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Der Orden Bne Briss · 1931-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 10 - November
Date
1931-11-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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men »Jüdischer Versöhnungsgerichtshof von Amerika« angenommen. Zur Entscheidung kommen u. a. Streitigkeiten zwischen Logen und Brüdern. Die Prozeßführenden verpflichten sich schriftlich, sich dem Urteilsspruch des aus einem Juristen, einem Rabbiner und einem Geschäftsmann bestehenden Gerichtshofes zu unterwerfen. Außerdem versendet die Loge in Colorado Springs eine Abhandlung, die in die Aufforderung zur Eintracht ausmündet. »Vergeht alles Kleinliche; wenn ihr euch über Klatsch und Tratsch erhebt, so traget ihr reichen Lohn heim, denn die rechte Freude an tler Zugehörigkeit zum Orden findet man cfst, wenn man an sein hohes Niveau denkt, das die erhabenen Grundsätze des Ordens beständig veranschaulicht. Seid stolz auf eure Mitgliedschaft, aber noch stolzer darauf, jenen Stolz auch zu beweisen. Kritisieret nicht, denkt vielmehr daran, daß die vornehmsten und besten Juden der Welt dem Orden angehören und an seinen Aufgaben mitarbcitcu. Was jede Loge braucht, um erfolgreich zu arbeiten, ist die gemeinsame Tätigkeit aller ihrer Mitglieder, wenn Maßnahmen und Institutionen ins Leben'treten, die ihre gedeihliche Entwicklung fördern. Arbeitet in Eintracht für die Loge, und sie wird bald den rechten Platz in den Reihen des Ordens B. B. einnehmen. Anhänglichkeit ist die Kette, wir sind die Glieder. Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Bist du ein schwaches Glied in der Kette B. B., dann bessere dich bald!« Unter 250 Führern der amerikanischen Judenheit gehören 139, d. h. 55%, dem Orden an, in New York unter 120 Prominenten 35, d. h. 30%. Vielleicht gelingt es, das große Defizit der New Yorker Gemeindeinstitute zu decken; sechs Schulen mußten bereits geschlossen werden. In Chicago beträgt der Fehlbetrag 120 000 Dollar. Ein gedankenreicher Aufsatz: »B. B. als Erzieher«: Rabbiner S. H. M a r k o w i t z. spricht sich über die Logenmüdigkeit aus: Die philantropischen Ziele, die unser Eingangsgebet verkündet, sind nicht mehr die unserigen, wie überhaupt Wohltätigkeit nicht mehr das Herzstück jüdischer Glaubensbetätigung' darstellt. Wir brauchen Erziehung. Die amerikanische Judeuheit kennt keine jüdische Geschichte und Literatur mehr; die Bräuche sind ihr fremd geworden. Sip neu zu beleben, ist Aufgabe des Ordens. Wir sehen ja, daß unsere Sicherheit nicht in der Gunst der Andersgläubigen liegt, sondern in der Hingabe an das Erbe der Väter. Auch Julius Rosenwald verlangt jüdische Erziehung, einschließlich Kenntnis des Hebräischen. B. B. muß das jüdische Gemeindeleben wieder aufbauen, die Wälle unseres Glaubens-wieder aufrichten, welche die früheren Geschlechter niederrissen. Wer sich rühmt, auf sein Judesein stolz zu sein, beweist gar nichts; wer wahrhaft stolz auf sein Erbe ist, beweist dies durch Taten, nicht durch Morte. ‘ - , * Im Aufsatz »Das Hebräische und die Zukunft der Juden« weist Rabiner Jakob S. M i n k i n überzeugend nach, daß eine Gemeinschaft nur durch seine- Sprache auf Dauer rechnen kann: ein schlagender Beweis für die Unsterblichkeit «ler hebräischen Sprache ist die Tatsache, daß die Meister der spanischen Blüteperiode ihre' Werke arabisch schrieben, daß aber nur diejenigen ihrer Bücher weiterleben, die ins Hebräische übersetzt wurden. Verfasser tnitt entschieden für das Hebräische als Mittel zur Erhaltung des Judentums ein. Sehr lesenswerte Aufsätze: »Die Juden in Indien,« »Jüdische Jpgend in AltrußlQnd,«^JüH'sc^e Erziehung einst ünd jetzt,« »Die Alexander Kohut-Stiftung« (die neuerdings auch in Berlin eine unserm Br. El bogen unterstellte Zweigniederlassung hat), »Bofis Schlitz.« »Der abstrakte Jude«. Kleine Nachrichten: In Chicago hat der Magistrat eineneue höhere Schule nach unserem früheren Ordenspräsidenten »Adolf Kraus- Schule« genannt. — In der Union leben 80 000 jüdische Farmer. — In Honolulu, auf den Hawaii- Inseln, besteht seit einem Jalir eine Loge, die nunmehr zum Bau einer Synagoge schreitet. Der große amerikanische Zeitungskönig Adolf S. Ochs (»New York Times«), Ehrenmitgliede ernannte, hat zu den Baukosten einei) Beittag zu spenden. Br. Wölbe. den die Loge zum sich bereit erklärt, Briefe an den U. 0. B. B. Die jüdische Genossenschaftsbank als -Helferin. »Mehrere kleine Kräfte vereint bilden eine grolle, und was man nicht allein durchsetzen kann, dazu soll man sich-mit anderen verbinden.«. Schulze-Delitzsch. Wenigstens auf einem Gebiete der jüdischen Wirtschaftsnot, allerdings einem der wichtigsten, der Geldnot, wird künftig Reden vom .Uebel sein, denn hier ist der Weg möglichster Reti ung von Einsichtigen erkannt — und dieser Wfeg ist kein anderer als der,, den unser großer Volkswirt Stl deutschen Mittelstände um di«: Mitte, des vorigen Jahrhunderts gewiesen hkt; . die genossenschaftliche Kreditbank. J — 161 — i ‘

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