Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1931-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Linderung der Not, der 'on einer Wasserkatastrophe nördlich von-Wilna betroffenen jüdischen Gemeinden wurden M. 4000,— sowii >. des durch einen Brand zerstörten alten jüdischen G emeindcwesens in Plungiany in Litauen M. 2400,— überwiesen. Alles in allem hot der Hilfsverein auch in diesem schweren Krisenjahr auf verschiedenen Gebieten wertvolle soziale Arbeit leisten körnen. Es wird in noch höherm Maße Not gelindert and die Entwicklung der Jugend, die unter furchtbaren wirtschaftlichen Verhältnissen so schwer zu leiden hat, wesent- . lieh gefördert werden können, wei r Juden auch fernerhin Kräften unterstützen. derr Hilfsverein mit allen n die deutschen Dem Andenken Kaiser Friedriche Der zweite Deutsche Kaiser ist.eine von der Staatsform und Zeitströmung so unabhängige geschichtliche Persönlichkeit, daß die gesamte. bürgerliche Presse anläßlich seines 100. Geburtstages seiner ehrenvoll gedachte. Die_deutschen Juden huldigten dem Andenken eines Fürsten, der den Judenhaß als .^Schmach des Jahrhunderts geißelte und bei seiner Thronbesteigung religiöse Duldung und volle Gerechtigkeit für alle Staatsbürger verkündete: Ein jeglicher unlei c h nahe.« 5 tut den lieerijigschätzig ter ihnen steht Meinem Herzen g i Die offizielle Geschichtsschreibung Lr ns würdigen Kaiser Friedrich als willenlosen Schwächling ab, der sich seiner Minderwertigkeitskomplexe« Bisinarck gegenüber zu sehr bewußt war! Lnd doch war kaum je einem Fürsten ein so hoher Gr*d von Würde und Selbstbewußtsein eigen. Aber auch von Liberalismus, denn er strebte nach Ueberbrückung der religiösen, politischer und^sozialen Gegensätze, nach F rieden und Fremdschaft mit allen Ländern, namentlich nach einem Bündnis mit England als dem Unterpfande dauernder Befriedung Europas, sowie nach Ablösung der rohen Gewalt tlurch Gerechtigkeit und Humanität. Ich verabscheue diese Gemetzel«, sagte er beim Ausbruch des Krieges von 1870=—71. Die drei Kriege erschienen ihib hinterher <äls zwecklos: Vielleicht hätte man auch ohne Krieg zu dem nämlichen Ziele gelangen können«. »Möchte nur Metz nicht einst der Grund sein, daß der Frankfurter Frieden ein bloßer Waffenstillstand wird!« Kaiser Friedrich mußte die , ahre seiner \ ollkraft in ödem Repräsentieren verdehnen, und als er 56jährig den Thron bes ieg, war er dem Tode geweiht. Dennoeh bleibt c ieser gütige, gerechte, gutbürgerliche Fürst den Geschlechter beigestellt, wenn die Weltgeschichte über Eroberer und Schlachtensieger Tagesordnung übErgegängen sein wild. E. Wr. Edlen aller längst zur Aus Amerika. XCI. (»B. B. Magazine«, Mai/Juni 1931). Der Orden in Amerika unternimmt zur Zeit einen energischen Kampf gegen die zunehmende Fernhaltung jüdischer Angestellter von kaufmännischen und industriellen Betrieben. Ueberr.ll starrt den Stellungssuchenden das Schild Entgegen: »Nur Christen!« Auch die großen Zeitungen hallen von diesem Boykott jüdischer Hilfskräfte wider. Der Ordenspräsident Br. Alfred M. Cohen legt die Notlage der ■ Tausenden von weiblichen Angestellten dar; das Ordensorgan ermutigt die * Abiturienten, denen die Schule verhieß, »sie stehen an der Schwelle des Lebens, sie brauchen nur anzuklopfen, und die Türen öffnen sich.« sie sollen mutig ausharren. Für die fortschreitende Verarmung der amerikanischen Juden findet das Ordensorgan gute Trostworte: »Hier ist der Prüfstein für unsere W ohltätigkeit. So reichlich einst die Gaben flössen. so war doch das Spenden nicht schwer. Aber weit edler ist Wohltätigkeit, wenn sie in Zeiten der Not ihre Lasten nicht abwirft, sondern gewissenhaft weiter trägt.« Ein diplomatischer Schritt der Ordensleitung: Beschwerde beijn amerikanischen Außenminister Stimpson über, die Vertreibung der jüdischen Händler vom' mexikanischen Markt unter Billigung der Regierung. Präsident Cohen nimmt Bezug auf deren Aeußerung: »Der Tag, an welchem die Juden von den Märkten vertrieben wurden, wird für die künftigen Geschlechter1 ein Festtag bleiben, wie der Tag, an dem die Spanier aus Mexiko vertrieben wurden.« Infolge seiner Betschwerde zog das Auswärtige Amt Erkundigungen in Mexiko ein. ’ Br. Cohen sandte ferner den langjährigen I^eiter des »B. B.-Büros für*Mexiko< als offiziellen Vertreter des Ordens (Br. Wei nberger) nach Mexiko zurück. Bei seiner Anwesenheit in Toronto wurd^ dem Präsidenten auch Mitteilung von judenfeindlichen Exzessen in Montreal (Kanada) gemacht. Zur Entkräftung der Boykoltbewegung erläßt der Ordenspräsident einen Aufruf an alle noch nicht Naturalisierten, amerikanische Bürger zu werden: »Bald werden U. S. A. dem Einwanderer ihre Pforten schließen. Schon plant der Kongreß, die Fremden zu registrieren. Eine solche Ueberwachung wird zu Mißbräuchen, Verdächtigungen und Störungen des amerikanisch - jüdischen Lebeiis führen. Selbstverständlich wird man bei Vakanzen den Staatsbürger dem Fremden vorziehen.« Das jüdische Schiedsgericht in New York hat seinen Aufgabenkreis erweitert und den Na-