen jüdischen Familie. Der nationalsozialistische Aerzteb u n d Deutschlands forderte in einem öffentlichen Parteiprogramm auf, alle jüdischen Aerzte zu boykottieren, 176 —