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Der Orden Bne Briss · 1931-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 10 - November
Date
1931-11-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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psychologisch), »Grundproblcmc heutiger Politik« (Kommunismus, Fiinfjahrcsplan, F ischismus, Nationalsozialismus, Indisches, Chinesisches Problem, British Empire, Kath. Kirche usw.) Mir scheint, daß die Form geistiger Betätigung iil den -Logen fruchtbarer und sinnvoller ist, ■ als zufällig durcbeinandergewiirfeltc Vortragsthemen. Jeder Termin erhält dadurch eine besondere geistige Note. Die Probleme sind nicht rein akademisch, sondern betreffe 1 das lebendige Leben. Ich halte es für notwendig, daß dic'se Arbeitsgemeinschaften nur alle 14 Tage stuttfin'dcn, damit eine geistige Ueberfütterung verm icden wird, und daß die betr, Vortragsabende allen anderen Logendingen, z. B. Protokoll verlesen, Briefcrledigen, Besprechen organisatorischer Fragen entzogen sind.« Auf die Anfrage des-Sonde rau Schusses, ob nicht die Tätigkeit der Arbeitsgenieinst haften die Arbeit der Yoll-Logen beeinträchtigt, erhielten wir eine ausreichende beruhigende Erklärung, j Als ein weiteres Beispiel für die energischen Bemühungen einzelner Logen, die Brider zu aktivieren, sei ein Rundschreiben des Geist. Ausschusses der w. Nassau-Loge im Auszug hier wiedergegeben: | ** Der Geistige Ausschuß gluubt, jin diesem Termin . neue Wege beschreiten zu müssen^ um das Logen¬ .1 leben in dieser Zeit tiefster wirtschaftlicher und seelischer Depression fördern zu können. ■ Zu diesem Zweck wendet' er sich mit einem Fragebogen an alle, insbesondere an die Brüder, die aus ihm unbekannten Gründen den Besuch der Loge seither gemieden haben und an diejenigen, denen persönliche-Hemmungen irgendwelcher- Art es unmöglich machen, an den Logenabenden frei “zu sprechen. ln dein übersandten Fragebogen worden die Brüder gebeten, sich freimütig zu äußern, ob’sie die Abhaltung offener Logen Vorzügen,, ob sie an Stelle größerer Referute mehr freie Aussprucheu .w ünschten, ob sie für Bildung von Arbeitsgemeinschaften über be-' stimmte Themen seien, ob sic^selbst bereit wären, ein kurzes Referat zu übernehmen, ob und welche sonstigen Wünsche sic in bezug auf Reformen im Logenleben hätten u. dgl. in.' Der ipisgefüllt zurückgesandte Fragebogen wird vom Präsidium und dem Geistigen Ausschuß vertraulich behandelt. ' * - Auf ausdrücklichen Wunsch wird der Name des Verfassers von Vorschlägen und Anregungen verschwiegen. Schließlich werden noch in dem^ Rundschreiben . des Geistigen Ausschusses Themen vorgeschlagcn: a) für geschlossene: b) für offene Lögen; c) für Vorträge in‘größerem Rahmen. v Aus der Arbeit des Hi fsvereins der Deutschen Juden im Jahre 1931. Fmigrantenhilfe; Waisen- und Ttudcntenhilfc; Kinderfürsorge: Ferienkolonien; sozial-hygienisches Hilfswerk; Schulwesen; ]Jerufsberatung und Berufsausbildung;' Hilfsaktio len bei Naturkatastrophen. Die Krise in den Einwünderunjgslündorn zwingt jüdische Männer und Frauen, nuch dem Heimatlunde zurückzukehren; da jedoch die I.pgd dort sich inzwischen noch mehr verschlechtert hat! nehmen sie aus Verzweiflung ihre Zuflucht zu einer neuen Aus-( wanderurig.! Die Zentrale des llilfsvercins ii) Berlin, die Komitees in Hambu'rg und Bremen, dicj Vertrauensleute an den wichtigsten Grenzübergangsstellen haben ihr Möglichstes getan, um ungliicklicheni Aus- und Rückwanderern ihr Weiterkommen zü erleichtern. Mit den großen jüdischen Emigrajtions- und Immi- , grationsgcsellschaften in Europa, Agierikn und den anderen Weltteilen steht der Hilfsyerein bezüglich .aller Fragen, die Aus- und Einwundjerung betreffen, wie im Interesse einzelner Emigranten in dauernder enger Verbindung. Auf Veranlassung von jüdischen Vereinigungen im Auslande wurden111. a. Visen für Personen besorgt, die nach China odler der U. S. S.;R. gingen.1 “ Das Waisenhilfswerk und die Unterstützungen notleidender jüdischer Studierenden in Deutschland erforderten M. 16 849,—, mit den Aufwendungen des Jahres 1950 M. 46 579,25. An Stelle des alten durch Brand stark beschädigten Heims in Kowno mußte ein neuer Bau errichtet werden. Das Kinderhuus Wird nuch - Fertigstellung eine zentrale Stelle für die jüdische Kinderfürsorge in Litauön, namentlich Tür verwaiste, verlassene und ausgpsetzte Kinder sein. Es wird nach den Plänen und unter der Oberaufsicht eines .deutsch-jüdischen Architekten, der auf Anregung des Hilfsvereins hinzugezogen wurde, gebaut. „ . Ftfr,- Ferienkolonien in Polen wurden zum Teil fertige , Häuser,- die der Reno'vierung ufid Neueinrichtung bedurften, gekuuft, bzw. Terrains erworben, auf denen neue. Bauten errichtet werden. Die Kolonien liegen in'der Nähe von Grodno, Pinsk. .Warschau und Stanislau. Die Arbeit vollzieht sich in Kontakt mit der zentralen jüdischen Waisenverwaltung in Polen. Ferner wurden für verschiedene Schulen, Waisenanstalten und Sanatorien iii Polen M. 6900.— bewilligt. In Rumänien wurden für die zentrale Berufsberatungsstelle in Bukurest Geldmittel, Muschinen < und Instrumente zur' Verfügung gestellt. Sie, hat eine sehr w ichtige Mission bei der Berufs- Umschichtung der jüdischen Bevöikcrung^zii «rfiillen) Fiir dus Kulturwerk in Rumänien wurden für das Schuljahr 1930/31 rund M. 18 000 verwendet. Die hygienisch-sanitären Anstalten ’ ih den neugegründeten Kolonien ih Rußland funktionieren zuin - Segen einer, großen jüdischen ländlichen Bevölkerung von insgesamt etwa 15-01)0 Familien. Im ganzen wurden M. 80 000,— für dieses Hilfswerk in anderthalb Jahren verwendet. I' ' 159 —

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